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KPMG-Studie: Immer mehr Unternehmen holen Produktion zurück

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3. November 2010
Ausländische Zulieferer stehen derzeit stark unter Druck. Laut einer Studie der Prüfungsfirma KPMG kappen viele Unternehmen ihre Verträge mit Lieferanten und holen ausgelagerte Bereiche ihrer Wertschöpfungskette wieder zurück. Ein bedenklicher Trend, so KPMG in einer heute veröffentlichten Mitteilung an die Medien.

Für die Studie hat KPMG Manager in rund 200 Industrieunternehmen mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Umsatz befragen lassen. Ergebnis: In den vergangenen zwei Jahren hat jedes dritte Unternehmen ausgelagerte Teile der Zulieferkette wieder in die eigenen Hallen zurückgeholt und weitere 40 Prozent erwägen einen solchen Schritt aus Kosten- und Risikoaspekten.

Krisenbedingte Schwierigkeiten

Grund für den Rückzug sind schlechte Erfahrungen: Die Wirtschaftskrise habe offenbar vielen Unternehmen schmerzlich bewusst gemacht, welche Auswirkungen es haben könne, wenn ein Zulieferunternehmen in Schwierigkeiten gerate, so KPMG-Partner Gerhard Dauner.

„Ausgegliederte Betriebsfunktionen wieder ins eigene Unternehmen zu integrieren, ist eine strategische Entscheidung“, so der Experte. Vor diesem Hintergrund gingen viele Unternehmen dazu über, sich auf weniger Zulieferer zu konzentrieren und dafür die Zusammenarbeit mit diesen zu intensivieren. So seien sie in der Lage, sowohl Kostenvorteile zu heben als auch Risiken zu begrenzen.

39 Prozent der Befragten planen die Zahl der Zulieferer in den kommenden zwei Jahren zu verringern und 41 Prozent die entsprechenden Verträge künftig längerfristig zu gestalten. Zudem hat sich der Anteil der Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt, die mit ihren Zulieferern vertragliche Kostenübernahme-Regelungen für den Fall eines durch die Zulieferer verursachten Produktionsstopps treffen: von 38 auf 75 Prozent.

Bestimmte Regionen werden gemieden

Die Antworten zeigen auch, dass Unternehmen Risiken oft von vorneherein scheuen statt sie zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. So sagten 40 Prozent der Befragten, dass sie bestimmte Regionen einfach meiden und dort gar nicht erst investieren.

Dauner hält nicht viel von derlei Entscheidungen: „Dadurch beraubt sich so manches Unternehmen leichtfertig attraktiver Geschäftsmöglichkeiten“, kritisiert der Berater. Prognosen zeigten, dass die Wirtschaft in Europa und Nord-Amerika in den kommenden Jahren eher verhalten wachse. Dagegen böten Investitionen in Brasilien, Russland, Indien, China und anderen Staaten zum Teil erheblich bessere Potenziale, so Dauner.

kpmg/pan

 


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