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Coaching: Spitzenverdiener akquirieren Aufträge per Internet Drucken E-Mail
12. Juni 2009
Der Coach ist ein vergleichsweise unerforschtes Wesen. Das Büro für Coaching und Organisationsberatung hat jetzt etwas Licht in das Dunkel dieser Profession gebracht. Gemeinsam mit dem Deutschen Bundesverband Coaching haben die Kölner über 430 Coaches befragt. Die Antworten zeigen, dass Einzelkämpfer und Internetscheue ins Hintertreffen geraten.

Laut Umfrage-Statistik ist ein Coach Mitte 40, hat studiert, mehr als zehn Jahre Erfahrung im Management eines Unternehmens gesammelt und sich umfassend zum Coach weiter gebildet.

Kaum Berufsanfänger

Greenhorns sind in diesem Beruf eher selten anzutreffen: Der Anteil der Coaches mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung beträgt gerade einmal 7% der Umfrage-Teilnehmer. Im Vergleich zu früheren Erhebnungen sei die Zahl der erfahrenen Coaches weiter gestiegen, so der Deutsche Bundesverband Coaching in einer aktuellen Mitteilung.

Mit steigender Coaching-Nachfrage in Unternehmen gerät die individuelle Suche nach dem passenden Coach durch die interessierte Führungskraft als dem potenziellen Coachee oder die zuständige HR-Funktion an ihre Grenzen. Die Bereitstellung eines ausreichend großen Pools an qualifizierten Coaches wird zum Gebot der Stunde - und zur Geburtsstunde von sogenannten Coaching-Pools auf Seiten der Unternehmen (Nutzer-Pools).

Darauf antwortet die Angebotsseite ihrerseits, mit quasi institutionellen Anbietern, die den zum überwiegenden Teil freiberuflich agierenden Coaches eine Plattform bieten (Anbieter-Pools).

Von den Coaches, die Angaben zur Frage nach einer Pool-Zugehörigkeit gemacht haben, waren 52 % (180 Befragte) in keinem Pool gelistet, 47 % (161 Befragte) gaben an, in einem Nutzer-Pool, d.h. einem Pool eines Unternehmens, gelistet zu sein. 45 % (156 Befragte) gehören einem Anbieter-Pool, d.h. einem Pool der Coaching-Leistungen verschiedenen Unternehmen anbietet, an.

Ergo: Wer in einem Anbieter-Pool ist, ist auch bei Nachfragern gelistet, wer bei Nachfragern gelistet ist, ist auch bei Anbietern registriert.

Zwischen Auftragssuche und Berufsplattform

Die Auftragsgenerierung wird bei den Pools, die Coaching-Leistungen nachfragen, mit 72,7 % der Nennungen doppelt so oft genannt, wie das nächst wichtigste Leistungsmerkmal „Qualitätssicherung/Evaluation“. Bei den Anbieter-Pools steht die „Auftragsvermittlung“ mit 42,3 % der Nennungen gleichauf mit der Möglichkeit einen „Austausch mit Kollegen“ zu pflegen.

Ein weiteres Indiz für die Positionierungskette „Anbieter-Pool – Nutzer-Pool“ ergibt sich aus der Anzahl der Pools, denen ein Coach angehört. So ist der durchschnittliche Coach, der in Coaching-Pools gelistet ist, in drei Nutzerpools aber „nur“ in zwei Anbieter-Pools präsent.

Die Verteilung unterstreicht die Bedeutung der Nutzerpools: Immerhin rund 30 % der Befragten nutzen das Listing in mehr als drei Nutzerpools als Akquisitionsplattform, während nur rund 10 % der Coaches in mehr als drei Anbieter-Pools vertreten sind.

Knapp 40 % der Aufträge, die Coaches erhalten, stammen entweder aus Nutzer-Pools oder sind über Anbieter-Pools vermittelt. Noch der überwiegende Anteil von 61 % stammt aus eigener Akquisition bzw. direkten Anfragen. Bei den Spitzenverdienern unter den Coachs, also jenen, deren Stundenhonorar die 300 Euro Grenze übersteigt, resultieren allein 40 % der Aufträge aus Anbieter-Pools und weitere 15 % aus Nutzer-Pools.

Somit richten sich Anbieter-Pools mit Ihrem Leistungsangebot überwiegend an Organisationen, die ihren Führungskräften Coaching-Angebote unterbreiten.

Hohe Zugangshürden

Wenn die Zugehörigkeit zu einem Pool den Zugang zu lukrativeren Aufträgen verspricht, so darf man vermuten, ist der Run groß und die „Pool-Manager“ haben die Qual der Auswahl.

Auf einer Skala von qualitativ anspruchsvoll (=1) bis problemlos (=6) bewerten die Coachs das Auswahlverfahren in Anbieter-Pools mit 2,4 und dichtauf mit 2,5 bei den Nutzer-Pools. Die Bewertung für den Formalisierungsgrad des Verfahrens fällt mit 2,6 bzw. 2,7 ebenfalls ganz passabel aus.

Signifikante Unterschiede gibt es dennoch: Die Entscheider bei den Nutzer-Pools setzen deutlich konsequenter strukturierte Auswahlverfahren ein: Während in Nutzer-Pools in knapp 60 % Referenzen erwartet werden, in rund 55 % Ausbildungs- und Qualifikationsnachweise vorzulegen sind und in 57 % persönliche Interviews geführt werden, liegen die Vergleichswerte bei Anbieter-Pools mit 36,5 %, 39,7 % und 23,7% deutlich darunter.

bco/dbvc/pan

 


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