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Boston Consulting: Börsenwert der Banken ist wieder gesunken

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21. August 2010
Die fetten Gewinne des Jahres 2009 ließen Branchenbeobachter an eine Trendwende im Bankensektor glauben. Eine aktuelle Analyse des Beratungshauses Boston Consulting zeigt, dass diese Einschätzung wohl verfrüht war.

Für ihre Analyse haben die Berater die Wertschaffung im Finanzsektor anhand einer Stichprobe von Banken errechnet, die zusammen rund 75 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ausmachen.

Ergebnis: Im ersten Halbjahr 2010 sank der Börsenwert des weltweiten Bankensektors um zehn Prozent auf 5,8 Billionen US-Dollar. Der Börsenwert des Bankensektors liegt jetzt wieder auf dem Niveau von 2004, und zwar rund drei Billionen US-Dollar unter dem Vorkrisen-Rekordwert im Jahr 2007.

Auch die durchschnittliche Aktienrendite der Branche (Total Shareholder Return [TSR], d. h. Kursgewinne und Dividenden) sank in der ersten Jahreshälfte um 58,5 Prozentpunkte auf -11,4 Prozent und lag damit rund drei Prozentpunkte unter dem industrieübergreifenden Schnitt.

Niedrige Aktienrenditen in Westeuropa

Mit Ausnahme des Nahen Ostens fiel die durchschnittliche Aktienrendite der Banken in allen Regionen negativ aus. Am stärksten zeigte sich der Einbruch der Renditen in den Emerging Markets: In Lateinamerika sowie in Zentral- und Osteuropa verringerte sich der TSR-Wert des Bankensektors im ersten Halbjahr um mehr als 100 Prozentpunkte.

Dennoch erzielten Banken in Westeuropa mit einem TSR-Wert von -21,9 Prozent die niedrigste durchschnittliche Aktienrendite. Dabei schnitten Spanien, Italien und Frankreich von den zehn größten Märkten am schlechtesten ab.

Generell beeinträchtigte die Angst vor Staatsschulden die Ergebnisse europäischer Banken; auch der schwache Euro drückte auf die Performance.

Deutsche Finanzhäuser erwirtschafteten im ersten Halbjahr eine durchschnittliche Aktienrendite von -0,02 Prozent – und damit 37,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Damit lagen sie immer noch deutlich besser als Banken in anderen Ländern Europas.

„Die Entwicklung im ersten Halbjahr zeigt einmal mehr, wie volatil die Lage im Bankensektor nach wie vor ist. Während 2009 vom Ende der Krise und der Hoffnung auf eine Rückkehr zur Profitabiliät geprägt war, hat die Euro- und Schuldenkrise gerade in Europa vielen Bankaktien im ersten Halbjahr arg zugesetzt“, sagt Lars-Uwe Luther, Partner bei Boston Consulting und Mitautor der Studie.

Fünf der Top-30-Banken kommen aus China

Gemessen an der Marktkapitalisierung kommen fünf der führenden 30 Banken aus dem Reich der Mitte, drei von ihnen befinden sich unter den Top Ten: ICBC (1), China Construction Bank (2), Bank of China (7). Aktuell zählt kein deutsches Finanzinstitut zu den Börsenschwergewichten.

bcg/pan

 


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