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BDO-Umfrage: Versicherungen tun sich schwer mit Solvency II

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10. März 2011
Mit der Richtlinie „Solvency II“ wollte die EU eigentlich dafür sorgen, dass die Versicherungsbranche krisenfest wird. Von dem Ziel ist man jedoch noch weit entfernt. Grund: Die Unternehmen kämpfen bei der Umsetzung der Vorschriften mit erheblichen Problemen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsfirma BDO.

Das umfangreiche Regelwerk müssen die Versicherer bis zum 1. Januar 2013 umgesetzt haben. Die Unternehmen sollen vor allem ihre Risikoexponierung umfassend bewerten und ihr Risikomanagement an die gestiegenen Anforderungen anpassen.

Weit reichende Konsequenzen

Das hat weit reichende Konsequenzen für die Unternehmensorganisation. So ist beispielsweise festgelegt, dass die Compliance-Funktion eine bereichsübergreifende Ausrichtung und angemessene Melderegelungen auf allen Unternehmensebenen beinhalten soll. Ebenso regelt die Richtlinie die Identifizierung und Beurteilung des mit der Nicht-Einhaltung der rechtlichen Vorgaben verbundenen Risikos.

Vor diesem Hintergrund hat die Wirtschaftsprüfungsfirma BDO 100 Compliance Manager in deutschen Versicherungen befragen lassen. Die Prüfer wollten wissen, ob die Unternehmen bereits auf Solvency II vorbereitet sind.

Die Antworten fielen ernüchternd aus: Bei einem Viertel der befragten Unternehmen ist die Compliance-Funktion noch nicht genügend in die Unternehmensprozesse eingebunden und personell unterbesetzt. Bei 90 Prozent der Versicherungen hat der Aufsichtsrat gar keinen direkten Zugriff auf Compliance-Berichte und muss relevante Informationen aktiv einfordern.

Lückenhafte Informationen

„Diese mangelnde Verzahnung führt häufig zu lückenhafter Informationsgewinnung und damit auch zu einer Ineffizienz der Compliance-Stelle“, sagt Thomas Volkmer, Leiter des BDO Branchencenters Versicherungen in Köln. „Für einen kostenoptimalen Ansatz und eine verbesserte Organisation sollten sämtliche Compliance-Tätigkeiten über die Geschäftsbereiche hinweg vernetzt werden.“

Bei der Einrichtung könnten die Versicherungen bereits bestehende Strukturen in das unternehmensweite Governancesystem einbinden, so Volkmer weiter. Dies diene der Risikominimierung, helfe den Leitungsorganen bei der ordnungsgemäßen Geschäftsführung und reduziere deren Haftungsrisiken, so der Experte. „Kompliziert und teuer muss die Umsetzung der in Solvency II geforderten Maßnahmen also nicht sein“, sagt Volkmer.

pan

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