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A.T. Kearney: Luftfahrtbranche muss mehr Dienstleistungen anbieten 
A.T. Kearney: Luftfahrtbranche muss mehr Dienstleistungen anbieten |
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| 24. November 2009 | |
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Wenn es nach A.T. Kearney ginge, müsste jede Airline ihre Passagiere auf Händen tragen: Der Transfer von der Haustür zum Flughafen wäre ebenso selbstverständlich wie neue Unterhaltungsangebote und weitere, attraktive Dienstleistungen. Die sogenannten Non Aviation Services sind ein Milliardenmarkt, den die Industrie bislang vernachlässigt habe, so die Beratungsfirma mit Blick auf eine neue Studie.
Die Luftfahrtbranche sei von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise besonders stark betroffen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung von A.T. Kearney. Während die Umsätze nach den Terroranschlägen 2001 „nur“ um sieben Prozent gesunken seien, verzeichneten die Fluggesellschaften heute Rückgänge von 16 Prozent, so die Berater. Kosten drücken reicht nicht Aber auch die Flughäfen hätten mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen, heißt es weiter in der Mitteilung. Flughäfen mit starkem „Billigflugverkehr“ litten allerdings weniger als diejenigen, bei denen Liniencarrier vorherrschten. „Kostensenkungsmaßnahmen allein werden die strukturellen Veränderungen der Luftfahrtbranche nicht kompensieren können“, sagt Tanja Wielgoß, Expertin für Transport, Touristik und Infrastruktur bei A.T. Kearney. Um aus der aktuellen Krise herauszukommen, ist sei ein Paradigmenwechsel notwendig: „Kundenzentrierung, also eine sehr starke Dienstleistungsorientierung, muss die Leitlinie der Branche werden. Für Fluggesellschaften und Flughäfen bietet sich hier in den nächsten Jahren enormes Potenzial“, so Wielgoß. Für ihre Studie haben die Berater die Umsätze addiert, die Fluggesellschaften und Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz machen können, wenn sie ihr Dienstleistungsangebot erweitern und systematisch zusammenarbeiten. Ergebnis: 16 Milliarden Euro – allein in den nächsten zehn Jahren. Selbst wenn zunächst Fluglinien und Flughäfen ihr Angebot und ihre Produkte separat optimieren, ergeben sich bis 2020 neun Milliarden Euro mögliches Geschäftsvolumen, so A.T. Kearney. Hohes Verbesserungspotenzial Weiteres Ergebnis: Die Fluggesellschaften und Flughäfen im deutschsprachigen Raum haben sowohl in der Marktanteilsgewinnung als auch in der Marktausschöpfung noch ein hohes Verbesserungspotenzial. So liegen beispielsweise die Flüge pro Einwohner in Deutschland mit 2,31 um 13 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 2,65. Im Vergleich zu den flugaffinen US-amerikanischen Bürgern (4,75) ist das Flugaufkommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur halb so hoch und auch zu Großbritannien (3,86) ergibt sich eine Differenz von rund 40 Prozent. Hinzu kommt, dass die Fluggesellschaften im Bereich der zusätzlichen Dienstleistungen noch Verbesserungsbedarf aufweisen. So erzielen Linien- und Hybridcarrier mit durchschnittlich einem bis zwei Euro Umsatz pro Passagier etwa ein Zehntel von dem, was die Low Cost Carrier erwirtschaften – und dies noch unabhängig vom deutlich höheren Gesamtumsatz. Bis 2020 lassen sich die Umsätze mit den Zusatzleistungen auf etwa 18 Euro pro Passagier steigern, was etwa zehn Prozent des Flugumsatzes entsprechen würde. „Bei den Flughäfen ist der Aufholbedarf nicht ganz so enorm“, sagt Martin Handschuh, Partner bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie: „Dennoch können sie bis 2020 eine Verdopplung der Non-Aviation-Ausgaben pro Passagier von derzeit 8,40 Euro auf 16 Euro erreichen, was knapp 50 Prozent vom Gesamtumsatz entspräche. In den Prozentzahlen zeigt sich: In diesem Feld können die Fluggesellschaften von den Flughäfen lernen.“ Erschließung neuer Kundengruppen notwendig „Bei der Umsetzung des Service-Gedankens müssen das gesamte ‚Eco-System‘ des Luftverkehrs betrachtet und alle Akteure in der Wertschöpfungskette einbezogen werden“, so Handschuh: „Zunächst heißt das aus unserer Sicht, die Kooperation von Fluggesellschaften und Flughäfen zu verstärken. Es zählen dazu aber auch die Flugzeughersteller und weitere Dienstleister wie Flugsicherung, Groundhandling und Catering. Letztlich gilt für sie alle: Wer an diesem Trend partizipieren möchten, sollte umdenken.“ Bisher differenzieren Flughäfen und Fluglinien ihre Kunden und Passagiere meist nur grob nach Reiseanlass wie Geschäftsreisen, Tourismus und Familie – dies greift jedoch zu kurz. Es gilt, für jede Lebensphase die geeigneten Produkte zu entwickeln und zusätzliche Kundengruppen zu gewinnen. Für Airlines zählen dazu „Abos“ mit mehreren Flügen, mit und ohne Flughafentransfers, Innovationen der Kabinenausstattung, besondere Services von Catering bis Wellness an Bord sowie die Verbesserung des Unterhaltungsangebotes. Flughäfen werden zu lokalen Standort-Managern, sie bauen ihr Non-Aviation-Geschäft für Fluggäste, aber auch für Anwohner aus, erweitern das Service- und Produktangebot auf dem Weg zum und am Gate, nutzen ihre besondere Lage, um virtuelle Meetings durchzuführen oder besondere Dienstleistungen wie Interviews mit Prominenten anzubieten.
atk/pan |









