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A.T. Kearney: Global Player setzen auf umweltfreundliche Zulieferer

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20. April 2010
Billig, gut und zuverlässig. Das waren bislang die Kriterien, nach denen einige weltweit tätige Großunternehmen ihre Lieferanten ausgesucht hatten. Jetzt aber legen diese Global Player die Latte höher. Die Zulieferer müssen auch klimaschonend arbeiten – oder sie kriegen keine Aufträge mehr.

„Die Reduktion der Treibhausgasemissionen wird in unseren Augen als Kriterium für das Lieferkettenmanagement immer wichtiger“, sagt Brad Minnis, einer der Chefs bei dem US-Netzwerkausrüster Juniper Networks.

Das Unternehmen gehört zu einer Gruppe von 44 weltweit tätigen Großkonzernen aus allen Branchen der internationalen Wirtschaft. Die Gruppe unterstützt das Global Supply Chain Program der in London ansässigen Umweltschutzorganisation Carbon Disclosure Project (CDP).

Vorreiter für das CO2-Management

Die Organisation sammelt  weltweit Schlüsseldaten von 2.500 Unternehmen zum Thema Klimawandel. Mitgliedsunternehmen wie Juniper Networks verstehen sich als Vorreiter für das CO2-Management. Sie erwarten von ihren Lieferanten Nachweise für wirksame Klima-Management-Strategien.

„Die großen Unternehmen nehmen die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ernst", sagt Daniel Mahler, Partner bei der Beratungsfirma A.T. Kearney, mit Blick auf eine aktuelle Studie aus seinem Hause.

Demnach halten die meisten dieser Unternehmen ihre Zulieferer an, klimaschutz-relevante Daten offenzulegen. Laut Mahler gibt es aber weiteren Handlungsbedarf. Unternehmen und Lieferanten müssten ihre Strategien zur Emissionsreduktion in messbare Ziele und Prozesse übersetzen, so der Berater.

Weitere Ergebnisse der Studie: Über 90 Prozent der Mitglieder der CDP Supply Chain Initiative haben einen Verantwortlichen für den Klimaschutz auf Vorstandsebene ernannt. Bei anderen weltweit tätigen Unternehmen (Global 500) betrage dieser Anteil 80 Prozent, so A.T. Kearney.

90 Prozent der Mitglieder haben auch ein Programm zur Reduktion der klimaschädlichen Emissionen oder des Energieverbrauchs. Bei den Global 500 Unternehmen beträgt dieser Anteil 51 Prozent.

Die Studie zeigt deutlich, dass die meisten Mitglieder (56 Prozent) Druck auf ihre Zulieferer ausüben wollen. Genauer: Anbieter, die sich nicht bemühen, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren, erhalten im Zweifelsfall keinen Auftrag mehr.

Änderungen in den Verträgen

Einige Mitglieder wollen die Verträge mit ihren Lieferanten ändern und die Verbesserung der CO2-Bilanz zur Bedingung für einen Vertragsabschluss machen.

Laut A.T. Kearney hätten sich die Unternehmen dazu entschlossen, und zwar nicht nur weil sie entsprechenden Maßnahmen des Gesetzgebers zuvorzukommen wollen, sondern weil diese Maßnahmen auch wirtschaftlich sinnvoll seien.

Die Studie verdeutlicht zudem, dass die Mitglieder der CDP Supply Chain Initiative in den kommenden fünf Jahren dem Klimaschutz drei Mal mehr Bedeutung zumessen werden als traditionellen Aspekten der Beschaffung.

„Es hat sich gezeigt, dass manche Unternehmen schon jetzt von ihren Lieferanten fordern, die Reduzierung der Treibhausgase als geschäftliches Kernthema zu behandeln“, sagt CDP-Chef Paul Dickinson. In den Augen der Führungskräfte entwickle sich dieses Kriterium zunehmend von einem Pluspunkt in ein Muss, so der Experte.

pan

 


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