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DAX-Pensionswerke: Mercer sieht deutlichen Aufwärtstrend

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18. März 2010
Die Kapitalmarktkrise hatte große Löcher in die Pensionskassen deutscher Unternehmen gerissen. Jetzt aber stabilisiert sich die Lage. Das zeigt eine Analyse, die das Beratungsunternehmen Mercer Mitte dieser Woche veröffentlicht hat.

Die Analyse basiert auf den Geschäftsberichten von 20 im Börsenindex DAX notierten Unternehmen. Diese repräsentieren rund 80 Prozent der Pensionsverpflichtungen aller DAX 30 Unternehmen.

14 Prozent plus

Wichtigstes Ergebnis: Wegen der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten ist das durchschnittliche Pensionsvermögen 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig haben sich die Pensionsverpflichtungen der DAX-Konzerne um gut 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht, so dass der Deckungsgrad mit 65 Prozent nahezu unverändert geblieben ist.


Hochgerechnet auf den gesamten DAX 30 sind die Pensionsverpflichtungen 2009 auf rund 216 Mrd. Euro im Vergleich zu rund 190 Mrd. Euro im Vorjahr gestiegen.


„Der Anstieg der Pensionsverpflichtungen ist in erster Linie auf den gesunkenen Rechnungszins zurückzuführen, der einen großen Einfluss auf das Ergebnis hat“, so Thomas Hagemann, Chefaktuar bei Mercer Deutschland.


Auf Basis des Rechnungszinses ermitteln Unternehmen den heutigen Gegenwert zukünftiger Rentenzahlungen. Er ist vom Kapitalmarkt abhängig und orientiert sich an Unternehmensanleihen hoher Qualität.

Umfang verringert

„Infolge der Finanzmarktkrise war der Rechnungszins 2008 auf etwa sechs Prozent gegenüber etwa 5,3 Prozent im Jahr 2007 gestiegen und hatte damit auch den Umfang der Pensionsverpflichtungen verringert. Im Jahr 2009 haben die Unternehmen den Rechnungszins nun wieder gesenkt und damit die Entwicklung von 2008 wieder kompensiert“, sagt Hagemann.

Die Pensionsvermögen lagen 2008 noch bei 124 Mrd. Euro und haben nun den Stand von 141 Mrd. Euro erreicht. Dabei haben die Unternehmen aufgrund der Erholung an den Finanzmärkten mit einer vergleichsweise konservativen Anlagepolitik eine Rendite von etwa neun Prozent erwirtschaftet.


Betrachtet man das pensionsspezifische Anlageportfolio der DAX-Unternehmen, so betrug die Aktienquote rund 25 Prozent, während das Gros der pensionsspezifischen Investitionen auf Renten (60 Prozent) entfiel. Fünf Prozent wurden in Immobilien angelegt, weitere zehn Prozent in sonstigen Anlageformen.


Dank dieser guten Ergebnisse konnten die DAX30-Unternehmen den Deckungsgrad der Verpflichtungen mit 65 Prozent nahezu halten.

„Die positive Entwicklung der Pensionsvermögen hat ein weiteres Absinken des Deckungsgrades verhindert. Damit sind die Unternehmen zwar noch nicht wieder auf dem Niveau von 2007 angelangt, als 71 Prozent der Pensionsverpflichtungen durch Pensionsvermögen gedeckt waren. Der Vermögensverlust infolge der Finanzmarktkrise ist jedoch deutlich geringer als zunächst befürchtet und wird sich in der langfristigen Perspektive weiter relativieren“, so Hagemann weiter.

US-Pensionswerke setzen auf Aktien

Auch in anderen Ländern hat sich die positive Entwicklung der Finanzmärkte zum Teil deutlich auf die Pensionsvermögen der Unternehmen ausgewirkt. In den USA, wo nach wie vor hauptsächlich in Aktien investiert wird, hat sich der Finanzierungsgrad der Pensionspläne der S&P1500 Unternehmen von 75 Prozent Ende 2008 auf 84 Prozent Ende 2009 erholt.

In Großbritannien dagegen sind die Pensionsverpflichtungen um ca. 40 Prozent angestiegen, während das Pensionsvermögen nur um 18 Prozent zugenommen hat. „Grund dafür ist, dass man in Großbritannien langfristig von einer sehr hohen Inflation ausgeht“, sagt Herwig Kinzler, Leiter des Bereichs Investment Consulting von Mercer in Zentraleuropa.

cer/pan

 


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