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Corporate Trust warnt Unternehmen vor neuartigen Spionage-Attacken 
Corporate Trust warnt Unternehmen vor neuartigen Spionage-Attacken |
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| 29. Juli 2010 | |
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Unbekannte haben kürzlich versucht, an sensible Daten des Münchner Technologiekonzerns Siemens zu gelangen. Der Fall offenbare eine neue Qualität der Industriespionage, so das Münchner Beratungsunternehmen Corporate Trust Business Risk & Crisis Management GmbH.
Siemens-Kunden können Produktionsprozesse selbst auswerten und visualisieren. Hierzu hat Siemens die Software WinCC in sein System integriert. Diese Software läuft auf dem Betriebssystem Windows. Erste Variante der Attacken: Ein unter dem Namen „Stuxnet“ bekanntes Programm installiert sich beim Einstecken eines USB-Sticks auf dem PC und sucht dann gezielt nach „WinCC“ und darüber einen Zugang zu den Datenbanken. Weitere Variante: Beim Anzeigen von Icons kann in bestimmten Fällen schadhafter Code ausgeführt werden. Dieser Fehler hat eine besonders hohe Brisanz, da bisher immer eine Benutzerinteraktion wie ein Mausclick oder ein Tastendruck notwendig war, um einen Schadcode auszuführen. Im Fall dieser – bisher von Microsoft noch nicht gepatchten Lücke – reicht das Betrachten eines USB-Sticks oder eines Netzlaufwerks in der Dateiansicht, um den Schadcode auf den Rechner zu bekommen. Die gängigen Empfehlungen z.B. für den sicheren Umgang mit fremden USB-Sticks verhindern einen solchen Angriff meist nicht. Florierender Schwarzmarkt Die Entdeckung eines solch gravierenden Fehlers in einem weit verbreiteten Betriebssystem ist auf dem Schwarzmarkt für Sicherheitslücken viel Geld wert. Es Ist durchaus üblich, dass für kleinere Fehler zwischen zehn- und fünfzigtausend US-Dollar bezahlt werden. Für größere Entdeckungen geht man von hunderttausend bis zu einer Viertelmillion Dollar „Finderlohn“ aus.
Oft kaufen Sicherheitsfirmen die Fehler, bauen die Entdeckungsroutinen in Ihre Produkte ein und geben die Daten dann an den Hersteller des fehlerhaften Produkts. In der Werbung kann sich die Sicherheitsfirma dann damit brüsten, ihre Kunden seien vor Fehlern früher geschützt als die Kunden der Konkurrenz. Realtek ist ein großer Hersteller von PC Geräten und besitzt für die Erstellung von Treibersoftware für seine Geräte, einen jener geheimen Schlüssel, die Windows klaglos akzeptiert. Auch dieser Aspekt wird in der IT-Branche nun heiß diskutiert. Der hier Angriff hat nicht unerhebliche Geldmittel verschlungen. Der oder die Täter müssen sich zunächst das Wissen über eine „Lücke“ auf dem Schwarzmarkt besorgen. Die Programmierung eines sauber laufenden und unauffälligen Trojaners ist nur durch erfahrene und gutbezahlte Profis möglich. In diesem Fall muss man von einer Auftragsarbeit ausgehen. Mehrere hunderttausend Euro
Abhängig von den Schutzmaßnahmen, die Realtek etabliert hat, um den geheimen Schlüssel zur Softwaresignatur zu schützen, entstand für die Angreifer sicherlich ein gewisser Aufwand um – möglichst anonym – an diesen Schlüssel zu kommen. Die Experten von Corporate Trust schätzen, dass dieser Angriff mehrere hunderttausend Euro gekostet hat. Viele weitere Male
Die hier beschriebene Angriffsmethode hätte noch viele weitere Male verwendet werden können und wurde eventuell in der Vergangenheit auch bereits für andere Angriffe benutzt. Nun, da die Attacke in der Öffentlichkeit analysiert wird und Microsoft bereits an einem Patch arbeitet, ist die Angriffsmethodik für sicherheitstechnisch gepflegte Systeme wertlos. Das Angriffsteam muss als eine neue Methode entwickeln. Speziell der deutsche Mittelstand ist hier aufgrund des oft rasanten (Auslands-)Wachstums der vergangenen Jahre gefährdet, da die Sicherheitsanstrengungen oftmals mit der Expansion nicht Schritt halten konnten.
Florian Oelmaier, Leiter IT-Sicherheit und Computerkriminalität bei der Corporate Trust ergänzt: „Als eine Maßnahme zur Prüfung, wie gut der eigene Schutz ist, bietet sich ein Spionage-Penetrationstest an, bei dem alle Aspekte der Sicherheit vom Werkschutz über die Social Engineering Resistenz der Mitarbeiter bis hin zur Hackerresistenz von Internetzugängen geprüft werden. Ein Spionage-Penetrationstests gibt oft wertvolle Hinweise, wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.“ Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass dieser Angriff auch eine neue Qualität in der Wirtschaftsspionage aufzeigt. Spionageexperten arbeiten Hand in Hand mit den Strukturen der Hackerszene um hochwertige Kombinationsattacken durchführen zu können. Davor kann nur eine funktionstüchtige Sicherheitsorganisation schützen, bei der die Experten für Unternehmenssicherheit mit den IT-Sicherheitsexperten Hand in Hand nach einem sauber definierten und implementierten Informationsschutzkonzept arbeiten. ct/pan |









