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Bestandsmanagement: Neue Studie von J&M Management Consulting Drucken E-Mail
3. Januar 2010
Die meisten Industrieunternehmen in Europa zeigen erhebliche Schwächen beim Management ihrer Bestände. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Mannheimer Beratungshaus J&M Management Consulting AG jetzt veröffentlicht hat.

J&M Management Consulting hat über 300 Manager aus Unternehmen der produzierenden Industrie in Europa befragen lassen und so erfahren, dass nur wenige Unternehmen ihre Bestände ganzheitlich managen.

Konsequente Umsetzung einer Vision

Etwas mehr als ein Drittel der Studien-Teilnehmer sagten, dass sie über eine langfristig angelegte Vision für das Bestandsmanagement verfügen. Diese Champions des Beschaffungsmanagements" setzen ihre Vision auch konsequent in der Unternehmenspraxis durch. Sie zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie regelmäßig und im globalen Rahmen ihre Bestände checken. Und: Sie richten ihre Prozesse und Organisation stärker auf ein globales Optimum aus als der Durchschnitt der befragten Unternehmen.

Dennoch führt das nicht zu weniger Kundenorientierung. Im Gegenteil: Champions schneiden ihre Zielvorgaben deutlich öfter (+37 %) auf die Bedürfnisse einzelner Kunden bzw. Produktlinien zu.

Ein weiterer Unterschied: Champions definieren Service Level zumeist global. Auch in der IT- Umsetzung sind Champions erheblich weiter: Planungsprozesse (+34 %), Reporting (+16 %) und Stammdaten (+15 %) sind öfter auf Bestandsoptimierung angepasst.

Fast 30 Prozent

Unternehmen können ihre Bestände durch Bestandsmanagement-Projekte um durchschnittlich 27 Prozent senken“, sagt Nikolas Beutin, Partner der J&M Management Consulting AG. Dennoch hätten bisher nur drei Viertel aller befragten Unternehmen ein derartiges Projekt durchgeführt hätten, so der Experte. Die meisten aber zeigen Schwächen bei Strategie, Organisation und Prozessen, bei der Leistungsmessung, den IT-Systemes und den Service Levels.

Beutin empfiehlt: „Gerade auch vor dem Hintergrund von sinkendem Cash Flow und notwendiger globaler Wettbewerbsfähigkeit kann man Unternehmen nur anraten, sich mit Bestandsoptimierungen systematisch und regelmäßig auseinanderzusetzen.“

Champions sind sich dieser Bedeutung bewusst, denn sie führen regelmäßig derlei Maßnahmen durch. Sie berechnen deutlich öfter die erforderlichen Sicherheitsbestände (+41 %) und Ziel-Lagerbestände (+37 %) als die anderen befragten Unternehmen. Außerdem überprüfen Champions regelmäßig Produktbeschaffung (+44 %) bzw. das Produktportfolio (+30 %).

Verbesserungspotenzial auch bei den Champions

Allerdings haben auch die Champions noch Optimierungspotenzial: „Durch eine stärkere Einbindung des Marketings und eine bessere Abstimmung von zusätzlicher Werbung ließe sich das Bestandsmanagement der Champions noch weiter optimieren“, analysiert Beutin. „Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Bestandsmanagement-Projekte meist schon nach drei Monaten rechnen – ohne den Service-Level zu reduzieren.“

Die J&M-Studie hat die Erfolg versprechenden Quick-Win-Maßnahmen der Champions ermittelt. Eine Reduktion der Losgrößen, maximale Lagerbestandslevel und eine pragmatische Konsolidierung des Produktportfolios wurden von ihnen deutlich häufiger durchgeführt.

j&m/pan

 


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