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Rauser Towers Perrin: Deutsche Betriebsrenten sind sicher

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16. November 2009

Das Geld, das die Pensionskassen deutscher Großunternehmen angelegt haben, wirft wieder eine ordentliche Rendite ab. Warum aber sinkt dann seit geraumer Zeit der Ausfinanzierungsgrad der Betriebsrenten? In einer heute veröffentlichten Analyse erklären die Experten der Beratungsfirma Rauser Towers Perrin das vermeintliche Paradoxon. 

Im dritten Quartal 2009 betrug der durchschnittliche Ertrag auf Pensionsvermögen im DAX-Benchmarkplan rund 6,6%, im MDAX-Benchmarkplan rund 7,8%.

Vermögen umgeschichtet

Zu diesem Ergebnis hat insbesondere die Entwicklung bei nationalen wie internationalen Aktien beigetragen: So wurde auf das in Aktien investierte Planvermögen in DAX und MDAX eine durchschnittliche Gesamtrendite von ca. 16,7% im 3. Quartal 2009 erzielt, im Jahresverlauf bisher rund 20,8%.

Der Analyse von Rauser Towers Perrin liegt für den DAX-Pensionsplan ein Aktienanteil von 15% an europäischen und 10% an weltweiten Aktien zugrunde; im MDAX-Pensionsplan sind es 21% bzw. 14% (Basis: Geschäftsberichte 2008).

Die Studienautoren gehen allerdings davon aus, dass in den zurückliegenden Monaten gezielt Portfolio-Umschichtungen vorgenommen wurden und somit höhere reale Erträge auf das Pensionsvermögen erwirtschaftet wurden als in der Benchmark-Analyse ermittelt.

„Die Unternehmen haben ihre noch 2008 zu beobachtende konservative Anlagestrategie überprüft und den im Rahmen der Krisenprävention gesenkten Anteil an Aktien in ihren pensionsspezifischen Vermögensportefeuilles wieder erhöht“, so Thomas Jasper, Principal bei Rauser Towers Perrin.

Inflation und Anleihe-Spreads treiben Pensionsverpflichtungen hoch

Allerdings konnten die positiven Entwicklungen auf der Vermögensseite die Folgen einer höheren Inflationserwartung sowie eines gesunkenen Rechnungszinses nicht abfedern. Zudem gehen die Märkte im dritten Quartal von einem langfristigen Anstieg der Konsumpreise in Höhe von 2,43% aus (+12 Basispunkte).

Auf den Anleihemärkten waren im dritten Quartal 2009 sinkende Renditen auf Unternehmensanleihen zu verzeichnen. Dem entsprechend hat sich auch der Rechnungszins entwickelt. Er ist im Vergleich zum 1. Quartal 2009 um 106 Basispunkte auf 5,29% und damit auf das Niveau von Mitte 2007 gefallen. Im Wesentlichen dadurch bedingt hat sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen in DAX und MDAX im Gesamtjahr 2009 um fast ein Fünftel (18,6%) erhöht.

Ausfinanzierungsgrad fällt weiter

Aufgrund dieser Entwicklungen ist auch im dritten Quartal 2009 der Grad der Kapitaldeckung von Pensionsverpflichtungen weiter zurückgegangen: Im DAX-Benchmarkplan ist dieser gegenüber dem Vorquartal um 7,5 Prozentpunkte auf jetzt 58,2% und damit auf das Niveau von Ende 2005 gefallen. Auch bei den MDAX-Unternehmen ist ein weiterer Abwärtstrend um -5,2 Prozentpunkte auf rund 43,3% zu verzeichnen.

Auswirkungen auf Bilanz sowie Gewinn und Verlustrechnung

Die zur Veränderung des Ausfinanzierungsgrads führenden Schwankungen von Pensionsvermögen und -verpflichtungen würden sich nach den vom Gros der Unternehmen derzeit genutzten Rechnungslegungsstandards zum Großteil in der Bilanz (Eigenkapital) niederschlagen, hätten aber – dem langfristigen Charakter von Pensionsverpflichtungen entsprechend – nur sehr begrenzt Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung.

Dagegen würden sich diese Entwicklungen bei Umsetzung der vom internationalen Standardsetter IASB zukünftig vorgesehenen Modifikationen in der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen in vollem Umfang niederschlagen. So ist derzeit die Abschaffung des Korridor-Accountings geplant, in dessen Rahmen bilanzielle Gewinne und Verluste aus der betrieblichen Altersversorgung in einer Spanne von plus/minus10% nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens aufscheinen.

Ebenso eliminiert werden soll die Möglichkeit, ungeplante Veränderungen bei Pensionsverpflichtungen und -vermögen direkt gegen das Eigenkapital buchen zu können. Während das Korridor-Accounting Ende 2008 von ca. einem Drittel der DAX-Unternehmen genutzt wurde, entschieden sich zwei Drittel der Unternehmen für die so genannte ‚Dritte Option’, der Verbuchung gegen das Eigenkapital.

Hintergrundinformationen zur Analyse

Mit seinem German Capital Market Update untersucht Rauser Towers Perrin vierteljährlich die Auswirkungen aktueller Kapitalmarktentwicklungen auf Musterpensionspläne von in Deutschland aktiven Großunternehmen. Der Analyse liegen Benchmark-Pensionspläne mit unterschiedlichem Ausfinanzierungsgrad zugrunde.

Ein Musterplan (100-Prozent-Plan) stützt sich auf ein Szenario, bei dem die Pensionslasten von Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2004 voll mit extern angelegtem Vermögen unterlegt waren. Zwei weitere Musterpläne (DAX- bzw. MDAX-Plan) zeichnen die durchschnittliche Entwicklung bei Pensionsverpflichtungen und Kapitaldeckung der Unternehmen in dem jeweiligen Börsenindex nach.

Analysiert werden die aktuellen Entwicklungen auf der Verpflichtungsseite sowie die Erträge der für Pensionsverpflichtungen reservierten Kapitalanlagen. Die Untersuchung ergänzt die von Towers Perrin herausgegebenen Studien zu US-amerikanischen und weltweiten Benchmark-Pensionsplänen, die ebenfalls quartalsweise erscheinen.

tp/pan

 


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