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PricewaterhouseCoopers: Europäischer Automarkt erreicht Talsohle

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3. März 2010

Abwrackprämie und andere staatliche Maßnahmen hatten die Zahl der Autokäufe im vergangenen Jahr auf ein Zehn-Jahres-Hoch getrieben. Der Jubel darüber hielt sich in Grenzen, denn jedem war klar, dass jetzt die Ernüchterung folgt. Wie stark die Verkaufszahlen sinken werden und wie die Hersteller reagieren sollen, lässt sich in einer neuen Studie von PricewaterhouseCoopers nachlesen.

Demnach werden im laufenden Jahr voraussichtlich nur 12,7 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das sind rund eine Million Pkw weniger als 2009. Grund für den Rückgang: Der Wegfall der umfangreichen Stützungsmaßnahmen der europäischen Staaten im vergangenen Jahr.

14-Millionen-Grenze erst 2012 wieder erreichbar

„Nachdem staatliche Abwrackprämien und Steuererleichterungen den Automarkt im vergangenen Jahr stabilisiert haben, muss sich die Industrie nun wieder aus eigener Kraft mit attraktiven Produkten und Angeboten behaupten“, sagt Felix Kuhnert, Leiter des Beratungsbereichs Automotive bei PricewaterhouseCoopers (PwC).

Der Absatz werde ab dem kommenden Jahr wieder steigen, die Marke von 14 Millionen verkauften Pkw könnte 2012 wieder knapp erreicht werden, so der Experte.

Die Marktentwicklung in Europa hat auch Auswirkungen auf die künftige Verteilung der Automobilproduktion. Der Studie zufolge werden im Jahr 2012 erstmals mehr Pkw in den Schwellenländern gefertigt als in den Triade-Märkten (EU, Nordamerika, Japan und Südkorea).

Im Jahr 2013 dürften in den Schwellenländern 42 Millionen Autos die Fertigungshallen verlassen und damit 15 Millionen mehr als 2009. In den etablierten Märkten steigt die Produktion im gleichen Zeitraum von 30 Millionen auf schätzungsweise 39 Millionen Einheiten.

Deutsche Hersteller wachsen vor allem in Asien

Deutsche Autos werden sich auch künftig einer wachsenden Nachfrage in Asien erfreuen. Liefen 2009 rund 1,4 Millionen Autos deutscher Marken in asiatischen Fabriken vom Band, werden es 2013 voraussichtlich 2,4 Millionen sein.

Für Deutschland ist im selben Zeitraum ein Produktionszuwachs um 500.000 auf 4,7 Millionen Fahrzeuge zu erwarten. Damit wird im Jahr 2013 wieder das Niveau von 2008 erreicht.

Von besonderer Bedeutung ist der Standort Asien für die deutschen Volumenhersteller. Sie werden im Jahr 2013 mit 1,8 Millionen Pkw genau so viele Fahrzeuge in Asien fertigen wie in Deutschland.

Die Premiumhersteller weiten ihre Fertigung in Fernost zwar ebenfalls aus, mit geschätzten 600.000 Pkw bleibt das asiatische Produktionsvolumen jedoch hinter dem für Deutschland erwarteten Wert von 2,9 Millionen Fahrzeugen zurück.

Downsizing als Chance für Premiummarken


Ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten die PwC-Experten im Segment der Klein- und Kompaktwagen. Zwischen 2010 und 2015 dürfte die weltweite Produktion von 28 Millionen auf 41 Millionen Pkw zulegen. Dies entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,6 Prozent, während die Automobilfertigung insgesamt um rund sechs Prozent jährlich steigen dürfte.

Die starken Zuwächse im Kompaktsegment sind einerseits auf wachsenden Wohlstand und damit steigende Nachfrage in den Emerging Markets zurückzuführen. Andererseits entscheiden sich auch in den Industrienationen immer mehr Käufer für kleinere Autos mit geringerem Kraftstoffverbrauch.

Den Trend zum ‚Downsizing’ haben die Premiummarken erkannt. Sie stehen vor der Herausforderung, trotz vergleichsweise geringer Fertigungszahlen auch mit Kompaktmodellen ausreichende Margen zu erwirtschaften. Konsequenz:
An einer Reduzierung der Produktionskosten, beispielsweise durch die konsequente Umsetzung von Plattformstrategien und Kooperationen mit anderen Herstellern, führt daher im Premiumsegment kein Weg vorbei“, so Kuhnert.

Elektromobilität führt zu neuen Geschäftsmodellen

Im Jahr 2020 werden nach PwC-Schätzungen weltweit 1,5 Millionen ausschließlich elektrisch angetriebene Pkw produziert. Hinzu kommen schätzungsweise bis zu fünf Millionen Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Ihnen stehen geschätzte 80 Millionen Pkw mit einem Verbrennungsmotor gegenüber.

Die weitere Entwicklung der Elektroautos wird jedoch in hohem Maße durch die Fortschritte in den Bereichen Batterietechnologie, Lade-Infrastruktur und neue Mobilitätskonzepte beeinflusst.

„Sollten industrieübergreifende, überregionale und innovative Partnerschaften im Bereich der Elektromobilität weiterhin zunehmen, könnten die Engpässe in den Bereichen Batterietechnologie und Lade-Infrastruktur beseitigt werden. Dies würde die Entwicklung des Elektromobils erheblich beschleunigen“, sagt Kuhnert.

Sinnvoll sind daher Investitionen in ein gemischtes Portfolio aus kontinuierlich verbessertem Verbrennungsmotor, Hybrid- und reinem Elektroantrieb. Insbesondere Zulieferunternehmen werden hierfür ihre Geschäftsmodell hinterfragen und an Markt- und Technologieentwicklungen anpassen müssen.

pwc/pan

 


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