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Deloitte: Finanzwelt versagt beim Kampf gegen Geldwäsche 
Deloitte: Finanzwelt versagt beim Kampf gegen Geldwäsche |
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| 1. August 2009 | |
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Regierungen in aller Welt haben Gesetze gegen die Geldwäsche verabschiedet. Die Finanzbranche aber tut sich schwer mit der Umsetzung der Regeln. Eine aktuelle Studie der Prüfungs- und Beratungsfirma Deloitte deckt gravierende Mängel auf.
Nicht einmal die Hälfte der Unternehmen in der Finanzbranche verfüge über ein ausgearbeitetes Programm zum Schutz vor Geldwäsche, sagt Uwe Heim, Partner Forensic & Dispute Services bei Deloitte. 15 Prozent haben ein rudimentäres Programm und fast 20 Prozent wissen nicht, wer im jeweiligen Unternehmen die operative Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen trägt. Etwa die Hälfte bewertet die Abwehr zweifelhafter Transaktionen als eine unter vielen wichtigen Compliance-Aufgaben, für knapp ein Drittel gehört sie zu den wichtigsten bzw. die wichtigste. Über zehn Prozent ohne Programm Von den 44 Prozent der Umfrage-Teilnehmer mit ausgearbeitetem Programm haben deutlich mehr als zwei Drittel voll ausgereifte oder zumindest weit entwickelte Risiko-Assessment-Instrumente als zentrales Element des Gesamtsystems. Auf der anderen Seite stehen elf Prozent, die keinerlei Systeme, Mechanismen oder Programme gegen Geldwäsche vorweisen können. Gesamtverantwortlich bei den Unternehmen mit Compliance-Programmen ist entweder der Aufsichtsrat, der CEO oder der Chief Compliance Officer. Deren Funktion in puncto Geldwäsche-Prävention hat sich bisher aber nicht überall herumgesprochen: 16 Prozent der befragten Führungskräfte wissen nicht, wer oberstes ausführendes Organ für derartige Programme im Unternehmen ist und 17 Prozent kennen auch den Verantwortlichen für das operative Geschäft nicht. Die jüngste Entwicklung ist von der steigenden Anzahl und Komplexität der Gesetze sowie den Bemühungen, diese umzusetzen, geprägt. Die größte Herausforderung liegt dabei für die Mehrheit (57 Prozent) in einem effizienten Screening, je ein Viertel beklagt unzureichend ausgebildete Mitarbeiter bzw. mangelnde Datenqualität.
Am häufigsten gescreent werden Kunden, Inbound und Outbound Wires sowie Finanztransaktionen und Verträge. Dabei sind die Screening-Programme bei 15 Prozent voll automatisiert, bei weiteren 36 Prozent laufen sie teils manuell, teils automatisch ab – 40 Prozent wollen in den nächsten drei Jahren ein voll automatisiertes Programm einsetzen. Die generellen Richtlinien für die Anti-Geldwäscheprogramme und -prozesse werden bei der Mehrheit der Befragten (55 Prozent) auf internationaler Ebene festgelegt, die Maßnahmendefinition geschieht bei 40 Prozent global, bei weiteren 22 Prozent auf regionaler Basis. Die nationale Ebene ist bei keiner Schlüsselfunktion dominierend. Im Ernstfall, also bei Verdacht auf kriminelle Transfers, tritt bei 38 Prozent der international Hauptverantwortliche in Aktion – nur von 13 Prozent werden solche Vorkommnisse vorwiegend im nationalen Kontext behandelt.
Ein uneinheitliches Bild ergibt die Frage nach technologischer Ausstattung und Perspektiven: Ein Viertel glaubt, heute und auch noch in drei Jahren gut aufgestellt zu sein. Ein weiteres Viertel geht davon aus, derzeit unzureichende, in drei Jahren aber adäquate Technologien zur Verfügung zu haben. 17 Prozent geben an, ihre Ausstattung genüge zwar aktuellen Ansprüchen, in drei Jahren würden die Mittel jedoch nicht mehr reichen. Auf der anderen Seite aber glauben immerhin 36 Prozent, dass die Branche insgesamt die Konsequenzen für ihre Business Practices noch nicht ganz verstanden hat. Heim hält dies für bedenklich, weil gerade auch international ausgerichtete Kreditinstitute verstärkt im Fokus der US-amerikanischen Finanzaufsicht stehen und scharfe Sanktionen riskierten. Über die Studie Die Studie trägt den Titel „Economic Sanctions“. Sie basiert auf einer Umfrage der Economist Intelligence Unit unter insgesamt 388 Teilnehmern. Darunter sind 40 Prozent Aufsichtsräte, Vorstände oder hohe Führungskräfte von Finanzunternehmen. 50 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über jährliche Umsätze von mehr als 5 Mrd. US-Dollar. Insgesamt nahmen Unternehmen aus Asien (32 Prozent), Nordamerika (24 Prozent), Westeuropa (28 Prozent), dem Nahen Osten und Afrika (sieben Prozent), Latein- und Südamerika (fünf Prozent) sowie Osteuropa (vier Prozent) an der Umfrage teil. tte/pan |









