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Das Geschäft der deutschen Headhunter kühlt sich merklich ab Drucken E-Mail
23. Januar 2009

Die deutschen Headhunter hatten im abgelaufenen Jahr gut zu tun. Der Umsatz der 20 führenden Firmen kletterte von 330,3 (2007) auf 335,9 Millionen Euro (2008). Das ist ein Plus von 5,6 Millionen Euro oder 1,7 Prozent. Die Zahlen zeigen auch, dass der Boom vorbei ist. Seit 2005 hatten die diskreten Dienstleister stets zweistellig zulegen können. In den letzten Monaten aber hat die Nachfrage nach Spitzenpersonal stark abgenommen. Die Wirtschaftskrise bietet den Consultants jedoch auch Chancen, allen voran dem Branchenprimus.

So hat Egon Zehnder International seine dominierende Stellung weiter ausbauen können. Das Team um Deutschlandchef Johannes Graf von Schmettow erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 66,4 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs von 7,9 Millionen Euro oder 13,5 Prozent.

Board Consultants und Ising/IIC

Zwei Firmen sind erheblich geschrumpft: Board Consultants International und Ising / IIC Partners
(siehe unten stehende Tabelle). Mit der Krise hat dies jedoch nichts zu tun. Bei Board Consultants haben sich einige Berater aus dem Firmenverbund herausgelöst (Nicola Sievers, Thomas Wylenzek und andere). Bei Ising sind zwei Berater gestorben, ein weiterer hat sich in den Ruhestand zurückgezogen.

Diese Sondereffekte werden jedoch durch gegenläufige Ereignisse ausgeglichen, vor allem durch die Expansion der Firmen Heads (2008 Rang 4, Vorjahr Rang 5) und Lachner Aden Beyer (2008 Rang 16, Vorjahr Rang 17). Heads hat eine ganze Reihe weiterer Consultants in seine Organisation integriert, Lachner Aden Beyer hat die Firma MZ Consulting übernommen.

Keine konkreten Zahlen

Die Szene der Executive Search Consultants ist nach wie vor sehr stark zersplittert. Während die Geschäftsentwicklung im Topsegment dieses Jahr sehr gut bis zufriedenstellend verlaufen ist, haben jene Marktteilnehmer, die Mittelmanager und Fachpersonal suchen, die Krise weitaus eher und stärker zu spüren bekommen. Zumindest ließen dies selbst jene Berater durchblicken, die keine konkreten Zahlen an ConsultingStar gemeldet haben.

Die meisten Firmenchefs rechnen mit einer weiteren Abkühlung der Konjunktur im kommenden Jahr. Die Prognosen für das eigene Geschäft schwanken dabei zwischen Stagnation und einem Minus von etwa 30 (!) Prozent. Nur jene Berater, die sich im obersten Segment der Branche bewegen, sagen, dass sie weiter beim Umsatz zulegen werden.

 

Die 20 größten Executive-Search-Firmen in Deutschland

Rang Unternehmen Umsatz 2007 Umsatz 2008 Veränderung

 1

 Egon Zehnder  58,5  66,4  13,5

 2

 Ray & Berndtson  32,2  30,5  - 5,3

 3

 Heidrick & Struggles  28,1  28,2  0,3

 4

 Heads!  21,0  23,0  9,5

 5

 Russell Reynolds*  23,0  22,7  - 1,3

 6

 Signium  20,9  21,1  0,9

 7

 Delta / Amrop Hever  18,3  20,1  9,8

 8

 Korn Ferry*  16,0  16,0  0

 9

 Gemini Ex. Search  15,3  15,3  0

 10

 Spencer Stuart*  13,0  14,0  7,7

 11

 Civitas  13,6  12,9  - 5,1

 12

 Board Consultants  13,8  10,6  - 23

 13

 Transearch  9,4  10,4 10,6

 14

 Intersearch**  9,5  10,3  8,4

 15

 Heimeier**  10,0  10,0  0

 16

 Lachner Aden Beyer  5,6  7,4 32,1

 17

 Ising / IIC Partners  12,5  6,2 - 50,4

 18

 PMC  4,7  4,9  4,2

 19

 Van Emmerich  3,1  3,5  12,9

 20

 Maurice Consult  2,1  2,4  14,3

Umsatzzahlen (Netto-Honorarumsätze ohne durchlaufende Posten und Spesen) in Millionen Euro laut Angaben der befragten Unternehmen; Veränderung in Prozent; *) Umsatzzahlen geschätzt, **) Zahlen umfassen auch Umsätze aus anzeigengestützter Suche und Kombinationssuche; Quelle: www.ConsultingStar.com.

_________

Die Zahlen haben die Marktforscher von ConsultingStar per Fragebogen ermittelt. Angeschrieben wurden mehr als 120 Firmen, die einen großen Teil ihrer Umsätze mit Executive Search machen - also mit der telefonischen Direktansprache von Führungskräften im Auftrag von personalsuchenden Unternehmen.

Nicht an der Umfrage beteiligt haben sich die (ebenfalls von ConsultingStar angeschriebenen) Firmen Michael Page, Kienbaum und Baumann. Diese erzielen einen großen Teil ihres Umsatzes mit anzeigengestützter Personalsuche und Online Recruiting.

Von diesen drei Firmen hat vor allem Kienbaum in den vergangenen Jahren versucht, zu den Marktführern im Executive Search aufzuschließen. Eine seriöse Schätzung der Headhunting-Umsätze war jedoch nicht möglich, da die publizierten Geschäftszahlen dieser Unternehmen durchlaufende Posten in erheblicher Höhe enthalten, also vor allem Anzeigenspesen.

pan

 


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