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Beraterverband ASCO: Schweizer Consultingbranche mit Rekordumsatz

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8. Juni 2011
Klein, aber oho: Der Schweizer Beratungsmarkt zählt nicht gerade zu den größten der Welt. Mit seiner international ausgerichteten Wirtschaft und dem starken Finanzdienstleistungssektor bietet das Land jedoch sehr attraktive Rahmenbedingungen für die Consultingbranche. Kein Wunder also, dass die rund 570 in der Schweiz registrierten Beratungshäuser stolze Umsätze erzielen.

Genauer: Im Jahr 2010 betrug der Honorarumsatz der Branche 1,32 Milliarden Franken (umgerechnet rund 1,08 Milliarden Euro). Das sei ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der schweizerische Beraterverband ASCO (Association of Management Consultants Switzerland) mit Blick auf eine aktuelle Studie.

Im gleichen Zeitraum sei das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 2,6 Prozent gewachsen, so der Verband in einer gestern veröffentlichten Mitteilung an die Medien.

Vergleich mit deutschem Beratermarkt

Zum Vergleich: In Deutschland tummeln sich 13.850 Beratungsfirmen. Diese hatten zuletzt einen Umsatz von 18,9 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von knapp sieben Prozent im Vergleich zu 2009 (siehe ConsultingStar, Bericht vom 23. Februar 2011).

Die ASCO hat für ihre Studie über 150 Beratungsfirmen und 630 Kundenunternehmen befragt. Zusätzlich habe man 44 ausführliche Interviews mit Unternehmensberatern geführt, heißt es in der Mitteilung des Verbands.

Treiber des Aufschwungs sind vor allem die großen Beratungsfirmen. Die Top 20 haben laut Studie insgesamt einen Umsatz in Höhe von 984 Millionen Franken (etwa 804 Millionen Euro) erzielt. Das heißt: Die Großen schneiden sich drei Viertel vom gesamten Honorarkuchen ab.

Auch die Steigerungsraten sind im Top-Segment der Branche am höchsten: „Ein Drittel dieser Beratungsfirmen konnte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um über 15 Prozent verbessern", sagt Roberto Busin, Studienleiter und ASCO-Vorstandsmitglied. Und: Die Consultants in den größten Unternehmen erzielen auch die höchsten Honoraransätze, gefolgt von den Spezialisten.

Die Studie belegt im Übrigen, dass auch das Geschäft der kleinen Anbieter und Spezialisten rund läuft. Der Umsatz dieser rund 530 Unternehmen und Einzelberater sei „überproportional gestiegen“, so Busin.

Gefragt: Kostensenkungen und Innovationen

Weiteres Ergebnis: Die Zusammenarbeit von Kunden und Consultants wird immer öfter von einem dualen Ansatz geprägt. Einerseits werden Kostensenkungen in unterstützenden Prozessbereichen angestrebt, anderseits sollen Innovationen bei den kunden- und verkaufsorientierten Prozessen die eigene Marktposition verbessern. „Berater werden oft als Innovationstreiber bei der Ausarbeitung neuer Geschäftsmodelle oder Entwicklung von fortschrittlichen Technologien und Software-Lösungen engagiert“, sagt Busin.

Die durchschnittliche Dauer der Zusammenarbeit beträgt bei kleineren und mittleren Kundenunternehmen rund drei bis fünf Jahre. Größere Kunden buchen die Consultants eher auf Mandatsbasis. Begehrt sind Beratungsdienste in der gesamten Wirtschaft. Acht von zehn der befragten Unternehmen haben im Jahr 2010 auf entsprechende externe Hilfe zurückgegriffen.

Dank guter Auftragslage und wachsenden Honorarumsätzen ist die Beraterbranche auf zusätzliches Personal angewiesen. Wie die ASCO-Studie nachweist, ist die Zahl der landesweit tätigen Consultants im Jahr 2010 um rund sieben Prozent auf 3520 gewachsen. Dabei versuchen vor allem die großen Beratungsfirmen, gezielt Frauen zu fördern. Bis zur Stufe Projektleitung beträgt die Beraterinnen-Quote mittlerweile 26 Prozent. Das sei ein Höchstwert, so die ASCO.

2011: ASCO rechnet mit weiterem Wachstum

Im laufenden Jahr erwartet der Verband eine Fortsetzung der positiven Entwicklung: Das Honorarvolumen werde 2011 um vier bis sechs Prozent steigen, sagt Busin. Dabei stehen laut ASCO vor allem Wachstumsprojekte in den Sparten Marketing und Verkauf sowie Themen rund um Social Media auf der Prioritätenliste der Unternehmen.

Für die Umsetzung der zahlreichen Projekte benötige man neue Berater, so die ASCO weiter. Diese rekrutierten die Consultingfirmen vermehrt direkt von der Universität weg. Im laufenden Jahr wird die Schweizer Beratungsbranche laut Studie rund 1000 neue Stellen schaffen. Knapp die Hälfte davon würden mit Hochschulabsolventen besetzt, so der Verband.

asco/pan

 


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