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Alix Partners: Technologiesektor steht vor weiterer Konsolidierung

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20. September 2011
Der Wettbewerb im Technologiesektor wird immer härter, die Schulden der Unternehmen steigen, ihre Investitionsbereitschaft sinkt. In einer neuen Studie kommen die Experten des Beratungshauses Alix Partners zum Schluss, dass insbesondere die Hersteller von Hardware stark unter Druck geraten werden.

Im Rahmen der Studie hat Alix Partners die Zahlenwerke von fast 2000 Unternehmen durchleuchtet in den Branchen Telekommunikation, Halbleiter, Internet, EMS (Electronics Manufacturing Services), Computer Hardware, Unterhaltungselektronik, Software, Multi-Sector Technology sowie Groß- und Einzelhandel.

Zusätzlich wurden ökonomische Daten und Prognosen für die Analyse herangezogen.

Zentrales Ergebnis: Die Unternehmen des Technologiesektors mussten 2009 einen Umsatzrückgang von drei Prozent hinnehmen. 2010 verzeichnete die Branche jedoch wieder ein Wachstum von acht Prozent. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug die Wachstumsrate sogar zehn Prozent.

Starker Rückgang

Den stärksten Rückgang hatten die Unternehmen der Halbleiterbranche zu verkraften: Minus 15 Prozent im Jahr 2009. Sie setzten sich allerdings auch an die Spitze der Erholung im Folgejahr mit einem Plus von 29 Prozent. Hardware-Hersteller, deren Umsätze im Jahr 2009 nur um vier Prozent zurückgegangen waren, konnten im Jahr 2010 einen Umsatzanstieg von elf Prozent verbuchen.

Laut Studie ist der Anteil finanziell gefährdeter Unternehmen im Vergleich zu 2009 um fünf Prozent zurückgegangen. Alix Partners warnt jedoch davor, dass immer noch 44 Prozent der Unternehmen innerhalb von zwei Jahren zahlungsunfähig werden können – sofern sie keine drastischen Korrekturmaßnahmen ergreifen.

Kritisch ist diese Situation insbesondere, weil die gefährdeten Unternehmen mit 54 Prozent mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche erzielen.

Dünne Gewinnmargen

Besonders ausgeprägt ist der Anteil an Unternehmen in problematischer Situation im Bereich der Unterhaltungselektronik – er stieg von knapp 47 Prozent im Jahr 2009 auf aktuell 87 Prozent. Die Ursache dafür liegt in den dünnen Gewinnmargen aufgrund der schwunglosen Wirtschaftsentwicklung und im harten weltweiten Wettbewerb.

Sogar in der Telekommunikationsindustrie, trotz insgesamt ausgeprägter Wirtschaftsstärke, sind knapp drei Viertel der Unternehmen finanziell gefährdet. Ihnen macht der hohe Verschuldungsgrad zu schaffen, bedingt durch den Ausbau der technologischen Infrastruktur und die getätigten Akquisitionen.

„Der High-Tech Sektor muss die immense Herausforderung bewältigen, fortwährend kapitalintensive Investitionen in Innovation und Produktdifferenzierung zu tätigen und gleichzeitig mit der rasanten Technologieentwicklung Schritt zu halten“, sagt Michael Baur, Managing Director und Deutschland-Chef von Alix Partners.

Dies gelte vor allem für das das mobile Hochgeschwindigkeitsinternet. Dessen Nutzung verbreite sich weltweit geradezu explosionsartig und werde auch viele andere Industriesektoren deutlich beeinflussen, so der Experte.

Niedrigere Investitionen

Die Studie zeigt jedoch, dass europäische Unternehmen ihre Investitionsniveaus, gemessen am Umsatz, deutlich zurückgefahren haben. Diese Tatsache, gepaart mit der anhaltend schwerfälligen Konjunkturentwicklung, lässt die Experten von Alix Partners eine aggressive Konsolidierung der Branche erwarten.

In punkto Wachstumsaussichten zeichnen sich der Studie zufolge deutliche geographische Unterschiede ab, die voraussichtlich schon bald die Strategien und Performance europäischer Unternehmen beeinflussen werden. So erzielten Firmen in Osteuropa bereits im vergangenen Jahr ein um fünf Prozent höheres EBITDA als in Westeuropa; eine Entwicklung, die überwiegend in deren günstigeren Kostenstrukturen begründet ist.

Ausführlich beschäftigt sich die Studie auch mit der Rolle von Private-Equity-Investoren: Ihnen bieten sich attraktive Chancen, denn selbst große und voll entwickelte Unternehmen könnten zu interessanten Übernahmezielen werden, sofern sie weiterhin in der Gunst öffentlicher Anleger fallen und an Börsenwert einbüßen.

Investoren, die sich auf kleinere oder angeschlagene Unternehmen spezialisieren, werden auf zahlreiche lohnenswerte Turnaround- und Konsolidierungskandidaten treffen, sagt Baur. Und: Die High-Tech-Branche biete einen eher sicheren und profitablen Investitionsraum, während andere Industriebereiche eher mäßigem Wachstum bis Stillstand entgegensehen, so der Experte.

pan

 


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