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Deutsche Consultingbranche meldet Rekordumsatz

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15. Februar 2006
Düsseldorf, 15. Februar 2006 - pan.  Die Unternehmensberater haben im vergangenen Jahr 13,2 Milliarden Euro Honorar kassiert. Das ist ein Plus von 900 Millionen Euro oder 7,3 Prozent.

Alle jammern über die flaue Binnenkonjunktur, nur die Unternehmensberater nicht. Zwar ist die Branche immer noch ein gutes Stück von den Boomzeiten der neunziger Jahre entfernt, wo zweistellige Wachstumsraten die Regel waren. Dennoch sind die Consultants so stolz und optimistisch wie seit langem nicht mehr.

So jedenfalls der Eindruck, den die Funktionäre des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater heute bei einer Medienkonferenz in Düsseldorf hinterlassen haben. Dort präsentierten die Consultants ihren Jahresbericht "Facts & Figures zum Beratermarkt 2005/2006". Die Studie beruht auf einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes und zahlreichen weiteren Marktteilnehmern.

Demnach kassierten die deutschen Unternehmensberater im abgelaufenen Jahr 13,2 Milliarden Euro an Honorar. Das ist so viel wie noch nie zuvor in der Geschichte der deutschen Consultingindustrie. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2001 hatte der Umsatz bei 12,9 Milliarden Euro gelegen. 2002 und 2003 war das Geschäft rückläufig. Erst 2004 erholte sich die Branche wieder. Damals lag der Umsatz bei 12,3 Millarden Euro.

Dem Bericht zufolge konnten Firmen aller Größenordnungen zulegen. Dabei setzt sich der schon in den vergangenen Jahren registrierte Trend fort, wonach mittelgroße Anbieter überdurchschnittlich von dem Anziehen der Nachfrage profitieren. Aber auch die kleineren Unternehmen berichten jetzt verstärkt von einer Belebung ihres Geschäfts. Genauer: Unternehmen, die weniger als eine Million Euro Umsatz machen, legten um etwa zehn Prozent zu. Anbieter mit einem Umsatz zwischen einer Million und fünf Millionen Euro verzeichneten ein Plus von 7,5 Prozent.

Marktanteile verschieben sich

Die Nachfrage entwickelte sich unterschiedlich. Vor allem strategische Beratung war wieder stärker gefragt. Auf sie entfiel 2005 etwa ein Drittel des Umsatzes der gesamten Branche. 2004 war es lediglich ein Viertel. Die Nachfrage nach Organisations- und Prozessberatung weist im Vergleich dazu eine leicht rückläufige Tendenz auf. Auf dieses Geschäftsfeld entfielen 34 Prozent der registrierten Umsätze. Im Vorjahr waren es noch über 35 Prozent. Kommentar von Verbandspräsident Rémi Redley: "Wirtschaft und Industrie setzen wieder auf Wachstumsprojekte."

Marktanteile eingebüßt haben die IT-Berater. Auf sie entfiel lediglich ein Viertel der 2005 registrierten Umsätze. 2004 hatte ihr Anteil an den Umsätzen der Branche noch bei 28,5 gelegen. Und auch die Personalberater haben an Gewicht verloren. Ihr Marktanteil schrumpfte von 11,5 auf 10,5 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Nachfrage kam von Klienten aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie von Banken und Versicherungen. Dabei zeigte der Anteil der Finanzdienstleister im Vergleich zum Vorjahr eine leicht rückläufige Tendenz. Immerhin fast zehn Prozent ihrer Umsätze erzielten die Consultants mit Aufträgen für den öffentlichen Sektor. Damit stellten die Entscheider bei Bund, Länder und Gemeinden eine wichtigere Zielgruppe dar, als etwa die Klienten in der gesamten Telekommunikationsbranche. Auf  Letztere entfielen 7,5 Prozent der Nachfrage - deutlich weniger als in den neunziger Jahren.

Die Aussichten für das laufende Jahr schätzen weit über zwei Drittel der Befragten positiv ein. Besonders optimistisch seien IT-Consultants und klassische Strategieberater, sagte ein Verbandsmanager. Lediglich fünf Prozent der Consultants rechnen mit einem schlechteren Geschäft als 2005. Laut Umfrage  werden die Umsätze 2006 im Schnitt um etwa acht Prozent nach oben klettern. 2006 wird demzufolge wieder ein Rekordjahr für die Beratungsindustrie.



 


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