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Ernst & Young: Kein Ende der Flaute auf dem Private-Equity-Markt 
| Ernst & Young: Kein Ende der Flaute auf dem Private-Equity-Markt |
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| 22. Juli 2010 | |
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Die Private-Equity-Branche kämpft weiter gegen die Folgen der Finanzkrise. Im ersten Halbjahr 2010 gingen in Deutschland lediglich 57 Private-Equity-Transaktionen über die Bühne – genau so wenige wie im zweiten Halbjahr 2009. Und: Der Wert der Transaktionen sank dabei von fünf auf 0,9 Milliarden Euro. Das sei der tiefste Stand
seit 2002, so die Prüfungsgesellschaft Ernst
& Young mit Blick auf eine neue Studie.
Während es im zweiten Halbjahr 2009 noch eine große Transaktion mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro gegeben hatte, fand im ersten Halbjahr 2010 nicht eine einzige größere Transaktion statt. Kein Deal habe den Wert von 300 Millionen Euro überstiegen, heißt es in einer Mitteilung von Ernst & Young. Ein großer Hemmschuh sind derzeit die extrem unterschiedlichen Preisvorstellungen von Investoren und Verkäufern. Unternehmen, die für Private-Equity-Investoren interessant wären, haben im vergangenen Jahr aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise häufig kein gutes Ergebnis eingefahren. Da die Investoren ihre Preisvorstellungen mit einem bestimmten Multiplikator des EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) aus dem laufenden Jahr 2010 bestimmen, spiegeln die Kaufpreise aus Sicht der Private-Equity-Häuser noch die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder und bleiben deshalb hinter den Erwartungen der Verkäufer zurück.
Die Verkäufer hingegen legen der Preisbestimmung ihre Planungen für das Jahr 2011 und die Jahre danach mit entsprechend höheren Erwartungen an den EBIT zugrunde. Damit halten sie zwar die Multiplikatoren vergleichsweise niedrig; wegen der eingepreisten positiven Geschäftserwartungen ergeben sich jedoch unterm Strich deutlich höhere Preise als die Private-Equity-Häuser derzeit zu zahlen bereit sind. Im ersten Halbjahr 2010 haben sich Private Equity-Gesellschaften von 39 deutschen Beteiligungen getrennt (zweites Halbjahr 2009: 27 Exits) – durch einen Verkauf an einen strategischen Investor oder durch Weiterverkauf an eine andere Beteiligungsgesellschaft (Secondary Buyout). Zum ersten Mal seit Ende des Jahres 2007 gelangen auch wieder Ausstiege über einen Börsengang: Drei Beteiligungen wurden erfolgreich an die Börse gebracht.
Die Zahl der Exits ist zwar gestiegen – von 27 im zweiten Halbjahr 2009 auf 39 in der ersten Jahreshälfte 2010 – die Erlöse bei diesen Beteiligungsverkäufen sind jedoch deutlich gesunken: von 7,3 auf 4,8 Milliarden Euro. Besonders kritisch gingen dabei die Beteiligungshäuser an neue Deals heran: Die 14 Weiterverkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften brachten nur 200 Millionen Euro ein. Obgleich in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 kaum durchgreifende Besserung zu erwarten ist, macht Taudte aktuell auch positive Signale für den deutschen Private-Equity-Markt aus. „Die Anzeichen mehren sich, dass angelsächsische Investoren dabei sind, auf den deutschen Markt zurückzukehren. Im zweiten Halbjahr rechnen wir mit ein paar Transaktionen, in die angelsächsische Investoren involviert sind – das war im ersten Halbjahr nicht der Fall“, stellt Taudte fest.
Die angelsächsischen Beteiligungsgesellschaften hätten ihre Portfolio-Unternehmen „in Schuss gebracht“ und müssten ihre Kräfte in absehbarer Zeit wieder auf neue Akquisitionen konzentrieren. „Neue Investitionen in Deutschland sind dabei nur noch eine Frage der Zeit“, so Taudte.
Nach einem leichten Anstieg des Wertes von Transaktionen strategischer Investoren im zweiten Halbjahr 2009 ist der Transaktionswert in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 wieder gesunken: von 15,2 auf 11,7 Mrd. Euro. Die Anzahl der Transaktionen stieg in den Vergleichszeiträumen hingegen leicht: von 133 auf 135 im ersten Halbjahr 2010. Das zeigt, dass auch bei strategischen M&A-Aktivitäten eine gewisse Zurückhaltung bei der Preisgestaltung herrscht. |









