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Booz & Company: Hersteller von Business PCs müssen umdenken

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12. August 2009

Lähmende Wirtschaftskrise, ruinöser Wettbewerb, verwöhnte Kunden – das sind nur drei Sorgen von vielen, die die Computerbranche derzeit plagen. In einer neuen Studie beschreiben die Consultants von Booz & Company den rasanten Wandel auf dem Markt für Business PCs und sagen, wie die Hersteller darauf reagieren sollen.

Booz & Company rechnet bis zum Jahresende mit einem Minus von 5% bei den Verkaufszahlen von PCs. Und: Aufgrund der ständig sinkenden Preise von Einzelkomponenten reduzieren sich auch die durchschnittlichen Verkaufspreise pro PC-Einheit. Laut Studie werden diese bis 2013 nur noch 200-350 Euro betragen.

Endgeräte verlieren an Bedeutung

Netzwerk- und Softwareanbieter treiben Entwicklungen wie Cloud Computing und Software as a Service konsequent voran. Setzen sich diese Innovationen im Massenmarkt durch, verlieren Endgeräte weiter an Bedeutung, sagt Gregor Harter, Partner im Bereich Hightech und Telekommunikation bei Booz & Company.

Die Bedürfnisse von Geschäftskunden verändern sich hinsichtlich Größe, Preis und Funktionalität der Rechner. „Die Globalisierung und die rasanten technischen Entwicklungen führen im Markt für Business-PCs zu komplexen Veränderungen“, so Harter. Und: Der Druck im B2B-Segment ist so hoch wie nie. Im Westen ist von rückläufigen Nachfragetendenzen auszugehen. Der Preiskampf nimmt gewaltige Ausmaße an. Dies liegt nicht zuletzt an den dynamischen BRIC-Staaten mit enormem Wachstumspotenzial“, so der Experte.

Bis 2012 soll sich der PC-Bestand dort auf 500 Millionen Exemplare erhöhen. Dieser Zuwachs von 30% pro Jahr nimmt großen Einfluss auf die gesamte IT-Branche. Bereits jetzt kosten 85% der PCs unter 700 Euro. Westliche Anbieter müssen sich mit maßgeschneiderten Produkten und Preisen in diesen Zukunftsmärkten positionieren.

Anbieter in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) haben durch ihre lokalen Kenntnisse entscheidende Vorteile und das bei deutlich geringeren Kosten. Schon heute weisen diese lokalen Player einen Marktanteil von 20 bis 30% auf.

Hoher Verbreitungsgrad

Hinzu kommt: Mobiltelefone sind hier schon sehr weit verbreitet. Während 2008 in Indien und China bereits 39% bzw. 49% mobil telefonierten, verfügen weniger als 10% der Bevölkerung erst über einen PC. In Russland liegt der Verbreitungsgrad von Mobiltelefonen sogar bei 130%.

In den BRIC-Staaten werden die vielfach sehr kleinen Unternehmen ihre Geschäfte eher mit Smartphones oder neuen, hybriden Phone-PC-Geräten abwickeln, als auf Standard-PCs zu setzen. Ein weiteres Argument für kleine, hoch individualisierbare, dafür aber sehr günstige PCs“, betont Harter.

Zudem entsteht ein völlig neues Benutzerprofil: In zehn Jahren sind in den meisten Ländern 50% der arbeitenden Bevölkerung nach 1980 geboren. „Diese Generation ist mit dem PC groß geworden und stellt entsprechende Ansprüche“, sagt Harter. „Berufliche und private Nutzung lassen sich nicht mehr voneinander abgrenzen. Hoch individualisierte Geräte, die eine maximale Personalisierung, einen Browser-basierten Arbeitsstil sowie Social Networking im Web erlauben, treten die Nachfolge bisheriger Standardlösungen an.“

Unternehmen beginnen schon jetzt, ihren Mitarbeitern den Einsatz privater PCs zu ermöglichen und finanzieren die persönlich ausgewählten Geräte. „PC-Hersteller müssen den Nerv der Zeit treffen. Ein Drahtseilakt, denn durch den Einsatz von Privat-PCs im Unternehmen wird die Zielgruppe sehr viel komplexer. Bislang waren nur die Einkäufer auf Unternehmensseite Ansprechpartner für den Geschäftskundenvertrieb. Nun gilt es, den Business-User als Konsumenten anzusprechen“, so Harter.

Cloud Computing und Konvergenz

Auf technischer Seite lassen sich Privat-PCs im Unternehmen mittels Cloud Computing einbinden – eine Technologie, die langfristig herkömmliche IT-Infrastrukturen ablösen wird. Entsprechend engagiert arbeiten zahlreiche Unternehmen weltweit an Entwicklungen für den Massenmarkt. Anwendungen und Daten liegen beim Cloud Computing nicht mehr lokal auf dem Rechner, sondern im Internet oder Intranet. Endgeräte lassen sich so wesentlich schlanker und benutzerzentrierter konzipieren und einbinden.

„Für CIOs lohnt sich der kritische Blick auf die eigene IT-Landschaft, um hier den Einstieg nicht zu verpassen. Die so gewonnene Flexibilität hinsichtlich verschiedenster Betriebssysteme und Endgeräte macht sich in jedem Fall bezahlt“, betont Harter. Gute Karten haben auch Service Provider, die sich auf Cloud-basierte Dienste spezialisieren.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die Konvergenz, also das immer stärkere Verschmelzen von PC-basiertem Arbeiten und drahtloser Kommunikation. In einigen Nischen gibt es sicher Bedarf an Multifunktionsgeräten, die maximal breite Anforderungen erfüllen. Ansonsten ist davon auszugehen, dass sich die Gerätevielfalt hinsichtlich Größe und Funktionalität stark erhöht. Das Netbook ist nur eine erste Spielart zwischen Mobiltelefon und Notebook sowie klares Indiz für die anstehenden Umwälzungen der gesamten Branche.

b&c/pan

Weitere Informationen über Booz & Company bei ConsultingStar:

http://www.consultingstar.com/details/576.html

 


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