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CMS Hasche Sigle: Der europäische M&A-Markt stabilisiert sich

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30. April 2010
Erst Überhitzung, dann totale Flaute: Wegen der Finanzkrise hatte das europäische M&A-Klima zuletzt von einem Extrem ins andere gewechselt. Jetzt aber kehre man wieder zu stabilen Verhältnissen zurück, so die Kanzlei CMS Hasche Sigle unter Berufung auf eine aktuelle Studie.

Die CMS European M&A Study 2010 basiert auf der eingehenden Analyse von 763 Transaktionen zwischen dem 1. Januar 2007 und dem 31. Dezember 2009, an denen als Zielunternehmen nicht an der Börse notierte, private und öffentliche Unternehmen in Europa beteiligt waren. Mehr als 250 Transaktionen fallen in das Jahr 2009.

Erste Studie nach der Lehmann-Insolvenz

Es handele sich um die erste Studie, die diesen Transaktionsmarkt vor und nach der Lehman-Insolvenz untersucht, so die Kanzlei in einer Mitteilung an die Medien. Die Transaktionsexperten von CMS haben dafür mehr als 750 der von CMS-Kanzleien zwischen 2007 und 2009 betreuten M&A-Deals ausgewertet und dabei die einzelnen Vertragsklauseln kategorisiert und analysiert.

Die herangezogenen Vertragsdaten sind nicht öffentlich zugänglich und basieren auf vertraulich verhandelten Transaktionen, bei denen CMS Käufer oder Verkäufer beraten hat. Die Vergleichsdaten aus den USA wurden der "Private Target Mergers & Acquisitions Deal Points Study 2009" der American Bar Association entnommen. Sie bezieht sich auf Transaktionen des Jahres 2008.

Die Ergebnisse dokumentieren das Verhalten von strategischen Verkäufern und Käufern sowie Finanzinvestoren im Hinblick auf die Häufigkeit bestimmter Vertragskonditionen.

Zudem erlauben sie eine Prognose: „Unsere Daten zeigen überraschend deutlich, wie die extreme Wandlungskurve zwischen Verkäufer- und Käufermarkt sich derzeit ausbalanciert. Je länger die Lehman-Insolvenz zurückliegt, desto mehr klare Erholungssignale stellen wir fest", sagt Thomas Meyding, Partner von CMS Hasche Sigle und Leiter der internationalen CMS-Praxisgruppe Gesellschaftsrecht/M&A.

„Bis zum Jahr 2007 war der Markt deutlich auf Seiten der Verkäufer. Dann ist er im Zuge der Finanzkrise dramatisch auf die Seite der Käufer umgeschlagen. Mittlerweile hat ein Trend zurück zur Mitte hin eingesetzt", so Meyding weiter.

Weniger komplexe Klauseln

Daneben zeigt die Studie eine Tendenz zu weniger komplexen Vertragswerken: In M&A-Vereinbarungen tauchen neuerdings weniger Kaufpreisanpassungen und weniger Wettbewerbsklauseln sowie kürzere Garantielaufzeiten auf.

Weiteres Ergebnis: Käufer und Verkäufer seit der Lehman-Insolvenz um die entscheidenden Klauseln eines Vertrags härter miteinander ringen – etwa um die Bedingungen, die nach Vertragsunterzeichnung noch eintreten müssen, damit der Unternehmenskauf auch tatsächlich vollzogen wird.

Häufig hat dies individuell-innovative Vertragslösungen zur Folge. Damit stimmt überein, dass die Verwendung sogenannter Material-Adverse-Change-Klauseln (MAC) im Jahr 2009 deutlich gegenüber dem Jahr 2008 zugenommen hat.

MAC-Klauseln erlauben dem Käufer, vom Kauf zurückzutreten, wenn das zu erwerbende Unternehmen aufgrund des Eintritts bestimmter, im Vertrag definierter Ereignisse zwischen Vertragsunterzeichnung und Vollzug des Unternehmenskaufs erheblich an Wert verliert oder zu verlieren droht.

Niedriger Festpreis

Und: Nach der Lehman-Insolvenz ist die Zahl der Preisanpassungsklauseln von 61 Prozent (2008) auf 48 Prozent (2009) gefallen. Zu erklären ist dies damit, dass das allgemeine wirtschaftliche Umfeld auf Transaktionen dergestalt Einfluss genommen hat, dass die Parteien statt einer Preisanpassung gleich einen niedrigeren, für beide Seiten akzeptablen Festpreis vereinbarten.

Wo Mechanismen der Preisanpassung hingegen zur Anwendung kamen, ist deren Komplexität insgesamt jedoch gestiegen. Dies zeigt sich vor allem in der zunehmenden Verwendung von betriebskapitalbezogenen Kaufpreisanpassungen und der Vereinbarung von Earn-out-Regelungen, bei denen eine positive zukünftige Entwicklung des Unternehmens Voraussetzung für einen „Nachschlag" auf den Kaufpreis ist.

„Es wird deutlich, dass Käufer Risiken jetzt sorgfältiger kalkulieren und sich dabei auf ihre eigene Due Diligence verlassen. Für das Jahr 2010 rechnen wir mit einer weiteren Stabilisierung des Marktes. Dabei sind kapitalstarke strategische Investoren mit Finanzierungszugang klar im Vorteil", so Meyding.

cms/pan

 


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