ConsultingStar.com – Nachrichten und Exklusiv-Informationen über Consultants und andere Professionals


Homepage arrow Nachrichten arrow Managementberatung arrow Deloitte-Prognose: Konjunkturklima bessert sich frühestens 2010


Deloitte-Prognose: Konjunkturklima bessert sich frühestens 2010

Drucken E-Mail
20. April 2009

Die Rezession hat die Weltwirtschaft nach wie vor fest im Griff. Eine wirkliche Besserung sei frühestens 2010 zu erwarten, sagt Elisabeth Denison, Leiterin Research beim Prüfungs- und Beratungshaus Deloitte. Besonders düster sehe es in Großbritannien, Japan und Russland aus. Die USA aber könnten das Konjunkturtal bald durchschritten haben. Und das ist nicht der einzige Lichtblick.

Die Lage ist ernst, das Risiko einer lang anhaltenden globalen Krise hoch“, sagt Denison mit Blick auf die aktuelle Deloitte-Prognose „Global Economic Outlook“. Dennoch könnten Optimisten bereits einige positive Signale erkennen: Die weltweiten Frachtsätze haben sich stabilisiert, die Risikoaufschläge sinken und es fließen verstärkt Regierungsmittel in die Systeme. Nach wie vor aber bleibt das Deflationsrisiko hoch und auch das Gespenst des Protektionismus ist noch nicht gebannt“, so die Konjunktur-Expertin.

Euro-Zone: gemeinsam handeln

In der Euro-Zone ist das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2008 umgerechnet auf eine Jahresrate um 5,8 Prozent gesunken, die Prognosen für das erste Quartal 2009 sind wenig ermutigend. Die Exporte ließen um 7,3 Prozent nach. Will sich die Euro-Zone aus der Krise befreien, muss sie multilateral handeln – beispielsweise durch Angleichen der Zinssätze an die USA, um den Euro nicht erstarken zu lassen. Zwar profitieren die Verbraucher von nachlassenden Preisen, jedoch könnte dieser Effekt durch steigende Arbeitslosigkeit nivelliert werden.

In Deutschland hat die Kurzarbeits-Regelung einen dramatischen Einbruch am Arbeitsmarkt bislang verhindert. EU-weit ist in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass das Staatsdefizit in Irland, Spanien, Griechenland und Frankreich sowie Italien und Portugal die 3-Prozent-Hürde übersteigen wird, 2010 wird sicherlich auch Deutschland zu den Defizitsündern gehören. Im selben Jahr ist frühestens mit einer Entspannung der Lage zu rechnen. Das Konsumverhalten der Deutschen sowie ein vergleichsweise stabiler Arbeitsmarkt sorgen bislang dafür, dass Deutschland – trotz starker Exportorientierung – nicht zu den größten Opfern der Krise gehört.

Europas Randgebiete: schlechte Aussichten

Die Perspektiven Großbritanniens sind alles andere als rosig. 2009 wird die Wirtschaft um 3,9 Prozent schrumpfen, die Verbraucher sparen ihr Geld, die Arbeitslosigkeit steigt. Die Experten rechnen mit einer Deflation zum zweiten Halbjahr 2009. Zurzeit wendet die Bank of England Milliarden Pfund für ein umfassendes Programm auf – das Ergebnis bleibt jedoch abzuwarten. Ebenfalls schlecht sind die Aussichten in den osteuropäischen Staaten, insbesondere dem Baltikum und Ungarn. Zu schaffen machen den Ländern vor allem nachlassende Auslandsinvestitionen und Währungsprobleme. Dabei steht ihnen nicht nur eine lange Rezessionsphase bevor, sondern auch ein verzögerter Beitritt zur Währungsunion.

China: wirksame Konjunkturpakete?

Der Konjunktureinbruch in China betrifft in besonderem Maß auch die sogenannten Tigerstaaten, deren Wirtschaft eng mit der chinesischen verflochten ist. Insgesamt rechnen Experten aufgrund des Exporteinbruchs mit einem chinesischen Wachstum von „nur“ 6,5 Prozent. Das Stimulanzpaket scheint indes zu wirken: Im Februar 2009 wuchs die Industrieproduktion um 11 Prozent – doppelt so viel wie im Vormonat. Die Indizes Manufacturing Purchasing Managers Index und Non-Manufacturing Purchasing Managers Index zeigen jedoch widersprüchliche Tendenzen.

Indien und Russland: keine Besserung in Sicht

Die aktuelle Stimmung in Indien ist schlecht. Dafür sorgen Einbrüche im Produktions- und Landwirtschaftssektor sowie ein um 16 Prozent schwächerer Export im Januar 2009. Auch hier sehen die Experten keine Erholung bis frühestens 2010 – nicht zuletzt auch, weil die Konjunkturpakete insgesamt zu klein sind. Russland mit seiner Rohstoffpreis-Abhängigkeit verzeichnet einen Rückgang der Industrieproduktion, sodass etwa eine halbe Million Menschen im Dezember 2008 ihren Arbeitsplatz verloren. Auch hier reichen die Konjunkturpakete nicht aus – vor allem die Stimulation der Banken zur Kreditvermittlung scheint unsicher. Insgesamt wird für 2009 mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 5,7 Prozent gerechnet.

„Die beiden ‚alten’ Industrieregionen USA und Japan zeigen unterschiedliche Tendenzen. In den USA kann der Politikwechsel der Obama-Administration durchaus mittelfristige Erfolge bringen, auch wenn die Lage derzeit noch recht unübersichtlich ist. In Japan hingegen ist bislang keine Besserung in Sicht. Das Minus von 3,6 Prozent im letzten Quartal 2008 ist das schlechteste Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg, im laufenden Jahr wird eine Deflation wohl nicht mehr abzuwenden sein“, kommentiert Denison.

tte/pan

 


Stichwortsuche
Durchsuchen Sie alle Nachrichten und Profile von ConsultingStar.com



Neu registriert


Umfrage
Was bedeutet es für Barack Obama, wenn Mitt Romney ins Rennen um die US-Präsidentschaft geht?