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Deloitte: Harter Wettbewerb kennzeichnet die Fitnessbranche

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10. April 2009
Die Fitnessbranche gehört zu den wenigen Sektoren der Wirtschaft, die trotz Krise weiter wachsen. „Auch wenn das Geld knapper wird, wollen die Menschen offensichtlich auf Fitness nicht verzichten“, sagt Niels Gronau, Branchenexperte des Prüfungs- und Beratungshauses Deloitte, mit Blick auf eine neue Studie. Aber: Wer sich die Deloitte-Zahlen näher ansieht, erkennt schnell, dass hier ein knallharter Wettbewerb tobt.

Die Zahl der Fitnessstudio-Mitglieder in Deutschland stieg im Jahr 2008 um 8,8 Prozent auf insgesamt 5,91 Millionen – der höchste Anstieg innerhalb der letzten fünf Jahre. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung wuchs damit von 6,6 auf nunmehr 7,2 Prozent. „Am ausgeprägtesten ist die Fitnessbegeisterung der Deutschen in den drei Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin: Dort gibt es die meisten Studios“, sagt Gronau.

Einzelstudios unter Druck

Der Branchenumsatz lag 2008 bei geschätzten drei Milliarden Euro. Die Anzahl der Fitnessanlagen blieb hingegen gegenüber dem Vorjahr in etwa gleich, sie stieg um 0,4 Prozent auf 5.601. Die durchschnittliche Anzahl von Mitgliedern pro Anlage lag 2008 bei 1.055. Zwei Drittel der Kettenbetreiber und ein Drittel der Einzelstudios bezeichnen dabei ihre Lage als gut.

Innerhalb der unterschiedlichen Fitnessstudio-Segmente ist ein deutlicher Differenzierungstrend zu beobachten: Beide Enden gewinnen, während die Mitte verliert. Premium- wie Discountanbieter legten 2008 deutlich zu. Auf Kosten des mittleren Segments erhöhte Ersteres seinen Marktanteil um 1,7, Letzteres um 2,1 Prozentpunkte. Von dem Zuwachs von rund 475.000 Mitgliedern 2008 entfallenetwa 150.000 auf Premiumanbieter. Die Discounter konnten ihren Anteil am Gesamtvolumen auf ein Viertel (1,47 Mio.) steigern.

 

Deutschlands größte Fitnessketten*

 

Unternehmen

 

Mitglieder  Anlagen
1. McFit Fitness   700.000  101
2. Fitness First Germany   286.000  108
3. Kieser Training   250.770  119
4. INJOY  179.040  160
5. Elixia   76.000  22
6. HealthCity   51.201  22
7. Unternehmensgruppe Pfitzenmeier  44.220  17
8. clever fit  40.000  22
9. easy Sports  38.500  32
10. World of Fitness   29.763  17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  *) Stand: Dezember 2008; Quelle: Deloitte 

 

Nach Art der Anbieter aufgeteilt, zeigt sich, dass Einzelstudios mit knapp 60 Prozent zwar weiter den Löwenanteil an Mitgliedern beheimaten, Ketten jedoch ihren Marktanteil auf mittlerweile über36 Prozent ausbauen konnten. Obwohl sie nur über einen Bruchteil der Anlagen (ca. 15%) verfügen, konnten sie seit 2004 vier Mal mehr Mitglieder hinzugewinnen als Einzelstudios.

Günstige Einkaufskonditionen

Die Betreiber von Einzelstudios werden dabei regelrecht in die Zange genommen. Die Ketten hätten Erfolg mit ihrer gezielten, direkten und zielgruppenspezifischen Kundenansprache, heißt es in der Studie.  Und die Discounter jagten den Einzelstudios Kunden mit preislich attraktiven Angeboten ab. Diese Angebote seien nicht zuletzt das Ergebnis günstigerer Einkaufskonditionen z.B. bei Geräteherstellern.

Die Studie legt jedoch die Schwächen der Ketten offen. So haben diese mit 35,5 Prozent die höchste Fluktuationsrate (Durchschnitt 22,6%). Dies sei Grund genug für verstärkte Kundenbindungsmaßnahmen, so Deloitte.

Europa: Briten und Spanier führen


Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit 5,9 Mio. Mitgliedern hinter Spanien (7,5 Mio.) und Großbritannien (7,2 Mio.) auf Rang drei. In Bezug auf die Größe des Marktes belegt Deutschland (3 Mrd. €) Rang vier hinter Großbritannien (4,8 Mrd. €), Spanien und Italien. Denn die Beiträge sind in Deutschland vergleichsweise niedrig – nicht zuletzt wegen des hohen Discounteranteils.

tte/pan

 


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