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A.T. Kearney: Lowtech-Unternehmen sind weitaus besser als gedacht

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18. August 2011
Innovationen, Wachstum, Gewinn das sind Begriffe, die man üblicherweise mit Hochtechnologie oder Hightech verbindet. Lowtech-Unternehmen gelten dagegen als wachstumsschwach und wenig profitabel. Eine neue Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney macht Schluss mit diesen Vorurteilen.

Low-tech-Unternehmen stellen relativ simple Produkte her, etwa Kleidung, Lebensmittel oder Möbel. Die Berater von A.T. Kearney haben kürzlich knapp 1500 kleine und mittlere Lowtech-Unternehmen analysiert gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Die so gewonnenen Erkenntnisse können laut A.T. Kearney dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelgroßen Unternehmen zu fördern. Auch Investoren könnten Anregungen für ihre Entscheidungen gewinnen, heißt es in einer heute verbreiteten Mitteilung der Beratungsfirma.

Die Ergebnisse im Detail

Lowtech-Unternehmen investieren durchschnittlich nur zehn Prozent ihres Umsatzes in Innovationen, während es bei Hightech-Unternehmen 16 Prozent sind. Dennoch wachsen durchschnittlicher Umsatz (17 bei Lowtech- und 20 Prozent bei Hightech-Unternehmen) und Anzahl der Mitarbeiter (12 und 13 Prozent) in beiden Segmenten fast genauso schnell.

Grund: Lowtech-Unternehmen nutzen neben Produktinnovation sehr viel besser auch Service- und Prozess-Innovationen, um profitabel zu wachsen.

Weiteres Ergebnis: Lowtech-Unternehmen erzielen eine höhere Marge als vergleichbare Unternehmen aus dem Hightech-Bereich. Im Durchschnitt weisen Lowtech-Unternehmen eine Marge von 9,2 Prozent auf, während die Hightech-Unternehmen nur 6,8 Prozent erreichen.

Bei jungen Unternehmen ist der Unterschied besonders signifikant. Hier weisen Lowtech-Firmen 11,2 Prozent auf und Hightech-Unternehmen nur 3,3 Prozent.

Dabei investieren Lowtech-Unternehmen immerhin 10,9 Prozent ihres Umsatzes in Innovationen während Hightech-Unternehmen im Durchschnitt über alle Branchen 26,5 Prozent ihres Umsatzes ausgeben.

Dass sich Investitionen in Innovation auch im Low-Tech Sektor auszahlen, lässt sich eindrucksvoll belegen: Lowtech-Unternehmen, die mehr in Innovation investieren, weisen ein höheres Umsatzwachstum auf. Im Durchschnitt liegt dies bei 23,9 Prozent. Ihre direkten Wettbewerber, die vergleichsweise wenig in Innovation investieren, erzielen hingegen nur 14,7 Prozent.

Ebenso deutlich ist der Unterschied beim Wachstum der Mitarbeiterzahl. Lowtech-Unternehmen, die stark in Innovation investieren, wachsen durchschnittlich mit 18,2 Prozent; ihre direkten Wettbewerber, die weniger Geld in Innovation stecken, nur mit 10,3 Prozent.

Weniger ist genauso viel

Die Untersuchung zeigte auch, dass Lowtech-Unternehmen durchschnittlich zehn Prozent ihres Gewinns in Innovationen reinvestieren, Hightech-Unternehmen dagegen etwa 16 Prozent. Trotz der geringeren Investitionsrate gelingt es Lowtech-Unternehmen mit 17 Prozent ähnliche Umsatz-Wachstumsraten zu erzielen wie Hightech-Unternehmen mit 20 Prozent.

„Erfolgreiche Lowtech-Unternehmen verfügen über eine klar formulierte Innovationsstrategie – mit eindeutig definierten Parametern für alle Innovationsprojekte. Aus diesem Grund können diese Unternehmen auch als Vorbilder für andere Unternehmen des Low- wie auch Hightech-Sektors dienen“, sagt die Unternehmensberaterin Eva Diedrichs, Mitglied im Competence Center Innovation bei A.T. Kearney.

Produzierende Unternehmen, die heute allein auf Produktinnovationen setzen, lassen nach Ansicht der Expertin erhebliche Wachstumspotentiale ungenutzt. In Service-, Organisations- oder Business-Modell-Innovationen lägen enorme Potenziale.

„Unsere Studie belegt den Trend zur sehr differenzierten Betrachtung und Bearbeitung der einzelnen Innovationstypen und deren Kombination; sogenannten Hybridinnovationen“, so Sabine Brunswicker von Fraunhofer-IAO.

Immerhin können Unternehmen aus den Bereichen Informations-/ Kommunikationstechnologien, der Elektro- oder der optischen Industrie bereits knapp 15 Prozent ihrer Gewinne aus nicht-produktorientierten Innovationen erwirtschaften. Dies entspricht in etwa demselben Prozentsatz, den sie mit Produktinnovationen erzielen. Ähnlich ist das Verhältnis bei Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt und der Automobilbranche.

pan

 


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