ConsultingStar.com – Nachrichten und Exklusiv-Informationen über Consultants und andere Professionals


Homepage - Nachrichten - Wirtschaftsprüfung - PricewaterhouseCoopers: Luftfracht wird erheblich teurer


PricewaterhouseCoopers: Luftfracht wird erheblich teurer

Drucken E-Mail
17. November 2010
Keine Entwarnung: Die Gefahr von Terroranschlägen durch Paketbomben in der Luftfracht besteht weiter. Die geplanten Gegenmaßnahmen kosten jedoch viel Geld, so die Prüfungsfirma PricewaterhouseCoopers mit Blick auf die heute veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage.

Meinungsforscher haben sich im Auftrag von PricewaterhouseCoopers (PwC) bei den Managern von Flughäfen und Luftfracht-Speditionen umgehört. Ergebnis: Die weitaus überwiegende Mehrheit der Befragten spricht sich nicht nur für schärfere Kontrollen aus. Die meisten Manager fordern auch, dass man die gesamte Luftfracht einem Screening unterzieht.

Über 200 Millionen Euro

Die Branche rechnet deshalb mit Kostensteigerungen im dreistelligen Millionenbereich, und zwar allein in Deutschland. Jeder dritte Befragte geht sogar davon aus, dass der zusätzliche Aufwand die Branche über 200 Millionen Euro im Jahr kosten werde.

Zwei von drei Befragten denken, dass sie maximal die Hälfte der Kosten an ihre Kunden weiterreichen können.

„Nur die Zahl der Kontrollen zu erhöhen, wird nicht reichen", warnt Klaus-Dieter Ruske, Leiter des Geschäftsbereichs Transport und Logistik bei PwC. Ohne ein durchdachtes und umfassendes Konzept gewinne man kaum zusätzliche Sicherheit, so der Berater.

PricewaterhouseCoopers plädiert deswegen dafür, die Qualität der Kontrollen zu verbessern. „Nur so können kritische Sendungen zuverlässiger identifiziert und damit die Sicherheit insgesamt spürbar gesteigert werden“, sagt Ruske.

An der Quelle kontrollieren

Wenn es darum geht, ihre eigenen Sicherheitskonzepte neu zu definieren, sind die befragten Unternehmen mehr als zurückhaltend. Die meisten Befragten lehnen eine Überarbeitung ab.

Zwei Drittel sind der Überzeugung, dass ihre gegenwärtigen Sicherheitsmaßnahmen in der Luftfracht bereits maximale Sicherheit bieten und auf dem neuesten Stand sind. Derzeit beschäftigen zwei Drittel der befragten Unternehmen einen eigenen Beauftragen für Sicherheitsfragen.

Zentrales Problem ist vielmehr, dass Fracht, die bereits geflogen wurde, bisher als sicher gilt. Der Vertrauensvorschuss für umzuladende Fracht ist aus Sicht der Branche jedoch nicht gerechtfertigt.  Ein Sicherheitsniveau wie in der EU oder den USA ist in vielen Drittländern nicht gegeben. Dort müssten gleichwertige Sicherheitsregeln etabliert werden.

Fracht und Passage werden nicht getrennt

Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Luftfracht, wie etwa die Einführung von Mindestsicherheitsstandards für Transportcontainer, z. B. eine Abschirmung gegen Funksignale, halten die befragten Unternehmen mehrheitlich für nicht sinnvoll. Auch an eine konsequente Trennung von Fracht und Passage – gut 60Prozent der gesamten Luftfracht wird in Passagiermaschinen transportiert – glaubt die überwiegende Mehrheit in den kommenden drei bis fünf Jahren nicht. 

Vielmehr sehen die befragten Unternehmen staatliche Stellen in der Pflicht, für mehr Sicherheit in der Luftfracht in und über Deutschland zu sorgen. Vier von fünf Befragten wollen erst einmal abwarten, welche Vorgaben aus der Politik kommen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) sieht hier staatliche Behörden wie das Luftfahrtbundesamt, den Zoll oder die Polizei in der Pflicht, die offenen Sicherheitsfragen zu klären. Veränderungen müssten zentral und für alle verbindlich vorgegeben werden.

„Die Verantwortung nur auf den Staat abzuwälzen, ist nicht der richtige Weg. Die  Unternehmen sollten zeigen, dass sie die Lage im Griff haben und sich auf neue Herausforderungen einstellen können“, sagt PwC-Experte Ruske.

pwc/pan

 


Stichwortsuche
Durchsuchen Sie alle Nachrichten und Profile von ConsultingStar.com



Neu registriert


Umfrage
Yahoo-Chef Thompson hat seinen Lebenslauf frisiert - und muss gehen. Richtig so?