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Detecon: Telekommunikationsindustrie verpasst wichtige Chancen

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8. November 2010
Von der Einführung bis zum Verschwinden vom Markt: Jedes Produkt und jede Dienstleistung durchläuft einen Lebenszyklus. Diese Erkenntnis hat sich jedoch offensichtlich noch nicht bei allen Managern herumgesprochen. Die Folgen seien gravierend, sagen die Consultants von Detecon International unter Berufung auf eine neue Studie.

Die Studie haben die Bonner Berater gemeinsam mit Wissenschaftlern der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen durchgeführt. Zentrale These: Das Management des Produktlebenszyklus (PLM) ist für Unternehmen der Telekommunikationsbranche ähnlich wichtig wie für die klassische Fertigungsindustrie.

Steigende Komplexität

Grund ist vor allem die stetig steigende Komplexität der TelKo-Produkte, deren Lebensdauer sich zugleich immer weiter verkürzt.

Vor diesem Hintergrund zeigen die Studienautoren erstmals einen umfassenden PLM-Ansatz für Netzbetreiber. Zudem überprüfen sie ihren Ansatz anhand der Umfrageergebnisse auf seine Praxistauglichkeit.

Die Studie enthält eine ganze Reihe von Hinweisen auf mögliche Verbesserungen: So haben 80 Prozent der befragten Unternehmen ein effektives Produktablösungsmanagement entweder gar nicht oder nur teilweise implementiert. Folge: Sie verpassen die Möglichkeit, Kosten zu senken, und zwar sowohl bei der Produktpflege als bei der IT-Konfiguration für Neuprodukte.

Darüber hinaus besteht Nachholbedarf bei der Evaluierung des Produktportfolios: 60 Prozent der Unternehmen führen diese nur einmal jährlich oder noch seltener durch.

Kosten senken, Qualität steigern

Die Autoren geben Handlungsempfehlungen, die Time-to-Market und Entwicklungskosten senken sowie die Produkt- und Prozessqualität verbessern sollen. Zum Beispiel kann ein systematisches Management des Workflows die Abstimmungsprozesse zwischen Unternehmensabteilungen verkürzen.

Darüber hinaus erlaubt ein höherer Grad an Produktmodularisierung mehr Individualisierung im Hinblick auf spezifische Marktsegmente, obwohl der Kostenaufwand sich vergleichbar zur Konfiguration von Standardprodukten verhält. Folge:
Positive Effekte bei der Churn Rate“, so Julius Golovatchev, Managing Consultant bei Detecon und Co-Autor der Studie.

Mithilfe der Studienergebnisse konnte die Vielzahl der resultierenden Gestaltungsoptionen in ein PLM-Framework für Strategie-, Prozess-, Produkt- und IT-Architektur geordnet und hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Komplexität bewertet werden.

90 Prozent der befragten Entscheidungsträger stimmten der Aussage zu, dass ein solches PLM-Framework die durch verteilte Wertschöpfung und komplexe IT-Strukturen entstandene Prozesskomplexität zu beherrschen hilft.

Konkrete Stellhebel

„Die Studie benennt konkrete Stellhebel, mit denen Entscheider Kosten und Nutzen einzelner PLM-Gestaltungselemente analysieren und damit Implementierungsmaßnahmen prüfen können“, verspricht Oliver Budde, Projektleiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung der RWTH Aachen.

Neben den für alle TK-Anbieter geltenden Ergebnissen und Aussagen differenziert die Studie zwischen Unternehmen, die global, in nur wenigen Ländern oder lediglich regional vertreten sind. „Dadurch können wir sowohl für kleinere nationale als auch für multinationale Carrier maßgeschneiderte Empfehlungen aussprechen“, so Golovatchev.

econ/pan

 


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