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McKinsey & Company unter schwerem Beschuss 
| McKinsey & Company unter schwerem Beschuss |
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| 12. Mai 2006 | |
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Einen größeren Gefallen hätte McKinseys Deutschlandchef Jürgen Kluge dem Fernsehjournalisten Thomas Leif gar nicht erweisen können: Per Telefon habe der Berater versucht, den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) davon abzuhalten, bei der Vorstellung von Leifs Buch Beraten & verkauft in Berlin aufzutreten, schreibt Spiegel Online, die Internetausgabe des bekannten Hamburger Nachrichtenmagazins.
In McKinseys deutschem Hauptquartier in Düsseldorf war am Freitagabend niemand mehr zu einer Stellungnahme zu erreichen. Doch Kluge würde diesen peinlichen Vorfall vermutlich ohnedies nicht kommentieren wollen.
Ein wirklicher Insider plaudert aus dem Nähkästchen Glass' Buch, Rip-Off, the scandalous inside story of the management consulting money machine, liegt jetzt in einer deutschen Fassung vor. Die große Abzocke (Coverfoto: Campus) ist ein Muss für jeden Manager - aber auch für jeden Consultant, der sich immer noch wundert und wissen möchte, warum die Berater auch und gerade bei Unternehmern regelrecht verhasst sind.
Leif hingegen setzt den Schwerpunkt auf die Rolle von McKinsey, Roland Berger und anderen bekannten Firmen bei Projekten für öffentliche Institutionen, etwa der Bundesagentur für Arbeit. Er hat dabei nicht nur neues Material zusammengetragen. Es ist ihm auch gelungen, eine Journalistin bei McKinsey einzuschleusen. Die Erkenntnisse von Leifs Kollegin sind jedoch alles andere als sensationell. Für mehr Aufsehen dürfte da schon der Bericht über die Arbeit von McKinsey beim Deutschen Gewerkschaftsbund sorgen. Mancher Berater mag jetzt die Stirn runzeln und einen ähnlichen Effekt befürchten wie Anfang 2004, als der damalige Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster (SPD), Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD), und andere durch die freihändige Vergabe einiger Aufträge an verschiedene Consultingfirmen für einen Skandal sorgten. Doch die Situation von damals ist nicht mit der heutigen vergleichbar. Die Medien prügelten 2004 nur deswegen auf die Consultants ein, weil sie andere treffen wollten. Die Aufregung um die "Beraterrepublik" (DIE ZEIT) war inszeniert, um Gerhard Schröder und seine Regierung in die Knie zu zwingen. Aber: Großbritannien befindet sich heute in einer ähnlichen Situation wie Deutschland im Jahre 2004. Die Ära von New Labour neigt sich dem Ende zu, und so wie kein anderer Regierungschef vor ihm hat Tony Blair bei seiner Politik auf McKinsey gesetzt. Neil Glass nimmt diese Arbeit in seinem weiteren Buch schonungslos aufs Korn. Titel: "Plundering the Public Sector" - frei übersetzt: Der Staat wird geplündert. Das vor wenigen Tagen erschienene und noch nicht in deutscher Sprache erhältliche Buch macht bereits Schlagzeilen in der britischen Presse. pan ____________ Thomas Leif: Beraten & verkauft. McKinsey & Co. - der große Bluff der Unternehmensberater, C. Bertelsmann Verlag, München, 19,95 €
Neil Glass: Die große Abzocke. Die skandalösen Praktiken der Unternehmensberater, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 19,90 €.
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Andere Medien berichten, Kluge habe sich bei Wulff beschwert, dass Leif bei seinen Recherchen nicht das Gespräch mit ihm gesucht habe. Der Autor kann jedoch das Gegenteil beweisen. Selbstverständlich hat er um ein Interview gebeten, aber - wie bei dieser Firma üblich - eine Abfuhr erhalten. Der wenige Zeilen lange Text der Absage ist auf Seite 67 des Buchs (Coverfoto: C. Bertelsmann) abgedruckt.
Genauso wie Leif verspricht Glass, der unter anderem für Gemini Consulting tätig war, einen Insider-Bericht. Doch anders als der Deutsche hält der Engländer sein Versprechen. Dabei erzählt Glass nicht nur pikante Details aus seinem ehemaligen Arbeitsleben, sondern schildert kenntnisreich die unseriösen bis kriminellen Methoden, mit denen manche Beratungsfirmen heute noch arbeiten. 