ConsultingStar.com – Nachrichten und Exklusiv-Informationen über Consultants und andere Professionals


Homepage - Nachrichten - Managementberatung - Neue Studie von Booz & Company: Apps sind ein Milliardengeschäft


Neue Studie von Booz & Company: Apps sind ein Milliardengeschäft

Drucken E-Mail
6. Juli 2010
Der Erfolg von Apples Mobiltelefon iPhone wäre ohne sie gar nicht denkbar: Apps – Software, mit der sich das Handy um zahlreiche Funktionen erweitern lässt. Eine gestern veröffentliche Studie von Booz & Company zeigt, dass in den Apps ein gigantisches Potenzial steckt.

Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens werden die Anbieter mit den Apps bis 2013 weltweit 17 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Allein für den App Store von Apple sei bereits in diesem Jahr ein Umsatz von 2,3 Milliarden zu erwarten, heißt es in einer aktuellen Mitteilung von Booz & Company.

Zusätzliches Potenzial durch Werbung oder Spiele 

Dabei sind die Erlöse aus Werbung oder durch Spiele in den Anwendungen noch nicht einmal berücksichtigt. Bisher dominiert vor allem Apple mit seinem App Store und sichert sich den Löwenanteil dieses Zukunftsmarkts. Google mit dem Android App Market und der Blackberry-Hersteller RIM folgen mit weitem Abstand.

Die etablierten Netzbetreiber spüren diese Entwicklung bisher nur über den erhöhten Datentransport in ihren Netzen, aber kaum über Umsatzwachstum für mobile Internetnutzung – und das, obwohl es ohne ihre Investitionen in breitbandige, mobile Infrastruktur diese Erlösquelle gar nicht gäbe.

Der hohe Anteil von Flatrate-Tarifen verhindert, dass die Erlöse der Netzbetreiber proportional zu den Datenvolumina wachsen. Einen Ausweg aus diesem Dilemma biete nur ein strategischer Schwenk hin zu nutzungs- und volumenabhängigen Preismodellen, so Booz & Company.
 
Erfolgreiche App-Strategie oder reine Datenleitung

Die Entwicklung und Implementierung einer nachhaltigen App-Strategie ist vor diesem Hintergrund eine kurzfristig zu leistende Aufgabe, um in den weitgehend gesättigten, etablierten Mobilfunkmärkten wie Österreich, Deutschland oder den USA einen Beitrag zum Wachstum erwirtschaften zu können.

„Der Markt für Smartphone-Applikationen ist schon relativ weit entwickelt, wird aber auch in den nächsten Jahren eine nachhaltige Entwicklung zeigen. Die heutigen Mobilfunkbetreiber sollten den Markt also keineswegs komplett den neuen Wettbewerbern überlassen sondern selbst aktiv werden“, so Klaus Hölbling, Telekommunikationsexperte bei Booz & Company.

Hölbling weiter: „Es muss den traditionellen Anbietern gelingen, auf das bisherige Monopol der App Stores zu reagieren und eine strategische Position einzunehmen.“

Allerdings erscheinen die ca. 5,4 Milliarden Euro, die Netzbetreiber weltweit mit dem Vertrieb von Apps 2013 voraussichtlich erwirtschaften, im Vergleich zu den prognostizierten globalen Gesamtumsätzen der Telekommunikationsindustrie in Höhe von 1,2 Billionen Euro noch als relativ gering.
 
Höherer ARPU, mehr Neukunden, weniger Kündigungen

„Für die Mobilfunkanbieter besteht der wirtschaftliche Anreiz der Apps in der Attraktivitätsverbesserung des eigenen Mobilfunkangebots und, direkt damit verbunden, dem Gewinn von Neukunden und der höheren Kundenbindung“, so Hölbling. Ziel der Netzbetreiber muss es daher sein, für die eigene Kundenbasis die zentrale Schnittstelle zur App-Economy sowie zu besonders erfolgreichen und reichweitenstarken Apps zu werden. Partner- und Co-Branding-Modelle sind hierfür besonders erfolgversprechend.

In der aktuellen Marktsituation bieten sich laut Booz & Company im Wesentlichen zwei Optionen für Mobilfunknetzbetreiber an:

1. Positionierung als Enabler: Netzbetreiber verfügen beispielsweise über gut eingeführte Billing-Plattformen und -Services, um für andere App-Provider die komfortable Zahlungsabwicklung für den Download der Apps zu übernehmen.

2. Positionierung als Sub-App-Store-Anbieter: In Zusammenarbeit mit Partnern wie Google, RIM, Nokia oder anderen erfolgreichen App Store-Betreibern können Mobilfunkanbieter ihr App-Angebot auf deren Plattformen distribuieren und so ihre Wertschöpfungskette verlängern.

„Wichtig bei der Entwicklung des eigenen App-Angebots ist für die Telekomanbieter, das vorhandene Portfolio an Endgeräten sowie die regionalen Besonderheiten der Kunden und die Verfügbarkeit von lokalem Content in Betracht zu ziehen“, so Hölbling. „Nach unserer Erfahrung ist der eigene App Store nur in Ausnahmefällen die Lösung des Problems. Aber die Mobilfunker müssen jetzt rasch handeln, um diesen zukunftsträchtigen Markt noch selbst mitentwickeln zu können.“

b&c/pan

Weitere Informationen über Booz & Company bei ConsultingStar:

http://www.consultingstar.com/details/576.html

 


Stichwortsuche
Durchsuchen Sie alle Nachrichten und Profile von ConsultingStar.com



Neu registriert


Umfrage
Yahoo-Chef Thompson hat seinen Lebenslauf frisiert - und muss gehen. Richtig so?