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Boston Consulting: Firmenkunden bescheren vielen Banken Gewinne

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24. Juni 2010
Die Finanzkrise hat vielen Geldhäusern das Geschäft verdorben, aber nicht allen. Einige Institute haben die Turbulenzen erstaunlich gut überstanden. Selbst auf dem schwierigen Feld des Corporate Bankings fahren sie ansehnliche Gewinne ein. Das zeigt eine neue Studie des Beratungshauses Boston Consulting.

Für die Studie haben die Berater die Daten von mehr als 100 Finanzinstituten weltweit analysiert, und zwar für die Jahre 2008 und 2009.

Zentrales Ergebnis: Rund ein Drittel der Großbanken konnten ihren Gewinn (nach Eigenkapitalkosten) im Firmenkundengeschäft steigern. Dabei stützten sie sich auf ihre Erfolge bei nicht kreditbezogenen Produkten im Zahlungsverkehr oder im Risikomanagement. Gleichzeitig bauten sie ihre Margen im Kreditgeschäft deutlich aus.

Seit dem ersten Quartal 2010 befänden sich die Margen jedoch bereits wieder im Rückgang, heißt es in der Studie.

Die Mehrheit schneidet schlechter ab

Für die meisten Firmenkundenabteilungen (auch Banken, die sich auf das Firmenkundengeschäft fokussieren) hat die Krise das Geschäft jedoch erschwert. Für diese Banken liegt der Gewinn – unter Annahme einer langfristigen Mindestkapitalverzinsung von zwölf Prozent – noch deutlich unter dem Niveau, das im Jahr 2007 erreicht wurde.

Im Mikrosegment – also bei Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von weniger als zwei Millionen US-Dollar – erzielten die Banken bei weitem die höchste durchschnittliche Kapitalrendite, gefolgt vom Kundensegment kleiner und mittlerer Unternehmen.

Großkunden, d. h. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 250 Millionen US-Dollar, erwiesen sich aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität und Transparenz erneut als schwierigste Zielkundengruppe der Banken in Bezug auf Wertschaffung. Allerdings konnte durch eine kräftige Erhöhung der zuvor sehr niedrigen Margen der Profitabilitätsabstand zu mittleren Unternehmen verringert werden.

Globalisierung, Verschiebung von Industriestrukturen

Um Marktchancen zu nutzen, müssen im Firmenkundengeschäft tätige Banken die Trends kennen, die ihre Branche am stärksten bewegen. Dazu zählt vor allem die fortschreitende Globalisierung: „Von 2009 bis 2019 werden 40 Prozent der globalen Erlössteigerung im Firmenkundengeschäft in den BRIC-Staaten erzielt“, sagt Studienautor Oliver Dany, Experte für Corporate Banking bei Boston Consulting. Für etablierte Märkte wie Deutschland bedeute dies harten Wettbewerb um moderate Wachstumsmöglichkeiten, so der Consultant.

Laut Studie werden die Banken künftig vorsichtiger agieren und Risiken besser absichern. Die Erträge im Firmenkundengeschäft werden voraussichtlich wegen verschiedener regulatorischer Vorgaben schmäler ausfallen – selbst wenn das Firmenkundengeschäft im Vergleich weniger stark von den Veränderungen betroffen sein wird. Dabei werden die Anforderungen an das Reporting in allen Bereichen zunehmen – nicht nur für Finanz- und Risikoanalysten, sondern auch für Mitarbeiter im Kundenkontakt.

Weitere relevante Branchentrends sind die Verschiebung von Wirtschafts- und Industriestrukturen in der New Economy sowie weitere technologische Fortschritte.

Nachhaltiger Erfolg durch fokussierte Strategie

Um in der Zeit nach der Krise erfolgreich zu sein, sollten sich Banken im Firmenkundengeschäft auf einige Prioritäten fokussieren: den Aufbau hochwertiger Kundenbeziehungen, eine Kultur des Risikobewusstseins und der Verantwortung, die Verbesserung des Transactionbankings, die Entwicklung eines zukunftsfähigen Operating Models sowie die Schaffung von durchgehender Transparenz und einer hoch leistungsfähigen Organisation.

„Unsere Studie zeigt, dass zahlreiche Firmenkunden die Beziehung zu ihren Banken aktuell überprüfen“, sagt Dany. „Sie legen noch mehr Wert auf eine solide Bilanz und einen guten Ruf der Bank, um nicht bei der nächsten Liquiditätskrise ihrer Bank in Bedrängnis zu geraten. Dafür sind sie auch bereit, dauerhaft erhöhte Margen in Kauf zu nehmen.“

bcg/pan

 


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