ConsultingStar.com – Nachrichten und Exklusiv-Informationen über Consultants und andere Professionals


Homepage - Nachrichten - Managementberatung - Booz & Company: Österreich wird zu Europas „grüner Batterie“


Booz & Company: Österreich wird zu Europas „grüner Batterie“

Drucken E-Mail
29. Juni 2011
Bei Europas Energieversorgung spielen Pumpspeicherkraftwerke künftig eine zentrale Rolle. Österreich hat besonders viele dieser „grünen Batterien“. Doch das ist keineswegs der einzige Grund, warum die Berater von Booz & Company die Elektrizitätswirtschaft des Landes unter die Lupe genommen haben. Das Ergebnis der Untersuchung liegt jetzt in Form einer Studie vor.

Das Prinzip ist bekannt: Am Wochenende, in der Nacht oder zu anderen Zeiten, in denen die Strompreise niedrig sind, wird Wasser aus einem tiefer liegenden Becken in einen höher gelegenen Speichersee gepumpt. Bei hoher Nachfrage (sogenannte Lastspitzen) fließt das Wasser des Speichersees wieder in das Speicherbecken und treibt dabei Turbinen an. Der so erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist.

Da man große Strommengen auf andere Art nur schlecht speichern kann und es in Europa nicht viele dieser Kraftwerke gibt, kommt den österreichischen Pumpspeicherkraftwerken eine enorme Bedeutung zu: „Die Möglichkeit der Energiespeicherung ist vor dem Hintergrund des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und dem damit verbundenen Zuwachs an fluktuierender Einspeisung ein wichtiger Baustein zur CO2-Reduktion in der Stromerzeugung“, heißt es in einer Mitteilung von Booz & Company.

Österreich könne sich so als „grüne Batterie“ Europas positionieren, so die Berater.

Ausbau in Erzeugung und Netze erforderlich

Weiteres Ergebnis der Studie: Um das „20-20-20“-Ziel der EU für Erneuerbare Energien zu erreichen, muss Österreich seinen Anteil an Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 34 Prozent im Jahr 2020 steigern. 2008 hat Österreich bereits einen Anteil Erneuerbarer Energien von 29 Prozent erreicht.

Die Energiestrategie der österreichischen Regierung sieht eine Steigerung des Stroms aus Erneuerbaren Energien um circa 22 Prozent von 2005 bis 2020 vor. Derzeit sind Projekte mit einer Gesamtleistung von über 800 MW in Planung.

Parallel werden die Investitionen in den Ausbau der Speicherkapazitäten erhöht. Das bestehende Speicherpotenzial in Pumpspeicherkraftwerken von 7.000 MW wird bis 2020 um rund 60 Prozent erweitert, um den zunehmenden Anteil der Lastschwankungen ausgleichen zu können und die Positionierung als „grüne Batterie“ Europas abzusichern.

„Neben dem Ausbau der Speichermöglichkeiten ist jedoch ebenfalls die Erweiterung der Netzinfrastruktur erforderlich, um die Stabilität und Versorgungssicherheit des Netzes aufrechtzuerhalten und Stromausfälle zu verhindern“, sagt Lars Meckenstock, Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz & Company.

Im Netzbereich gehört Österreich derzeit im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Versorgungszuverlässigkeit. Volkswirtschaftlich hat dies eine große Bedeutung: Ein Stromausfall würde in Österreich zu Kosten von 40-60 Mio. Euro pro Stunde führen.

Energieeffizienz seit 2005 bereits um zehn Prozent erhöht

Das EU-Ziel sieht eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent  bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 2005 vor. Bereits 2008 wurde in Österreich eine Energieeffizienzsteigerung von zehn Prozent gegen­über dem Basisjahr 2005 erreicht.

In Österreich soll eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch und damit verbunden die Stabilisierung des Energieverbrauchs die Zielerreichung sichern.

Umfangreiche Maßnahmen der Elektrizitätswirtschaft entlang der Wertschöpfungskette werden zur Zielerreichung im Jahr 2020 beitragen. So plant die Wirtschaft auf der Erzeugungsseite über acht Milliarden Euro in neue, hocheffiziente thermi­sche Kraftwerke, Wasserkraft und in Erneuerbare Energieerzeugungs­anlagen zu investieren.

„Eine Herausforderung wird es sein, Zukunftsthemen wie E-Mobility, Smart Metering und Smart Home in marktfähige Dienstleistungsprodukte für den Endkunden zu übersetzen, so dass die Vorteile der neuen Technologien im Massenmarkt zum Tragen kommen“, sagt Meckenstock. Und: Politik und Regulierungsbehörden müssten  die Rahmenbedingungen und Anreizmechanismen für Energiewirtschaft und Endkunden weiterentwickeln, so der Berater.

pan

Mehr Infomationen über Booz & Company bei ConsultingStar finden Sie hier.

 


Stichwortsuche
Durchsuchen Sie alle Nachrichten und Profile von ConsultingStar.com



Neu registriert


Umfrage
Yahoo-Chef Thompson hat seinen Lebenslauf frisiert - und muss gehen. Richtig so?