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Mercer-Studie: Spitzenkräfte bleiben auch in der Krise gefragt

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18. Juni 2009
Kurzarbeit? Schön wär's. Rund um den Globus rollt eine gigantische Entlassungswelle. Das belegt eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Mercer. Die wenigsten Chefs gehen jedoch per Rasenmähermethode vor. Leute mit gefragten Qualifikationen dürfen bleiben.

Im Gegensatz zu früheren Wirtschaftskrisen zeigt sich, dass Unternehmen heute bei erforderlichen Restrukturierungen den Fachkräftemangel im Blick haben und sich bemühen, Mitarbeiter mit erfolgskritischen Qualifikationen zu binden, sagt Norbert Englert, Geschäftsführer von Mercer in Deutschland. Dies sei eine Grundvoraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit, so der Experte. Englert rät den Unternehmen, die Personal abbauen müssen, ihre Personalstruktur sorgfältig zu analysieren.

Dramatische Entlassungswelle

Für die Studie hat Mercer im Mai dieses Jahres Manager in über 2.000 Unternehmen aus mehr als 90 Ländern befragt. Ergebnis: Zurzeit versuchen die meisten Unternehmen, ihre Personalkosten drastisch zu senken - durch Entlassungen, Einfrieren der Gehälter sowie Reduzierung der Beiträge für Pensionspläne.

Die Manager gehen jedoch nicht so weit, als Reaktion auf die Wirtschaftskrise Gehälter zu kürzen und Nebenleistungsprogramme zu streichen.

Die Studie zeigt auch, dass das Ende der Krise noch nicht erreicht ist. Das gilt zumindest für die Arbeitnehmer: Sie müssen laut Mercer weiter damit rechnen, ihre Jobs zu verlieren.

58 % der befragten Manager planen für den Rest des Jahres weitere Einschnitte beim Personal. In Europa und in Deutschland sind es sogar 70 % der befragten Unternehmen.

Erst danach soll Schluss sein: Die Unternehmen planen keine weiteren, tiefen Einschnitte mehr - weder beim Personal, noch bei der Vergütung oder den betrieblichen Nebenleistungen.

Etwa zwei Drittel der Unternehmen weltweit haben in den sechs Monaten vor der Befragung bereits Maßnahmen zum Personalabbau ergriffen. In Europa und in Deutschland trifft dies auf etwa 70 % der befragten Unternehmen zu.

13 % der Unternehmen weltweit, 16 % der Unternehmen europaweit und sogar 18 % der befragten Unternehmen in Deutschland haben in diesem Zeitraum mehr als 10 % ihrer Belegschaft entlassen.

Schlüsseltalente weiter gefragt

Trotz geplanter Maßnahmen zum Personalabbau wollen über ein Drittel der Unternehmen weltweit weiterhin sogenannte Schlüsseltalente einstellen bzw. binden. In Deutschland trifft dies sogar auf über 40 % der befragten Unternehmen zu.

Ebenfalls mehr als ein Drittel der Unternehmen weltweit möchte nur dann neue Kräfte einstellen, wenn Abgänge kompensiert werden müssen. In Deutschland plant dies hingegen nur ein Viertel der befragten Unternehmen.

Immerhin 12 % der Unternehmen wollen ihre Belegschaft im Laufe des Jahres wieder aufstocken.

In Deutschland haben bereits mehr als ein Viertel der an der Befragten ein verpflichtendes Kurzarbeit-Programm für ihre Mitarbeiter eingeführt. Weltweit liegt der Anteil lediglich bei 12 %.

In einigen Branchen zeigt sich der Trend zur Kurzarbeit stärker als in anderen: In der Fertigungsindustrie haben fast 30 % der Unternehmen weltweit verpflichtende Kurzarbeit-Programme eingeführt. In der Technologiebranche gilt dies nur für 13 % und in der Finanzbranche sogar nur für 3 %.

Gehälter eingefroren, Boni gekürzt

Über die Hälfte aller Unternehmen weltweit haben zumindest die Gehälter von Teilen ihrer Belegschaft aus dem letzten Jahr eingefroren. Ein Drittel hat die Gehälter sogar unternehmensweit eingefroren.

Ein weiteres Drittel der Unternehmen weltweit hat die Gehaltserhöhungen für 2009 aufgeschoben. In Deutschland liegt der Anteil mit 37 % der Unternehmen etwas höher.

Die Studie beleuchtet auch die Situation bei den Bonuszahlungen: Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen hat 2009 im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Boni an ihre Mitarbeiter ausgezahlt. Nur 20 % der Unternehmen gewährten höhere Boni als 2008.

cer/pan

 


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