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Mercer: Gesundheitsmanagement der Unternehmen gewinnt an Bedeutung 
Mercer: Gesundheitsmanagement der Unternehmen gewinnt an Bedeutung |
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| 12. Oktober 2008 | |
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Betriebliche Gesundheitsleistungen spielen in europäischen Unternehmen eine immer größere Rolle. Die entsprechenden Ausgaben sind im vergangenen Jahr in Europa um durchschnittlich fünf Prozent pro Mitarbeiter gestiegen. Trotzdem halten die meisten Unternehmen an diesen Leistungen fest. „Vor allem in Ländern, in denen das öffentliche Gesundheitssystem als unzureichend wahrgenommen wird und die sich mit einer Abwanderung von qualifizierten Fach- und Führungskräften konfrontiert sehen, sind betriebliche Gesundheitsleistungen als Mitarbeitergewinnungs- und bindungsmaßnahme äußerst wirkungsvoll", sagt Michael Braun, Leiter des Bereichs Health Benefits der Mercer Deutschland GmbH, bei der Vorlage einer Studie zu diesem Thema. Mercer hat hierzu Fragebögen von mehr als 800 europäischen Unternehmen in 24 Ländern ausgewertet. Ergebnis: Europäische Unternehmen geben im Durchschnitt 5,3 % ihres Gesamtvergütungsbudgets für betriebliche Gesundheitsleistungen aus. In Ländern, in denen das Gesundheitssystem zum Großteil aus Steuermitteln finanziert wird, sind die durchschnittlichen Ausgaben sogar noch höher (z.B. in Großbritannien 7 %). Im Unterschied dazu beziffern Unternehmen in Ländern, in denen das Gesundheitssystem hauptsächlich durch Sozialversicherungsbeiträge finanziert wird, die Kosten für betriebliche Gesundheitsleistungen auf durchschnittlich 4,6 % des Gehaltsbudgets. Obwohl davon auszugehen ist, dass die Kosten weiter steigen werden, scheinen nur wenige Unternehmen die Investitionen in betriebliche Gesundheitsleistungen zu scheuen: 62 % der befragten Personalverantwortlichen in Europa sind demnach davon überzeugt, dass hieraus Produktivitätssteigerungen für die Unternehmen resultieren. Steigende Kosten für betriebliche Gesundheitsleistungen Nach Einschätzung von 51 % aller Studienteilnehmer sind die Kosten für betriebliche Gesundheitsleistungen 2007 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 5 % pro Mitarbeiter gestiegen. Rund 60 % der Befragten befürchten allerdings, dass der demografische Wandel und die damit in Zusammenhang stehende Überalterung der erwerbstätigen Bevölkerung innerhalb der kommenden zehn Jahre einen signifikanten Kostenanstieg bewirken werden. Doch trotz der zu erwartenden Kostensteigerung bestätigen 41 % der befragten Unternehmen, dass sie ihre derzeitigen Investitionen in betriebliche Gesundheitsleistungen nicht reduzieren würden, um Kosten einzusparen. Wenn sie zu Einsparungen gezwungen wären, würden 38 % der Studienteilnehmer eine Einschränkung des Leistungsumfangs und 34 % eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter erwägen. 52 % der befragten Personalverantwortlichen geben aus Sicht der Geschäftsführung an, dass sie die Auswirkungen von Krankheiten und Fehlzeiten auf die betriebliche Produktivität fürchten und sich große Gedanken darüber machen, dass betriebliche Gesundheitsleistungen nicht mehr wettbewerbsfähig sein könnten (46 %). Weniger besorgniserregend scheint hingegen bei 40 % der Befragten die Tendenz zu sein, dass Kosten mitarbeiterbezogener Gesundheitsprogramme steigen. Michael Braun dazu: „Auf Geschäftsführungsebene ist man sich über die steigenden Kosten für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen im Klaren. Gleichwohl haben viele Unternehmen erkannt, dass sich Investitionen in Gesundheit langfristig lohnen. Ein maßgeschneidertes Programm betrieblicher Leistungen zur Gesundheitsversorgung schafft Wettbewerbsvorteile, sichert die Produktivität der Mitarbeiter und bietet auf die Herausforderungen der Zukunft, den demografischen Wandel der Belegschaft, eine passende Antwort.“ Umfang betrieblicher Gesundheitsleistungen Europäische Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein beachtliches Spektrum gesundheitsbezogener Maßnahmen an: 71 % der Studienteilnehmer zahlen betriebliches Krankengeld, 51 % leisten Lohnfortzahlungen bei längerfristiger Erkrankung oder Behinderung. Zudem vervollständigen zahlreiche Initiativen zur Förderung der Gesundheit und Produktivität den Maßnahmenkatalog wie: Gesundheitschecks (54 %), Mitgliedschaften im Fitnesscenter (33 %), Mitarbeitercoachings bei persönlichen und arbeitsplatzbezogenen Problemen (29 %), Raucherentwöhnung (26 %) und Ernährungsberatung (14 %). Zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern bieten zwischen 50 und 57 % der Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Urlaubstage an. Private Krankenzusatzversicherungen sind in steuerfinanzierten Gesundheitssystemen weit geläufiger (74 %) als in einem sozialversicherungsbasierten System (44 %). In Großbritannien bieten beispielsweise 90 % der Arbeitgeber private Krankenzusatzversicherungen an, während nur 15 % der Studienteilnehmer in Deutschland berichten, dass solche Leistungen Bestandteil ihrer betrieblichen Gesundheitsleistungen sind. In den USA verfügen hingegen mehr oder weniger alle Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern über betriebliche Angebote zur privaten Kranken(zusatz-)versicherung. Trends im Gesundheitsmanagement Über 70 % der Unternehmen in Europa gehen davon aus, dass sichder Trend zur individuellen Vorsorge infolge von Gesundheitsreformen verstärkt und der Druck auf Unternehmen zunehmen wird, betriebliche Leistungen zur (ergänzenden) Gesundheitsversorgung anzubieten. In Ländern mit einem sozialversicherungsbasierten Gesundheitswesen ist diese Einschätzung weit verbreitet: In Frankreich stimmen beispielsweise 90 % der Befragten dieser Aussage zu. Aber selbst in Ländern mit einem steuerfinanzierten Gesundheitssystem, wie beispielsweise Großbritannien, ist noch die Mehrheit (70 %) der Studienteilnehmer davon überzeugt, dass Sozialreformen den Bedarf an privater Kranken(zusatz-)versicherung erhöhen. |
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