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Watson Wyatt Heissmann: Unternehmen sparen sich kaputt Drucken E-Mail
27. Juli 2009
Landauf, landab treten die Unternehmen derzeit auf die Kostenbremse. Entlassungen, Gehalts- und Einstellungsstopps werden jedoch bereits mittelfristig für neue Probleme sorgen. Diesen Schluss legt eine aktuelle Studie von Watson Wyatt Heissmann nahe.

Keine Frage: Kostensenkungen entlasten die Personalbudgets. Langfristig beschädigen sie jedoch das Engagement von Leistungsträgern und zerstören deren Bindung an das Unternehmen. „Unternehmen setzen damit ihren Erfolg und das Durchstarten im Aufschwung aufs Spiel“, warnt Thomas Haussmann, Practice Leader Human Capital Group bei Watson Wyatt Heissmann in Wiesbaden.

Schnelle Antworten

Für die Studie wurden Anfang Juni 200 Unternehmen aus Europa und dem mittleren Osten befragt. Demnach entlassen 43 Prozent der Unternehmen fest angestellte Mitarbeiter. Außerdem deckeln sie die Vergütungskosten. Über 70 Prozent der befragten Unternehmen versuchen, bereits budgetierte Gehaltserhöhungen zu reduzieren. „Das sind zweifellos schnelle Antworten auf Einsparungszwänge – aber sind die begrenzten Vergütungsbudgets damit effektiv eingesetzt?“, fragt Vergütungsexperte Haussmann.

Die Studie zeigt, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen verteilen ihre Vergütungsbudgets nach dem Gießkannenprinzip über die gesamte Belegschaft, statt sie gezielt auf Mitarbeiter in Schlüsselpositionen ausrichten. Selbst dann scheint der Fokus nur auf den Leistungsträgern zu liegen. Mitarbeiter, die über erfolgskritische Fähigkeiten verfügen, sowie gute Durchschnittsleister werden dabei häufig übersehen.

„Die meisten Personalmanager behaupten, Schlüsseltalente in den Mittelpunkt von Vergütungs- und Leistungsbeurteilungsprogrammen zu stellen“, sagt Haussmann. In der Realität sei die Vergütung jedoch meist nicht speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtet, sondern eher allgemein auf Leistungsträger.

Aber: Wenn der Erfolg eines Unternehmens wesentlich von bestimmten Mitarbeitergruppen abhänge, z. B. dem Vertrieb oder der Entwicklung, dann seien dort nicht nur die Top-Leistungsträger von entscheidender Bedeutung, sondern auch die guten Durchschnittsleister, so der Experte. Und: „Versäumnisse in der adäquaten Vergütung von erfolgskritischen Mitarbeitern rächen sich. Ist die Bindung dieser Mitarbeiter an das Unternehmen einmal beschädigt, zeigt sich das spätestens dann, wenn sich die Wirtschaft erholt“, so Haussmann.

Kommunikation entscheidend

Die Studie untersucht auch, mit welchen Maßnahmen Unternehmen Mitarbeiter in Schlüsselpositionen motivieren und binden. In der Krise verstärken sie vor allem die Mitarbeiterkommunikation und setzen auf

  • umfassendere Kommunikation über Veränderungen im Unternehmen sowie im Unternehmensumfeld (75 Prozent)
  • umfassendere Kommunikation über die Geschäftsergebnisse (74 Prozent)
  • stärkere Präsenz des Managements (45 Prozent)
  • umfassendere Kommunikation über Vergütung (41 Prozent)
  • Einführung bzw. Ausbau von Mentorprogrammen (35 Prozent).

„Besonders in Krisenzeiten sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter über ihre geschäftliche Situation auf dem Laufenden halten. Das gilt auch für Veränderungen in der Vergütungspolitik – selbst wenn man damit keine guten Nachrichten überbringt“, empfiehlt Haussmann. „Eine ehrliche und glaubwürdige Kommunikation zahlt sich langfristig aus“, so der Experte.

wwh/pan

 


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