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A.T. Kearney: Wirtschaftskrise wirkt sich positiv aufs Klima aus

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5. Dezember 2009
Die Krise bremst den Energieverbrauch. Die Europäische Union könne deswegen ihre Klimaschutzziele leichter erreichen, heißt es in einer aktuellen Studie von A.T. Kearney. Die EU-Politik solle dies als Chance begreifen und den eingeschlagenen, umweltfreundlichen Kurs konsequent weiter steuern. Dies auch dann, wenn andere Länder nicht mitzögen, so die Beratungsfirma.

Gemessen am Niveau von 2007 könnte der Energiebedarf in den 27 Mitgliedstaaten der EU krisenbedingt bis 2020 in den beiden in der Studie untersuchten Szenarien um zwei Prozent (Base Case) leicht ansteigen bzw. um 10,1 Prozent (Green Case) sinken.

Entkoppelung von Energieverbrauch und Wachstum

Doch nicht nur die Krise zügelt den Energiehunger: „Bedingt durch die zunehmende Bedeutung der Service-Industrien und Maßnahmen zur Energieeffizienz hat in den 90er Jahren in Europa eine teilweise Entkopplung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum stattgefunden“, sagt Matthias Cord, Partner und Leiter der europäischen Utilities Practice bei A.T. Kearney.

Während der Primärenergiebedarf in der EU-27 seit 1990 jährlich um durchschnittlich 0,8 Prozent gestiegen ist, sind die CO2-Emissionen jährlich um 0,5 Prozent von 5.410 auf 4.959 Millionen Tonnen gesunken. Die Wirtschaftsleistung ist hingegen mit durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr gewachsen.

Beispiel Deutschland: Hier wuchs die Wirtschaftsleistung seit 1990 um jährlich durchschnittlich 1,8 Prozent, der Energieverbrauch fiel hingegen um 0,3 Prozent. Im selben Zeitraum ist in Deutschland auch der CO2-Ausstoß durchschnittlich um 1,3 Prozent pro Jahr zurückgegangen.

Das derzeit für Kopenhagen diskutierte EU-Ziel einer 30-prozentigen Reduktion der CO2-Emissionen gegenüber dem Niveau von 1990 wird durch die Finanzkrise erreichbar, „Ohne die Krise wäre das kaum möglich gewesen“, sagt Kurt Oswald, Principal bei A.T. Kearney und Autor der Studie.

Minus 32 Prozent möglich

Laut Studie kann das Ziel mit einer Reduktion von 32 Prozent sogar übererfüllt werden. „Die EU hat jetzt die Chance, ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz weiter auszubauen“, so Oswald. Deswegen solle die Union ihr Klimaschutzziel konsequent weiter verfolgen.

Der Experte ist der Ansicht, dass die EU dieses Ziel auch unabhängig von den Zielen der anderen Länder der Staatengemeinschaft anstreben sollte – und zwar auch dann, wenn die Verhandlungen zur Erreichung eines übergreifenden 20-Prozent-Zieles scheitern sollten.

Deutschland wird das 40-Prozent-Ziel den beiden in der Studie betrachteten Szenarien zufolge mit 35,4 (Base Case) versus 39,3 Prozent (Green Case) nur knapp verfehlen. Allerdings könnte die derzeit diskutierte Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke die bis 2020 notwendige weitere Emissionsreduktion zu Erreichung des 40-Prozent-Zieles möglich machen.

Trotz der absehbar positiven Effekte der Wirtschaftskrise auf die Entwicklung der CO2-Emissionen und die Erreichung der Klimaziele sei es wichtig, dass die Politik ihren umweltpolitischen Kurs auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld weiter verfolgt und die Technologiekompetenz ausbaut, so A.T. Kearney.

Integration von Einzelmaßnahmen

Die Beratungsgesellschaft nennt in diesem Zusammenhang die bisher beschlossenen Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz. Aber auch die Integration von energiepolitischen Einzelmaßnahmen und Initiativen wie die Förderung erneuerbarer Energien und KWK-Anlagen, Smart Grid, dezentrale Erzeugung, Energiespeicherung und Elektromobilität tragen zur Realisierung von Synergieeffekten bei.

Diese Maßnahmen unterstützen zudem den Aufbau der Systemkompetenz und sichern den Vorsprung der EU bei der Entwicklung exportfähiger Systemlösungen.

atk/pan

 


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