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Kienbaum-Studie: Geschäftsführer profitieren kaum vom Boom

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27. September 2011
Die Gehälter deutscher GmbH-Chefs sind ein heißes Thema. Kassiert ein Geschäftsführer deutlich mehr als in seiner Branche üblich, so wertet dies der Fiskus als verdeckte Gewinnausschüttung. Folge: Der Gewinn der GmbH wird nach oben korrigiert. Schon deswegen lohnt ein Blick in eine neue Studie der Gummersbacher Beratungsfirma Kienbaum.

Der Studie zufolge haben die Geschäftsführer kaum von der raschen wirtschaftlichen Erholung der vergangenen Monate profitiert: Ihre Jahresgrundgehälter sind 2011 mit 2,7 Prozent nur 0,6 Prozentpunkte stärker gestiegen als im Vorjahr.

So unterschiedlich wie die GmbHs selbst sind auch die Saläre: 37 Prozent der GmbH-Chefs bekommen laut Studie weniger als 200.000 Euro im Jahr, 15 Prozent kassieren dagegen mehr als 500.000 Euro. Im Schnitt können Geschäftsführer einer GmbH 212.000 Euro inklusive Boni einstreichen.

Boni werden wieder wichtiger

Nach einem Rückgang der variablen Vergütungsbestandteile in den Krisenjahren zahlen die Unternehmen ihren Geschäftsführern in diesem Jahr für 2010 wieder höhere Boni. Der Anteil der leistungsorientierten Vergütung an den Jahresgesamtbezügen ist von durchschnittlich 27 Prozent im Vorjahr auf 33 Prozent in diesem Jahr gestiegen.

Mit durchschnittlich 91.000 Euro erhalten Geschäftsführer mit Kapitalbeteiligung am Unternehmen einen deutlich geringeren Bonus als angestellte Geschäftsführer, deren variable Vergütung 120.000 Euro beträgt.

„Die häufigste Bemessungsgrundlage für die leistungsorientierte Vergütung ist der Unternehmensgewinn. Der aktuelle wirtschaftliche Aufschwung bewirkt damit auch einen Anstieg der Bonuszahlungen an die Geschäftsführer“, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Unternehmen setzen auf Akademiker

Die Zahl der Geschäftsführer mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss nimmt weiter zu: Der Anteil der Akademiker in  Führungspositionen stieg in den vergangenen 20 Jahren von 50 Prozent auf etwa 85 Prozent.

Die Nachfrage nach Wirtschaftswissenschaftlern bleibt dabei konstant hoch: Mit 45 Prozent stellen sie den höchsten Anteil der Geschäftsführer mit Universitätsabschluss. Ingenieure belegen mit 31 Prozent den zweiten Platz, gefolgt von Juristen mit zehn Prozent und Naturwissenschaftlern mit acht Prozent, ergab die Kienbaum-Studie.

Immer mehr Geschäftsführer sichern sich für den Fall einer Invalidität ab: Jeder Fünfte hat mittlerweile eine Versicherung, die ihm bei Berufsunfähigkeit mit einer Rentenzahlung von durchschnittlich 2.250 Euro monatlich unterstützt.

Versicherung gegen Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem für junge Führungskräfte interessant. Trotz geringer Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen Altersversorgung können sie sich so für ihre Zukunft absichern“, sagt Christian Näser.

Fast alle deutschen Unternehmen stellen ihren Geschäftsführern einen Dienstwagen zur Verfügung: 94 Prozent der Geschäftsführer nutzen einen Firmenwagen, der durchschnittlich 36 Monate oder 120.000 Kilometer im Einsatz ist.

Die beliebteste Marke ist mit 30 Prozent weiterhin Audi, gefolgt von Mercedes mit 29 Prozent und BMW mit 26 Prozent. Das durchschnittliche Anschaffungsbudget beträgt bei Gesellschafter-Geschäftsführern durchschnittlich 72.000 Euro, bei angestellten Geschäftsführern ist es mit 63.000 Euro deutlich niedriger.

aum/pan

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