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Das deutsche System zur Altersvorsorge schneidet im internationalen Vergleich nicht sonderlich gut ab. Laut einer heute veröffentlichten Studie der Personalberatungsfirma Mercer rangiert Deutschland im hinteren Mittelfeld. Spitzenreiter sind die Niederlande, Schweiz und Schweden.
Im Rahmen der Studie, die das Beratungsunternehmen zusammen mit dem Australian Centre for Financial Services durchgeführt hat, wurde die Altersversorgung von 14 Ländern weltweit im Hinblick auf ihre Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität untersucht und bewertet.
Staatliche und betriebliche Versorgungssysteme
Dabei wurden jeweils sowohl die staatlichen Rentensysteme als auch die betriebliche Altersversorgung berücksichtigt.
Deutschland erreichte nur ein C-Rating – ebenso wie Großbritannien, Chile, Brasilien, Singapur, USA und Frankreich. Die Note C steht für eine Altersversorgung, die neben guten Charakteristika auch Risiken und Defizite aufweist.
Ein A-Rating erzielte keines der untersuchten Länder. Die Spitzengruppe mit den Niederlanden, der Schweiz, Schweden, Australien und Kanada erhielt ein B-Rating. Diese Länder kennzeichnet ein insgesamt ausgewogenes Altersversorgungssystem, bei dem dennoch die Notwendigkeit für einige Verbesserungen besteht.
Die Rentensysteme in Japan und China weisen schwer wiegende Schwächen auf und erreichten deshalb nur ein D-Rating.
Angemessene gesetzliche Leistungen
Überdurchschnittlich gut schneidet die staatliche und betriebliche Altersversorgung in Deutschland in Bezug auf die Angemessenheit ab, was insbesondere die für Durchschnittsverdiener angemessenen gesetzlichen Leistungen reflektiert.
„Um hier noch besser abzuschneiden, müssten Personen mit niedrigem Einkommen in Deutschland eine höhere Rente beziehen können“, sagt Peter Doetsch, Geschäftsführer der Mercer Deutschland GmbH. Darüber hinaus müsste ein erheblicher Teil der Leistungen der betrieblichen Altersversorgung verpflichtend als Rente ausgezahlt werden, so der Experte.
Unterdurchschnittlich ist das Rating der deutschen Altersversorgung in den Kategorien Nachhaltigkeit und Integrität, wobei Integrität die Aspekte Rechtsvorschriften, Governance, Sicherung, Kommunikation und Kosten abdeckt.
Zwei Aspekte haben sich negativ auf die Bewertung der Nachhaltigkeit ausgewirkt: Erstens: Die Beschäftigungsquote bei den 55- bis 64-Jährigen ist in Deutschland verhältnismäßig niedrig. Zweitens: Es fehlt eine kapitalbasierte Vorfinanzierung von staatlichen Rentenleistungen.
Jährliche Rentenstandsinformationen
Auch im Hinblick auf die Integrität des Systems gibt es Verbesserungspotenzial: „Es fehlt eine Verpflichtung zu jährlichen Rentenstandsinformationen, die auch eine Projektion der Leistungen zum Ruhestandsbeginn umfassen“, so Doetsch.
„Wichtig für die Einordnung der Ergebnisse aus der deutschen Perspektive ist auch, dass das Rating primär auf rechtlich verpflichtende Rahmenbedingungen und nicht auf die Marktpraxis abstellt“, ergänzt Doetsch. Die Marktpraxis sei aber in Deutschland vielfach besser als rechtlich gefordert.
cer/pan
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