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Deloitte: Studie belegt deutsche Vorreiterrolle beim Klimaschutz 
| Deloitte: Studie belegt deutsche Vorreiterrolle beim Klimaschutz |
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| 20. November 2009 | |
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Deloitte liefert neuen Diskussionsstoff – gerade rechtzeitig zum UNO-Klimagipfel in Kopenhagen. Eine Gesellschaft mit konsequent reduzierten Emissionen sei machbar, so die Wirtschaftsprüfer unter Berufung auf eine heute vorgestellte Studie. Das Papier dokumentiert auch die Vorreiterrolle Deutschlands auf diesem Gebiet.
Klimaschutz und die Interessen einer modernen Wirtschaft lassen sich durchaus miteinander vereinbaren – wenn man es nicht übertreibt. So sei zum Beispiel das Ziel einer CO2-Konzentration von höchstens 450 ppm (parts per million) in der Atmosphäre „noch nicht“ erreichbar, sagen die Experten von Deloitte. „Für Manager und Wirtschaft herrschte bisher noch wenig Klarheit bei der operativen Umsetzung des Themas Klimaschutz“, sagt Elisabeth Denison, Leiterin Research Deutschland von Deloitte. Mit der Studie wolle Deloitte den Unternehmen zeigen, wie man Emissionsreduktionen in operative Kosten- und Erlösplanungen überführen kann. Energiewirtschaft: Branche favorisiert Windkraft Die Energiewirtschaft ist mit 40 Prozent Anteil größter Emissionsemittent. In Deutschland sind etwa 230.000 Arbeitnehmer in diesem Sektor beschäftigt, der 2007 einen Umsatz von 120 Mrd. Euro erzielte. Bis zum Jahr 2020 will die deutsche Energiewirtschaft ihre Emissionen von heute 382 Mt CO2 auf 303 Mt reduzieren. Zudem soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 30 Prozent der Bruttostromerzeugung steigen.
Für die Branchenvertreter ist dabei trotz geringerer Wachstumsraten die Windenergie klarer Favorit, während andere Branchen eher auf Solarenergie setzen. Auch der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) attestieren die Teilnehmer ein großes Zukunftspotenzial. Insgesamt, so die Schätzung, wird der Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2020 etwa 64 Mrd. Euro kosten. Neben der Energiewirtschaft sind vor allem die Sektoren Industrie und Verkehr relevant für den Klimaschutz. In der Industrie sollen bis 2020 etwa 28 bis 32 Mt CO2 gegenüber 2008 eingespart werden. Zwei Drittel davon könnten über KWK erreicht werden. Dementsprechend schreiben die Umfrageteilnehmer diesem Instrument zusammen mit der Solarenergie das größte Potenzial zu. Im Transportsektor müssen sich die Anstrengungen, durch innovativen Technologieeinsatz Emissionsreduktion zu erreichen, in den nächsten Jahren vervielfachen, da die Nachfrage nach Verkehrsleistung stetig wächst. Auch können innerhalb der nächsten 40 Jahre voraussichtlich maximal fünf Prozent des PKW-Verkehrs auf Bus oder Schiene umgelegt werden. Insgesamt ist die Emissionsvermeidung in diesem Bereich am teuersten: Bis zu 500 Euro pro eingesparter Tonne CO2 können anfallen. Technologien wie das Elektroauto sowie strategische Allianzen von Energieversorgern, Automobilherstellern und Elektrotechnologie-Anbietern könnten Abhilfe schaffen. Gebäudewirtschaft: Höchste Emissionsreduktion ereicht Die Gebäudewirtschaft mit einem Anteil von 17 Prozent am gesamten CO2-Ausstoß ist der Dritte im Bunde. Sie hat von allen Sektoren bislang die höchste Emissionsreduktion erreicht. Dennoch müssen jährlich noch weitere drei Prozent Emissionen eingespart werden, um die Klimaziele zu erreichen. Alleinstellungsmerkmal dieses Sektors ist der kurze Planungshorizont, was sich auch im Vermieter-/Mieter-Dilemma wiederspiegelt – im in Deutschland vorherrschenden Mietermarkt haben Vermieter gesetzlich keine Möglichkeit, energiesparende Investitionen direkt auf ihre Mieter umzulegen. Folge: Investitionsstau. Neben den genannten Branchen können auch Handel, Gewerbe, Dienstleistungen, private Haushalte (HGDH), der Finanzsektor sowie Entwickler sogenannter Cleantech zur Energie- und Emissionseinsparung beitragen – im Bereich HGDH beispielsweise durch energieeffiziente Produkte wie Green IT. Verfahren der Cleantech-Branche Der Finanzsektor engagiert sich seit einiger Zeit verstärkt bei Projekten zur Emissionsreduktion. Lösungen liefern Technologien und Verfahren der Cleantech-Branche, die weltweit Vorbildcharakter haben und neue Märkte erschließen. „Trotz Wirtschaftskrise wurden 2008 über acht Milliarden US-Dollar in neue Cleantech-Unternehmen investiert, ein Anstieg von 38 Prozent“, betont Robert M. Feldmann, Partner Cleantech bei Deloitte. „Seit 2002 haben sich die Investitionen in diesem Sektor sogar verzehnfacht.“ Für die Studie hat Deloitte fast 400 Entscheider aus Wirtschaft, Forschung und Politik in Deutschland befragt. Ergebnis: „85 Prozent der Befragten sehen eine Technologieführerschaft Deutschlands – allerdings glauben nur 56 Prozent, dass sich diese auch in Unternehmensgewinne ummünzen lassen. Generell ist der Anteil derer, die einen deutlichen Einfluss der ‚Low-Carbon Society’ auf ihre Unternehmensfinanzen erwarten, in Umwelttechnologie, energieintensiven Industrien sowie der Energiewirtschaft am höchsten. Auflagen ja, aber nicht nur für die Wirtschaft in Europa Allgemein wird die Vorreiterrolle Deutschlands mit 71 Prozent sehr positiv bewertet“, resümiert Joachim Ganse, Leiter Kompetenz-Center Klimawandel und Nachhaltige Entwicklung bei Deloitte. Die Topleute bestätigten hierbei die Vorreiterrolle Deutschlands: Ihrer Ansicht nach wird sich Klimaschutz auch für die Wirtschaft auszahlen – vor allem wenn deutsche Unternehmen den Weltmarkt mit entsprechender Technologie beliefern.
Allerdings könnten Auflagen zu Wettbewerbsnachteilen von Europa führen, wenn andere Wirtschaftsregionen auf solche Hürden verzichten. Vor allem bei Wind- und Solarenergie sowie Elektroantrieben für Fahrzeuge wird aktuell ökologisch-ökonomisches Potenzial innerhalb einer nachhaltigen Energiepolitik gesehen. |









