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Ernst & Young: Das dicke Ende der Krise steht uns noch bevor

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18. Mai 2009
Weniger Umsatz, weniger Mitarbeiter, die Gewinne halbiert: Bereits 2008 hatte die Krise hässliche Spuren in den Bilanzen hinterlassen. Das zeigt eine heute veröffentlichte Analyse von Ernst & Young. Die Prüfungs- und Beratungsfirma hat die Geschäftsberichte jener Unternehmen ausgewertet, die im deutschen Börsenindex Dax gelistet sind. Schlimm? Es kommt noch viel schlimmer, prophezeit Hendrik Hollweg, Mitglied des Vorstands bei Ernst & Young.

Im Jahr 2007 hatten die 30 Dax-Unternehmen noch gut 109 Milliarden Euro Gewinn (vor Steuern) gemacht. 2008 blieben unter dem Strich nur noch rund 50 Milliarden Euro ein Rückgang um 55 Prozent. 20 der 30 Unternehmen mussten einen Gewinnrückgang hinnehmen, vier Unternehmen machten sogar Verluste.

Beschäftigungsrückgang in Deutschland

Der Gesamtumsatz der Unternehmen belief sich 2008 auf 1.155 Milliarden Euro – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der weltweit bei den Dax-Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter stieg um vier Prozent auf 3,7 Millionen. Drei Unternehmen reduzierten die Zahl der Beschäftigten, die übrigen 27 beschäftigten 2008 mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. In Deutschland sank die Beschäftigung allerdings um 0,5 Prozent, während die Belegschaft im Ausland um 7,4 Prozent wuchs.

Während die Dax-Unternehmen nur etwa ein Drittel des Umsatzes (30 Prozent) in Deutschland erwirtschaften, sind immerhin 43 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt – allerdings mit sinkender Tendenz: 2007 waren noch 45 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt.

Weniger Steuern gezahlt

Die deutlich gesunkenen Gewinne führten zu niedrigeren Steuerzahlungen – sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Allerdings sanken die Steuerzahlungen nicht so stark wie die Gewinne. So ging der weltweite Ertragsteueraufwand (ohne latente Steuern) der Unternehmen 2008 nur um etwa ein Drittel bzw. acht Milliarden Euro auf knapp 20 Milliarden Euro zurück. An den deutschen Fiskus führten die Unternehmen 26 Prozent weniger Steuern ab als im Vorjahr. Im Ausland sank der Ertragsteueraufwand hingegen nur um fünf Prozent.

„Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage wird sich die Profitabilität der Konzerne im laufenden Geschäftsjahr weiter deutlich verschlechtern – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Steuerzahlungen“, sagt
Experte Hollweg. „Die öffentliche Hand wird mit erheblichen Steuerausfällen rechnen müssen“.

Investitionen gesteigert

Die Investitionen sind um gut ein Drittel gewachsen von insgesamt 78 auf 105 Milliarden Euro. „Bis September 2008 liefen die Geschäfte bei den meisten Unternehmen noch gut, die Konzerne waren auf ein robustes weltweites Wirtschaftswachstum eingestellt und investierten kräftig“, stellt Hollweg fest. „Der dramatische Einbruch der weltweiten Nachfrage ab September hat die Unternehmen überrascht“, so der Experte weiter. Dies habe dazu geführt, dass die Konzernchefs Kostenbremse zogen und Investitionen reduzierten.

Die Sparmaßnahmen, die die Unternehmen seit Beginn der Krise ergriffen haben, würden aber erst in den Bilanzen für das laufende Geschäftsjahr richtig sichtbar werden. „Dann werden wir sowohl deutlich sinkende Investitionsausgaben als auch weltweite Rückgänge bei den Beschäftigtenzahlen sehen“, prognostiziert Hollweg.

e&y/pan

 


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