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Unternehmen, die in Osteuropa investieren wollen, tun gut daran, genau hinzusehen. Grund: In einigen Ländern ist das Risiko, sein Geld zu verlieren, stark gestiegen. Das zeigt auch eine heute veröffentlichte Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte.
Titel der Studie „Finding Value – Navigating M&A Risks in Central and Eastern Europe.“ Darin analysiert Deloitte die zwölf wichtigsten osteuropäischen Staaten – und zeigt dabei deutliche Unterschiede bei der Risikoeinstufung auf.
„Erschreckende Zahlen“
Von teilweise „erschreckenden Zahlen“, spricht Elisabeth Denison, Leiterin Research bei Deloitte. So soll beispielsweise das Bruttoinlandsprodukt im osteuropäischen Gesamtdurchschnitt um fünf bis fünfeinhalb Prozent fallen.
Aber: Die Entwicklung sei von Land zu Land sehr unterschiedlich, so Denison. Einige Staaten könnten die Krise durchaus nutzen, um ihre strukturellen Defizite zu beheben, sagt Denison.
„Auch wenn die Krise die Volkswirtschaften Osteuropas stark geschwächt hat, bleibt diese Region gerade für westeuropäische Investoren auf absehbare Zeit ein wichtiger Wachstumstreiber“, sagt Freddy Strottmann, Partner Corporate Finance bei Deloitte. Einige Unternehmen seien sogar überzeugt, heute mehr Gegenwert denn je für ihr Geld zu bekommen, so der Experte.
Bürokratie ist größtes Hemmnis
Die Hauptrisiken bestehen in politischer, rechtlicher und kultureller Hinsicht sowie in den Bereichen Währung und Finanzen. Dabei befürchten Experten bürokratische Hemmnisse, Probleme bei der Kreditfinanzierung in der Landeswährung sowie Korruption und organisierte Kriminalität.
Ferner sollten potenzielle Investoren auch den Schutz von geistigem Eigentum sowie die Möglichkeit des Land- bzw. Immobilienerwerbs beachten. Tatsächlich sind die Rahmenbedingungen in einigen Staaten Osteuropas schwieriger geworden – Auslandsinvestoren sind jedoch unverändert willkommen.
Top: Slowenien und die Slowakei
Musterschüler sind Slowenien und die Slowakei – beide gehören zu den Staaten mit dem geringsten Risiko. Slowenien ist politisch stabil, verfügt über das höchste Pro-Kopf-BIP der Region und eine gute Infrastruktur – allerdings sind die Lohnkosten hoch.
Auch in der Slowakei wächst die Wirtschaft kräftig, zudem ist hier – wie in Slowenien – inzwischen der Euro eingeführt. Andererseits prägen eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und eine zerstrittene Regierungskoalition das Land. Ebenfalls gering sind die Risiken in der Tschechischen Republik und in Polen – gerade Letztgenanntes bietet trotz großer regionaler Unterschiede besonders attraktive Zukunftspotenziale.
Entwicklungsbedürftig: Bulgarien und Rumänien
Am Ende der Risiko-Skala finden sich Nationen wie Serbien, Rumänien und Bulgarien. Serbien verfügt zwar über Wachstumspotenziale, jedoch auch über eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Bürokratie. Überdies ändert sich die Gesetzeslage häufig, sodass nur unzureichende Rechtssicherheit besteht.
Auch in Rumänien ist die Bürokratie übermächtig und es droht zudem ein rapider Währungsverfall. Bulgariens größtes Problem sind Kriminalität und Korruption – auf der Habenseite stehen dagegen niedrige Steuern und ebenfalls interessante Wachstumspotenziale.
Die anderen untersuchten Staaten – Lettland, Litauen, Ungarn und Kroatien – bilden im Hinblick auf Risiken für Investoren das Mittelfeld. Dabei gehören fast überall Intransparenz, instabile Regierungen und Währungsrisiken zu den Minuspunkten.
Russland: Riese mit Risiken
Ein Sonderfall ist Russland: Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sei niedrig, die Regierung werde immer autoritärer, der Schutz geistigen Eigentums sei schwach, so Deloitte.
Und: Es gebe kaum mittelständische Unternehmen, es herrschen abweichende Rechnungslegungs- und Bilanzierungsstandards und die Korruption ist hoch.
Dennoch gehört Russland nach Ansicht von Deloitte zu den langfristig interessanten M&A-Märkten – allerdings mit entsprechend hohen Ansprüchen an die Due Diligence.
tte/pan
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