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Detecon International: ITK-Branche wächst trotz Rezession Drucken E-Mail
3. Juni 2009

Der Markt für Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) zeigt sich in robuster Verfassung. Laut einer aktuellen Prognose von Detecon International werden die in Deutschland vertretenen ITK-Unternehmen 2009 mit einem Umsatzplus von knapp 0,7 Milliarden Euro abschließen. Das sind 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr, wo der Umsatz rund 125 Milliarden Euro betragen hatte. Wer das Papier der Eschborner Beratungsfirma liest, muss jedoch feststellen, dass die Entwicklung nicht überall gleich positiv verläuft.

Ein Zuwachs von 2,1 Prozent im IT-Sektor kompensiere das Umsatzminus von 1,1 Prozent im Bereich Telekommunikation, so Detecon.

Kunden investieren, um Geld zu sparen

Insgesamt wird die IT-Branche in 2009 Umsätze von 66,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Bedingt durch die globale Finanzkrise fokussieren sich die IT-Investitionen deutscher Unternehmen vor allem auf Kostenreduzierungen. Sie sollen durch eine effizientere Nutzung und Integration der bestehenden IT-Infrastruktur und -Systeme erreicht werden. Investitionen in innovative Prozessunterstützung, neue Applikationen oder IT-gestützte Geschäftsmodelle werden dagegen zurückgestellt.

Der Markt für IT-Services wächst dieses Jahr mit 4,3 Prozent und weist damit nach wie vor das stärkste Wachstum aller Segmente im IT-Markt auf. Innerhalb der IT-Services verzeichnet der Bereich Outsourcing mit 5,7 Prozent das höchste Wachstum, da sich deutsche Firmen hiervon vor allem einen effizienteren Betrieb ihrer IT durch  Serviceanbieter erhoffen.

Systemintegration und Consulting

Ebenfalls überdurchschnittlich wachsen die Märkte für Systemintegration (4,1 Prozent) und IT-Consulting (4,0 Prozent). Da in den letzten Jahren die Anzahl der IT-Applikationen stark gestiegen ist, profitieren  Systemintegratoren nun von dem wachsenden Bedürfnis, diese Anwendungen zu integrieren. Ein Ziel ist dabei zudem, eine einheitliche Sicht auf die IT-Assets des Unternehmens zu gewinnen.

Im IT-Consulting werden daher unter dem Stichwort Enterprise Architecture Management (EAM) vermehrt Leistungen nachgefragt, die die IT-Strategie mit der Geschäftsstrategie in Einklang bringen und eine Architektur für aktuelle und künftige IT-Landschaften entwickeln.

Leichtes Wachstum bei Software-Umsätzen

Auch der Software-Markt erfährt mit 3,3 Prozent in 2009 ein leichtes Wachstum. Investitionsgegenstand sind dabei vor allem Produkte, die eine effizientere Nutzung von Hardwareressourcen ermöglichen. Hierzu zählen Systemmanagement-, Virtualisierungs- und Speichermanagement- aber auch  Sicherheitssoftware.

Die Anbieter von Integrationssoftware können sich ebenfalls auf eine leicht wachsende Nachfrage einstellen. In diesem Marktsegment sind zudem Zukäufe von etablierten Marktteilnehmern zu erwarten. Hingegen tritt der Applikationsmarkt in eine Stagnationsphase ein, da bei ungewissen Auswirkungen der Finanzkrise Neuinvestitionen zurückgestellt und Erneuerungszyklen verlängert werden.

Lizenzfreie Software und Standard-Produkte

Im Sinne der Kosteneffizienz setzen Unternehmen zur Reduktion von Lizenzkosten verstärkt Opensource-Software ein und beziehen Applikationen, die weniger geschäftskritisch wirken, als Software-as-a-Service. Als weiteres Mittel für die langfristige  Reduktion von IT- Kosten dient der Einsatz von Standardsoftware im Gegensatz zur Eigenentwicklung. Ein relativ starkes Wachstum wird der Markt für Enterprise-2.0-Software aufweisen, da sich Unternehmen hiervon effizientere Kollaborationsmöglichkeiten erwarten.

Der Hardwaremarkt schrumpft insgesamt um 3,2 Prozent, entwickelt sich jedoch sehr heterogen. Während die Nachfrage nach Speicher weiter stark wächst, werden Serverinvestitionen zurückgestellt. Bei Neuinvestitionen achten die Unternehmen in 2009 zudem stärker auf Kosten als auf Innovation. Positiv wird sich der Markt für Notebooks entwickeln, was durch das breitere Angebot von Notebookvarianten sowie den subventionierten Verkauf von Kleinstnotebooks durch die Telekommunikationsanbieter begünstigt wird.

Telekommunikationsmarkt lebt von Datendiensten

In der Telekommunikationsbranche kann die nach wie vor hohe Nachfrage nach Datendiensten nicht den Rückgang des Marktes um 1,1 Prozent auf ein Gesamtumsatzvolumen von 58,3 Milliarden Euro verhindern. Ein Wachstum von 3,2 Prozent entwickelt sich jedoch im Bereich Netzinfrastruktur. Ebenso wird für Festnetz- und Internetdatendienste ein Wachstum von 4,1 Prozent erwartet. Die Sprachumsätze setzen allerdings den Trend des Vorjahres fort und fallen um 2,6 Prozent. Insgesamt fallen damit die Festnetzumsätze in 2009 um 2,6 Prozent.

Der Mobilfunkmarkt wird 2009 um 1,0 Prozent zulegen. Getrieben wird dieses Wachstum hauptsächlich von der Nachfrage nach mobilen Datendiensten. In diesem Bereich führen eine breite Palette attraktiver Endgeräte sowie Laptops/Netbooks mit Datenkarten zu 9,2 Prozent Wachstum. Durch sinkende Preise und breitem Angebot an mobilen Flatrates wird der Umsatz mit Sprachdiensten um 1,6 Prozent zurückgehen.

Endgeräte weniger gefragt

Der Markt für Endgeräte ist stark von der Rezession betroffen und verliert 7,9 Prozent. Den Anteil der Smartphones berührt dies jedoch weniger stark, weil in diesem Segment viele Neuentwicklungen zu erwarten sind. So werden einige neue Endgeräte mit Android, dem Betriebssystem von Google auf den Markt kommen. Zudem hat  Microsoft Windows Mobile erneuert und auch von Apple wird ein Modellwechsel beim enorm erfolgreichen iPhone erwartet. Funktionsvielfalt und Nutzerkomfort dieser Geräte können zudem andere Unterhaltungselektronik ersetzen.

con/pan

 


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