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Proventis: Deutscher M&A-Markt auf dem Weg der Erholung

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24. Januar 2010
Der Markt für Unternehmenskäufe und Fusionen in Deutschland zeigt erste Zeichen der Erholung. Im zweiten Halbjahr 2009 habe man mehr Transaktionen beobachtet als in den davor liegenden Monaten, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Münchner M&A-Boutique Proventis.

Proventis-Geschäftsführer Jan Pörschmann geht davon aus, dass sich dieser Trend im laufenden Jahr fortsetzen wird. Der Experte rechnet vor allem mit verstärkten Aktivitäten von Unternehmen, die strategische Übernahmen planen.

Mit seiner Ansicht steht Pörschmann nicht alleine da: Laut einer aktuellen Studie der Mannheimer IMAP M&A Consultants AG wollen mehr als 40 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Marktposition durch Akquisitionen ausbauen.

Außerdem belebt sich der Appetit der Finanzinvestoren. Dies gilt laut Proventis in erster Linie für Private Equity Fonds, die zunehmenden Anlagedruck verspüren. Hinzu kommt: Die Refinanzierungsmöglichkeiten dieser Fonds bessern sich, so das Beratungsunternehmen.

Rückblick auf das Jahr 2009

Das Jahr 2009 wollen die M&A-Berater dagegen möglichst schnell abhaken. Laut Proventis fanden im vergangenen Jahr 1.508 Transaktionen mit deutscher Beteiligung statt. 2008 und 2007 waren es noch 1.964 bzw. 2.461 Transaktionen.

Das Volumen der Transaktionen mit veröffentlichten Kaufpreisen machte im Jahr 2009 110 Mrd. USD aus, ein Rückgang von über einem Viertel gegenüber dem Vorjahr (148 Mrd. USD) und von über der Hälfte gegenüber 2007 (250 Mrd. USD).

In 2009 war bei 265 Transaktionen der Kaufpreis bekannt; danach betrug das durchschnittliche Volumen in Transaktionen mit deutscher Beteiligung (Käufer oder Verkäufer deutsch) 417 Mio. USD. In 2008, wo in dieser Gruppe von 405 Transaktionen der Kaufpreis bekannt war, wurde ein durchschnittliches Transaktionsvolumen von 366 Mio. USD erzielt.

Das Volumen aller verkauften deutschen Unternehmen mit öffentlichem Kaufpreis in 2009 kam branchenübergreifend auf 78 Mrd. USD. Damit lag es 22 Prozent unter dem Vorjahresvolumen von knapp 100 Mrd. USD. 2007 betrug das Transaktionsvolumen aller deutschen verkauften Unternehmen noch 150 Mrd. USD.

Größte Transaktionen in der Finanzbranche

Der Anteil der Finanzdeals am gesamten Volumen der deutschen Targets ist in 2009 im Vergleich zum Vorjahr von 32 auf 21 Prozent gesunken. Dennoch fanden die größten Transaktionen in der Finanzbranche statt. Das hat allerdings mit der Krise der Branche zu tun. Proventis erwähnt in diesem Zusammenhang den staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin, der die marode Hypo Real Estate per Übernahme vor der Pleite bewahren musste.

In der Automobilbranche tätigten dagegen arabische Investoren wie der Wüstenstaat Quatar große Übernahmen.

Die Medienbranche verzeichnete 2009 wieder einige bedeutende Top-Deals. Dazu zählen beispielsweise der Kauf der Unitymedia GmbH durch Liberty Media Corp für 5,2 Mio. USD und die Übernahme von Springer Science+Business durch eine Investorengruppe.

In der Gesundheitsbranche fanden in 2009 im Gegensatz zu den beiden Vorjahren kaum Top-Deals statt. Die größte Transaktion im vergangenen Jahr war die Übernahme der Brahms AG durch die Thermo Fisher Scientific Inc zu einem Kaufpreis von 471 Mio. USD. 2008 und 2007 lagen die Top-Targets in der Gesundheitsbranche dagegen noch bei rund 6.000 Mio. USD.

pan

 


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