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Mercer: Unternehmen sollten den Ertrag ihres Humankapitals messen

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16. Dezember 2010
Das Humankapital ist einer der größten immateriellen Aktivposten eines Unternehmens. Kaum jemand kann jedoch etwas zur Rendite sagen, die die Investitionen in das Personal erbringen. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die der HR-Beratungsspezialist Mercer heute veröffentlicht hat. Die Consultants sagen auch, was die Unternehmen tun müssten, um mehr Transparenz zu schaffen.

Mercer hat 132 Personalleute in Europa, dem Mittleren Osten und Australien befragt. Ergebnis: Die meisten dieser Manager betrachten das Humankapital als einen Schlüsselfaktor, um die gesetzten Unternehmensziele zu erreichen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Lediglich die Kundenbeziehungen seien noch wichtiger, so die Befragten.

Zufriedene Kunden, hohe Produktivität

Über 80 Prozent der Manager sind zum Beispiel der Meinung, das Humankapital habe einen starken Einfluss auf die Kundenzufriedenheit. Dies gelte auch für die Steigerung der Produktivität (über 75 Prozent) bzw. des Ertrags (über 65 Prozent).

95 Prozent sind der Meinung, dass immaterielle Vermögenswerte gemessen werden sollten, jedoch räumen fast 60 Prozent ein, dass in ihrem Unternehmen keine umfassende Messung erfolgt.

Laut Umfrage verfügen jedoch nur knapp 16 Prozent der Befragten über umfassende Kenntnisse zum Return on Investment des Humankapitals, obwohl die Unternehmen durchschnittlich 33 Prozent ihrer Erträge in ihr Humankapital investieren (z.B. in Form von Gehältern und Aufwendungen für die Entwicklung ihrer Mitarbeiter).

Es gibt viele Gründe dafür, dass Humankapital in Unternehmen nicht ausreichend transparent gemacht wird. So werden Informationen zum Humankapital meist innerhalb eines Landes, einer Abteilung oder einer Geschäftseinheit gesammelt und vorgehalten.

Überfordertes HR-Management

„Um die Informationen konsistent zusammenzutragen und zu analysieren, sei jedoch eine unternehmensweite Daten-Governance erforderlich“, sagt Ephraim Spehrer-Patrick, Experte für Human Capital bei Mercer Deutschland.

Mehr als die Hälfte aller befragten Manager sind der Meinung, dass die Messung des Humankapitals vom HR-Bereich vorangetrieben werden sollte, aber einige zweifeln daran, ob der HR-Bereich dieser Aufgabe gewachsen ist.

Viele HR-Experten glauben, dass qualitative Messgrößen, mit denen sich z. B. das Engagement, das Wissen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter ermitteln lassen, für die Bewertung der Vitalität und Nachhaltigkeit eines Unternehmens entscheidend sind.

Die von Mercer befragten Manager halten dagegen jedoch quantitative Messgrößen, die Auskunft über Vergütungs-, Fehlzeiten- und Rekrutierungskosten geben, für gleichermaßen relevant. „Ideal wäre eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Messwerten, die über traditionelle Finanzkennzahlen hinausgehen“, so Spehrer-Patrick.

Keine Informationen nach außen

Weiteres Ergebnis der Umfrage: Die meisten Manager sind nicht bereit sind, Informationen zum Humankapital in ihrem Unternehmen an externe Stakeholder (zum Beispiel Banken, Investoren, Analysten und Kunden) weiterzugeben. Sie befürchten, eine Veröffentlichung der Daten könnte ihren Wettbewerbsvorteil gefährden.

Nur eine Minderheit von Managern (18 Prozent) zeigt keine Bedenken gegen die Herausgabe von entsprechenden Daten.

Mercer rät diesen Managern dazu, ihren Standpunkt zu überdenken. „Die Kommunikation ausgewählter Humankapital-Daten an externe Stakeholder kann die Wahrnehmung des Unternehmens beeinflussen und langfristig einen positiven Effekt auf den Marktwert des Unternehmens haben“, sagt Spehrer-Patrick.

pan

 


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