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Deininger Unternehmensberatung leidet unter hoher Fluktuation

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19. Februar 2010
Susanne Scherp-Keresztes, 45, Geschäftsführerin beim Frankfurter Beratungshaus Deininger, hat ihren Job gekündigt. Sie werde zum 1. Mai ausscheiden, so Firmenchef Thomas Deininger gegenüber ConsultingStar. Wohin die Beraterin gehe, wisse er nicht, so Deininger.

Kein Einzelfall: 2009 hatten sich Marcus Meyer, 51, und Jochen Neese, 49, von Deininger verabschiedet. Beide Consultants waren erst 2007 in die Geschäftsführung aufgerückt. Meyer machte sich in Bocholt mit einer eigenen Firma selbstständig, Neese wechselte als Partner zum Konkurrenten PMC International nach Neu-Isenburg.

Schwerpunkt Executive Search

Die Deininger Unternehmensberatung GmbH ist vor allem als Personalberatungsfirma mit dem Schwerpunkt Executive Search Consulting bekannt.

Thomas Deininger, 66, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Headhuntern. Seine Klienten sind vor allem namhafte mittelständische Industrieunternehmen, aber auch einige Dax-Konzerne. ConsultingStar schätzt, dass der Firmenchef allein einen Honorarumsatz von über zwei Millionen Euro im Jahr erzielt.

Als Unternehmer jedoch hatte der Menschenfischer" (ein PR-Berater über Deininger) keine besonders glückliche Hand.

Forscher Expansionskurs

Deininger hat sein Beratungshaus 1981 gegründet. Ab Mitte der 1990-er Jahre forcierte er den Ausbau des Unternehmens zu einer Gruppe mit sieben Tochtergesellschaften.

Hierzu gehören im Inland das IT-Beratungsunternehmen CommerceBay, der E-Recruiting-Spezialist Eurosearch Consultants und die Plaut Personalberatung, alle mit Sitz in Frankfurt am Main. Im Ausland sind dies:

  • Eurosearch Consultants International, Paris
  • Deininger Consulting Sp. z o.o. Warschau
  • Deininger Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd.
  • Deininger Management Consultants Private Limited (Delhi)

Die Expansion habe zwar viel Geld gekostet, aber wenig eingespielt, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter, der nicht genannt werden will. Dem Unternehmen gehe es deswegen nicht gut, so der Consultant.

„Noch nicht profitabel“

Deininger bestreitet das. Er habe zwar die genauen Zahlen für 2009 noch nicht vorliegen, rechne aber mit einem Gruppenumsatz in Höhe von 18 Millionen Euro. Er gibt jedoch zu, dass seine Auslandsgesellschaften noch nicht profitabel“ seien. „Sie werden aber dieses Jahr schwarze Zahlen schreiben“, so der Firmenchef.

Hinzu kommt, dass Deininger die Leistungsträger seiner Firma verprellt hat. Er habe eine Beteiligung am Stammkapital angeboten, aber die Konditionen, zu denen der Anteil beim Ausscheiden zurückgenommen wird, mehr als nur unattraktiv gestaltet, sagt ein anderer ehemaliger Deininger-Berater. Genauer: Die Rücknahme der Anteile beim Ausscheiden sollte zum Buchwert erfolgen, so der Ex-Mitarbeiter.

Deininger-Consultant Herbert Prötzl steht zwar noch auf der Website www.deininger.de, ist aber laut Handelsregister Ende Januar aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Der 51-Jährige gilt wie Scherp-Keresztes als Spitzenkraft, und es wäre ein herber Verlust für Deininger, wenn auch dieser Berater seinen Hut nähme.

Weitere Abgänge

Deininger sagt, er bedaure das Ausscheiden von Scherp-Keresztes. Prötzl werde jedoch weiter an Bord bleiben.

Wie groß die Fluktuation in den Reihen jener Berater ist, die nicht der Führungsriege angehören, will Deininger nicht sagen. Er bestätigt aber zwei weitere Abgänge. Sie betreffen die Berater Nina Göbelsmann und Achim Stams.

Göbelsmann hat sich in Messel bei Darmstadt mit ihrer eigenen Firma Nigoma Unternehmensberatung selbstständig gemacht. Stams, der bislang von Düsseldorf aus für Deininger gearbeitet hatte, steht nicht mehr als fester Mitarbeiter auf der Payroll des Unternehmens. Man arbeite aber weiter mit Stams zusammen, so Deininger.

Auch Matthias Spillecke hat unlängst Deininger den Rücken gekehrt. Der 50-jährige Diplom-Sinologe wechselte zum Konkurrenten Steinbach & Partner nach Berlin.

pan

 


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