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Boston Consulting mit Studie über die Auswirkungen von „Basel III“

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22. Dezember 2010
Die geplante Eigenkapitalreform (Basel III) kommt Europas Banken teuer zu stehen. Die Kreditinstitute werden etwa 270 Milliarden Euro zusätzliches Kapital auftreiben müssen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Boston Consulting.

„Auf Basis der am 16. Dezember veröffentlichten Basel-III-Regeln lassen sich bereits heute die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Produkte bestimmen“, sagt Gerold Grasshoff, Partner im Berliner Büro von Boston Consulting. Das heißt: Die Banken können sich Klarheit über ihre Wettbewerbsposition unter den veränderten Rahmenbedingungen verschaffen.

Deutsche Banken brauchen 65 Milliarden Euro

Laut Studie werden die deutschen Banken mit rund 65 Milliarden Euro den größten Kapitalbedarf haben. Grund: Die Bankenaufsicht verschärft ihre Maßstäbe bei der Bewertung des Eigenkapitals der Geldhäuser.

So werden zum Beispiel sogenannte stille Einlagen und andere Finanzinstrumente, die bislang unter Eigenkapital verbucht wurden, nicht mehr akzeptiert. Auch die Marktrisiken werden strenger bewertet. Folge: Die Risiken müssen mit mehr Kapital abgesichert werden.

Wie die Berater schreiben, haben sich die Risikokosten bereits in den vergangenen Jahren erheblich verteuert. Die „Risk-Income-Ratio“ (Verhältnis von Risikovorsorge- und Kapitalkosten zu den Erträgen) habe sich zwischen 2005 und 2009 mehr als verdoppelt. Konsequenz: Effektives Risikomanagement werde immer wichtiger.

Die Berater haben nun berechnet, welchen Effekt die neuen regulatorischen Veränderungen haben werden. Ergebnis: Die Kapitalkosten werden sich auf Geschäftsfeldebene durchschnittlich verdoppeln. Für einzelne Bank-Produkte werden sich die Kosten sogar verzehnfachen, heißt es in der Studie.

Maßnahmen auf drei unterschiedlichen Ebenen

Empfehlung der Berater: Um sich auf die geänderten Rahmenbedingungen einzustellen, sollen die Banken auf drei unterschiedlichen Ebenen aktiv werden.

Erstens: Das Top-Management muss diskutieren, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang auf Basel III reagiert werden soll und welche strategischen Portfolioveränderungen sinnvoll sind.

Zweitens sind auf Geschäftsfeldebene die Auswirkungen der erhöhten Kapital- und Liquiditätskosten zu berechnen und Gegenmaßnahmen zu bestimmen.

Drittens müssen die neuen Anforderungen von den verantwortlichen Einheiten unter sorgfältiger Bestimmung der Ressourcenbeschränkungen zeitgerecht implementiert werden.

pan

 


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