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Goetzpartners: Internetfernsehen erobert deutsche Haushalte

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26. November 2009
Immer mehr Zuschauer, immer intensivere Nutzung: Zumindest in Deutschland ist das Internetfernsehen, kurz IPTV, gewaltig im Kommen. Wie schnell die Entwicklung voranschreitet, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die Goetzpartners Management Consultants durchgeführt hat.

Neukunden des deutschen Internet-Anbieters Hansenet erhalten im Rahmen einer Werbeaktion kostenlosen Zugriff auf ein breites Angebot an Internetfernsehen. Das Hamburger Unternehmen (Marke: Alice) bietet bis Ende des Monats eine kostenlose Set-Top-Box an, die zum Empfang der Programme über die Internet-Leitung benötigt wird. Zudem werden drei Monate lang alle privaten TV-Sender freigeschaltet.

Bei solchen Angeboten wundert es nicht, dass das Internetfernsehen die deutschen Haushalte erobert. Genauer: 73 Prozent der von Goetzpartners Befragten nutzen die Angebote des Web TV, davon 67 Prozent unregelmäßig und sechs Prozent regelmäßig (mindestens ein Mal pro Woche). Das entspricht einer Steigerung des Nutzungsgrads von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bonner Institut

Für die Studie hat Goetzpartners über 500 Verbraucher befragen lassen, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren nach Alter, Geschlecht, Herkunft und Einkommen. Dabei arbeiteten die Berater mit dem Zentrum für Evaluation & Methoden, Umfragen und Statistik der Universität Bonn zusammen.

Weiteres Ergebnis: Video on Demand, also zum Beispiel Filme, die zum Downlowad übers Internet angeboten werden, nutzen 34 Prozent der Befragten. Dies entspricht einem bemerkenswerten Zuwachs von insgesamt 111 Prozent im Vergleich zur Befragung in 2008. Allerdings zählen gerade einmal ein Prozent davon zu den regelmäßigen Nutzern dieses Angebots.

Auch die Marktentwicklungen ausgewählter IPTV-Angebote in Deutschland bestätigen den klaren Trend des Nutzungszuwachses. Die Deutsche Telekom mit ihrem T-Entertain Paket strebt auf den einmillionsten Abonnenten zu. Der Web TV Anbieter Zattoo verzeichnet mittlerweile knapp 1,8 Millionen Nutzer in Deutschland und maxdome gibt knapp 1,9 Millionen Nutzer an. MyVideo als „user generated video content platform“ hat im Vergleich die größte Anzahl an Nutzern, musste allerdings einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2008 hinnehmen.

Radikaler Wandel

„Wir werden Zeugen eines radikalen Wandels der Nutzungsgewohnheiten von Bewegtbildern. Hat sich der Konsument bisher bereitwillig dem Diktat fester Sendezeiten unterworfen, wird heute der Wunsch nach echter Programm- und Zeithoheit auf Knopfdruck lauter“ sagt Marcus Worbs, Senior Manager bei Goetzpartners Management Consultants.

51 Prozent der Befragten können sich sogar vorstellen, für zeitversetztes Fernsehen (ohne die Programmierung eines PVRs oder Videorecorders) von ihrem bisherigen Fernsehempfang zu einem IPTV-Anbieter zu wechseln.

Im IPTV-Umfeld formieren sich daher neue, vielversprechende Geschäftsmodelle, die dem Konsumenten im Vergleich zum herkömmlichen TV echten Mehrwert durch Interaktivität, zeitliche Unabhängigkeit, persönlich konfigurierbare Programme, Contentvielfalt und hochauflösendes Fernsehen bieten.

Hochauflösendes Fernsehen

Einen weiteren zentralen Aspekt des zukünftigen Fernsehkonsums stellt HDTV dar. Rund zwei Drittel der Befragten würden für hochauflösende Fernsehbilder von ihrem bisherigen Fernsehanbieter zu einem IPTV-Anbieter wechseln. 40 Prozent der Konsumenten wären sogar bereit, im Vergleich zu herkömmlicher Standard-Qualität mehr zu bezahlen.

„Als besonders attraktive HD-Inhalte gelten vor allem Dokumentationen und Spielfilme“ betont Alexander Henschel, Managing Director bei Goetzpartners Management Consultants.

Die Antworten zeigen jedoch auch, dass andere signifikante Alleinstellungsmerkmale von IPTV bisher noch nicht wahrgenommen werden. So kann IPTV im Vergleich zu herkömmlichen Programmbouquets durch eine breite Anzahl an Angeboten hohe Vielfalt, Nischencontent und teils auch exklusive Inhalte bieten.

Technische Entwicklungen

Gerade die Konvergenz von geschlossenen und offenen IPTV-Plattformen, die durch technische Entwicklungen wie z.B. hybride Set-Top-Boxen geprägt sind, wird die Nutzung für den Verbraucher zunehmend vereinfachen.

Darüber hinaus stellen interaktive Applikationen, beispielsweise die Mitgestaltung eines Programms oder die Auswahl einer Kameraperspektive, einen echten Mehrwert gegenüber dem bekannten linearem TV dar. Zusätzlich werden IPTV-Angebote in Triple-Play-Paketen inzwischen zu sehr attraktiven Preisen angeboten.

„All diese über die Zeitsouveränität hinausgehenden USPs sollten die IPTV-Anbieter noch stärker ausbauen bzw. in ihre Produktangebote integrieren und vor allem intensiver vermarkten, um die IPTV-Nutzung noch weiter zu steigern“, so Henschel.

gp/pan

 


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