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Horváth-Studie belegt Defizite beim Working Capital Management Drucken E-Mail
28. Februar 2010
Viele Unternehmen könnten ihre Liquidität erheblich verbessern. Sie müssten nur das Kapital, das im Anlage- und Umlaufvermögen steckt, besser nutzen und ein konsequentes Investitionsmanagement betreiben. Der hierfür nötige Aufwand sei denkbar gering, heißt es in einer neuen Studie des Beratungshauses Horváth & Partners.

Für die Studie haben die Consultants rund 100 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Antworten zeigen, dass das Thema „Kapitaleffizienz“ – gerade in der jetzigen Phase der unsicheren Finanzmärkte – als zunehmend wichtig angesehen wird.

Wirkungsvolles Instrument

Die Berater wollten vor allem wissen, ob und inwieweit die Unternehmen das sogenannte
Working Capital Management einsetzen. Dabei handelt es sich um ein wirkungsvolles Instrument zur Steigerung des Unternehmenswertes. Manager, die das Working Capital ihres Unternehmens niedrig halten, setzen liquide Mittel frei, steigern den Free Cash Flow und senken Lager- und Kapitalkosten.

Dieses Instrument ist vergleichsweise neu. Von daher wundert es nicht, dass nur rund die Hälfte der Studienteilnehmer
Working Capital Management schon länger als fünf Jahre betreibt.

Interessant dabei: Vielen Unternehmern und Managern scheint es am Willen oder der Fähigkeit zu fehlen, dem Working Capital Management und dem Investitionsmanagement mehr Struktur zu verleihen, obwohl dies vor allem liquiditätsschwächeren Unternehmen ein wertvolles Plus an Stabilität bringen könnte.

Und: Nur fünf Prozent der Befragten sagen, dass sie eine dauerhafte Reduzierung des Working Capital erreicht haben. Anders gesagt: Sie schöpfen ihre Liquiditätsreserven nicht richtig aus.

Ein Großteil der Unternehmen könnte durch die konsequentere Verankerung von Aspekten der Kapitaleffizienz in den Steuerungssystemen beträchtliche Liquiditätsgewinne erzielen“, kommentiert Niko Hofmann, Studienleiter bei Horváth & Partners.

Dazu müssten sie lediglich einige wenige Maßnahmen umsetzen, so der Berater. Hierzu gehören die ausreichende Berücksichtigung in den finanziellen Kennzahlen, der Abbau von Mehrfachverantwortlichkeiten sowie die Integration in den Zielvereinbarungsprozess.

Wertorientierte Steuerung

Weiteres Ergebnis der Studie: Mit dem Management von Forderungen, Verbindlichkeiten und Vorräten beschäftigen sich die meisten Unternehmen bereits intensiv, wobei sich der Anwenderkreis keineswegs auf die kapitalintensiven Branchen beschränkt.

Dabei wird aber zumeist an traditionellen, das heißt rein ergebnis- und umsatzorientierten Kennzahlen festgehalten.

„Lediglich 15 Prozent der Unternehmen haben bereits den Schritt in eine primär wertorientierte Steuerung vollzogen“, so Hofmann, „obwohl nur auf diesem Wege eine tatsächliche Messung der Kapitaleffizienz in den Spitzenkennzahlen möglich wird. Auch bei den Verantwortlichkeiten für Forderungen, Verbindlichkeiten und Vorräte liegt manches im Argen; gerade bei den Vorräten gibt es häufig Mehrfachverantwortlichkeiten für die unterschiedlichen Bestandteile.“

Zudem werde die Verankerung in den Anreizsystemen oft nur halbherzig angegangen, obwohl sich hier mit sparsamen Mitteln ein Bewusstsein schaffen ließe, aus dem heraus Ideen und konkrete Maßnahmen zu einer Reduzierung des gebundenen Kapitals entstünden.

Ein wichtiges Potenzial zur Liquiditätsverbesserung birgt auch das Investitionsmanagement. Die Studie zeigt, dass auch hier erheblicher Verbesserungsbedarf besteht. So werden oft unterschiedliche mathematische Verfahren zur Investitionsbeurteilung parallel eingesetzt – selbst für den gleichen Investitionstyp. Dieses Durcheinander erschwere die Entscheidungsfindung, kritisiert Hofmann.

Ungeeignete IT-Systeme

Qualitative Verfahren hingegen, die eine sinnvolle Ergänzung zu den mathematischen Verfahren sein können, werden kaum genutzt. Auch mangelt es in den Unternehmen oftmals an IT-Systemen, die eine Investition von der Beurteilung bis zur Realisierungs- und Nutzungsphase zu unterstützen vermögen.

Darunter leidet auch die Qualität der Investitionsplanung – mit möglicherweise schlimmen Folgen: „Die Studie hat einmal mehr gezeigt, dass Unternehmen regelmäßig die in der Planung ermittelten Investitionsbudgets nicht realisieren können“, so Hofmann. Im schlechtesten Fall auch bei den bereitgestellten finanziellen Mitteln unnötige Finanzierungskosten erzeugen.“

h&p/pan

Mehr über Horváth & Partners bei ConsultingStar:

http://www.consultingstar.com/details/horvath-partner-gmbh.html

Weitere Informationen zum Thema: http://www.horvath-partners.com/kapitaleffizienz_interview

 


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