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Booz & Company mit neuer Studie zur Zukunft der Telekommunikation

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10. Februar 2011
Der Wettbewerb in der Telekom-Branche wird immer turbulenter. Zunächst kämpften da nur die klassischen Netzbetreiber gegen die Newcomer aus dem Mobilfunk-Segment. Heute aber mischen auch Gerätehersteller wie Apple, IT-Unternehmen, Anwendungs- und Serviceanbieter sowie Medienkonzerne die Szene auf. Die Berater von Booz & Company haben das Geschehen analysiert und die Ergebnisse heute veröffentlicht.

Smartphones und I-Pads sind ein Verkaufsrenner. Und da sie intensiver genutzt werden als Handys, geraten die Mobilfunknetze an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Laut der von den Beratern erstellten Analyse mit dem Titel „Zukunft der Telekommunikation“ wird sich das Datenaufkommen im Festnetz- und Mobilfunkbereich bis 2015 mehr als verdoppeln.

Folge: Die Netzbetreiber müssen Milliarden in die LTE- und Glasfaserinfrastruktur investieren. Nur so ließen sich gleichzeitig gewaltige Datenmengen bewältigen und die Geschwindigkeit steigern,
sagt Roman Friedrich, Experte für die Telekom-Branche bei Booz & Company.

Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe

„Der Ausbau der Netze mit Glasfasertechnologie in Österreich wird in den nächsten Jahren mehrere Milliarden erfordern“, sagt Klaus Hölbling, Partner und Geschäftsführer bei Booz & Company in Wien. In Deutschland rechne man bereits mit 34 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren, so der Experte. Das entspreche dem gesamten Telekommunikationsumsatz mit klassischen TK-Diensten im Jahr 2015

Auf der anderen Seite sinken die Erträge im Kerngeschäft. Grund: Niedrige Preise und starker Regulierungsdruck. Den Netzbetreibern machen vor allem die mobilen Terminierungsentgelte zu schaffen. Laut Studie sind diese Engtelte in den vergangenen zwei Jahren um 45 Prozent gesunken.

2011 steht eine weitere Absenkung an, und zwar um 20 Prozent. Insgesamt verlieren die Mobilfunkanbieter im ehemaligen „Kerngeschäft Sprache“ in Österreich pro Jahr Umsätze von 70 bis 80 Millionen Euro, für Deutschland ist in diesem Bereich binnen fünf Jahren mit jährlichen Umsatzrückgängen von drei Milliarden Euro zu rechnen.

Enormer Nachfrageschub

Der positive Effekt: Der enorme Nachfrageschub führt in Österreich zu einem Anstieg der Umsätze mit mobilen Datendiensten um 35 Prozent – von 1,2 Milliarden Euro in 2010 auf 1,7 Milliarden Euro in 2015.

Zudem schaffen der Absatzboom bei Smartphones und Tablet PCs sowie entsprechende Tarife und Anwendungen neue Wachstums- und Ertragspotenziale. 2010 war bereits jedes vierte verkaufte Handy ein Smartphone. 85 Prozent der Smartphone-Besitzer sind zudem regelmäßige Nutzer von Anwendungen aus den App Stores.

Während der Markt für konventionelle PCs in Westeuropa bis 2014 jährliche Wachstumsraten von 7,8 Prozent verzeichnet, wachsen der Smartphone- und der Tablet-PC-Markt im gleichen Zeitraum mit 16,3 Prozent bzw. 61,5 Prozent pro Jahr deutlich dynamischer.

Cloud Computing erfordert Bandbreite

Auch die Netzwerke, Dienstleistungen und Technologien haben sich in den vergangenen fünf Jahren rasend schnell weiterentwickelt. Die Modularität der Technologie ist ein wesentlicher Trend in der gesamten europäischen Telekommunikations-Industrie.

Wir registrieren eine Entwicklung weg von der vertikalen Integration hin zu modularen, offenen Systemen“, sagt Friedrich. Und: Der Siegeszug des Cloud Computing und die Digitalisierung weiterer Industriezweige wirken als zusätzlicher Katalysator für die Nachfrage nach Konnektivität und ICT-Infrastruktur.

Booz & Company malt die Zukunft der Branche in rosigen Farben: „Telcos sind hervorragend positioniert, um von dem bevorstehenden Nachfrageboom nach virtuellen Servern, Speichern und Anwendungen sowie der dafür notwendigen Infrastruktur zu profitieren“, sagt Friedrich. Als Anbieter von Rechenkapazität, Datenspeicher-, Software- und Programmierumgebungen für die Rechnerwolke könnten sie jährliche Umsatzsteigerungen zwischen 34 Prozent und 55,5 Prozent erzielen, so der Experte.

pan

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