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Gescheiterte Fusion lädiert Ruf von Roland Berger Strategy Consultants

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22. November 2010
Die Hochzeit findet nicht statt. Die Partner des Münchner Beratungshauses Roland Berger Strategy Consultants haben sich auf einem Treffen am vergangenen Wochenende gegen eine Fusion mit der Prüfungsfirma Deloitte ausgesprochen.

Die Wirtschaftsprüfer hatten den Beratern 300 Millionen Euro für eine Zustimmung zur Fusion geboten. Laut Medienberichten soll das Management von Deloitte zudem damit einverstanden gewesen sein, dass die Führungsriege mehrheitlich mit Leuten von Roland Berger besetzt werden sollte (siehe ConsultingStar, Bericht vom 18. November 2010).

Die Angst der Consultants

Hinter der überraschenden Fusionsabsage steckt offensichtlich die Angst der Unternehmensberater, sich nach einem Zusammenschluss allzusehr verbiegen zu müssen.

Das Deloitte-Angebot war fair und gut, aber unseren Partnern liegt die Roland-Berger-Kultur am Herzen“, so Burkhard Schwenker, Chef des Aufsichtsrats von Roland Berger Strategy Consultants, in einem Interview mit der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung Handelsblatt.

Durch den geplatzten Deal werden vier Dinge offenkundig, die den gescheiterten Drahtziehern bei Roland Berger Strategy Consultants hochnotpeinlich sein müssen:

Erstens war die Fusion dilettantisch eingefädelt. Die Akteure um Schwenker und Firmenchef Martin Wittig haben sich im Vorfeld der Transaktion offensichtlich viel zu wenig um die Stimmung in den Reihen der eigenen Partner gekümmert.

Zweitens: Roland Berger Strategy Consultants mag in Deutschland, vielleicht auch in Kontinental-Europa zu den führenden Beratungshäusern zählen. Im Rest der Welt aber, vor allem in den wichtigen Beratungsmärkten USA und Großbritannien, spielen Bergers Berater bestenfalls eine zweitrangige Rolle.

Drittens: Die Münchner sind klamm. Sie brauchen dringend Geld, um Spitzenleute anzuwerben und die ins Stocken geratene Expansion im Ausland voranzutreiben.

Viertens: Ohne den Gründer ist diese Firma nicht lebensfähig. Roland Berger, der vor Jahren schon einmal 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zuschießen musste, wird wohl auch diesmal wieder seine Privatschatulle öffnen.

Hoher zweistelliger Millionenbetrag

Berichten zufolge hat sich der Firmenpatriarch, der am heutigen Montag seinen 73. Geburtstag feiert, vor dem Treffen in Frankfurt bereit erklärt, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Kredit zu gewähren.

Schwenker indes bestreitet, dass der geplatzte Deal das Renommée des Beratungshauses beschädigt habe. Das Gegenteil sei der Fall, so der Aufsichtsratschef gegenüber dem Handelsblatt: Wir haben professionell verhandelt und einen guten Plan entwickelt.“

pan

 


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