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Beraterverband BDU: Consultants wollen der Krise trotzen Drucken E-Mail
1. März 2009

Die deutschen Consultants blicken auf ein gutes Jahr zurück. Der Umsatz sei 2008 um fast elf Prozent auf 18,2 Milliarden Euro geklettert, so der Bundesverband deutscher Unternehmensberater in einer Mitteilung an die Medien. 2007 habe der Umsatz noch bei 16,4 Milliarden Euro gelegen. Die Branche werde auch im laufenden Jahr weiter wachsen, heißt es weiter in der Mitteilung. Die Experten rechnen mit einem Umsatzplus von drei Prozent. Laut Verbandspräsident Antonio Schnieder werde dieses Ziel jedoch keinesfall im Schongang zu erreichen sein.

2009 wird für viele Unternehmen ein Jahr der Anpassungen werden“, sagt Schnieder. Dabei müssten die Berater über das aktuelle Krisenmanagement hinausdenken. Die Anforderung besteht darin, Kosten und Liquidität im Griff zu halten und gleichzeitig gezielt in neue Märkte und Produkte zu investieren“, so Schnieder.

Zurzeit registrieren die Consultants ein starkes Interesse an Kostenreduzierung, Risikomanagement sowie Anpassung von Geschäftsmodellen. Die Auftraggeber legen zudem Wert darauf, dass die Ergebnisse der Beratungsprojekte schnell verfügbar und die gewünschten Effekte kurz- bis mittelfristig erkennbar sind.

Mittlere Größenklasse

Den höchsten Zuwachs erwarten 2009 die Beratungsunternehmen der Größenklasse „1 Million bis 2,5 Millionen Euro Umsatz“ mit einem durchschnittlichen Unternehmenswachstum von 7,1 Prozent und in der Größenklasse „500.000 Euro bis 1 Million Euro“ mit 6,4 Prozent. Knapp dreiviertel der Marktteilnehmer dieser beiden Größenklassen gehen von einem Umsatzplus im Jahr 2009 aus. Vorsichtiger fällt die Prognose bei den großen Consultingunternehmen mit über 45 Millionen Euro Umsatz aus, die ein Plus von 1,7 Prozent erwarten.

Der Umsatz der Branche verteilte sich 2008 auf die einzelnen Beratungsfelder wie folgt: Auf die Organisations- und Prozessberatung entfielen 44,4% (2007: 44,0), auf die Strategieberatung 23,7 % (2007: 24,3%), auf die IT-Beratung 21,6 % (2007: 21,1%) und auf die Human-Resources-Managementberatung 10,3 % (2007: 10,6%).

Industrie und Finanzdienstleister

Die stärkste Nachfrage nach Unternehmensberatungsleistungen kam weiterhin von Klienten des Verarbeitenden Gewerbes und der Finanzdienstleistungsbranche. Allerdings sank deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr beim Verarbeitenden Gewerbe auf 33,8 % (2007: 34,4%) und bei den Finanzdienstleistern bei 23,7 % (2007: 24,0%). Hierzu dürften die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die in diesen Branchen schon 2008 deutlich spürbar waren, beigetragen haben.

Der aktuelle BDU-Geschäftsklimaindex - eine Befragung, die der Verband regelmäßig unter seinen Mitgliedern durchführt - legte im Februar 2009 bei der Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate wieder auf 12,4 Indexpunkte zu. Ende Dezember 2008 hatte der Index bei  7,6 Punkten gelegen und damit den niedrigsten Stand seit Sommer 2003 erreicht. Die Zukunftsprognose fällt vor allem bei den Strategieberatern mit 34,6 (12/2008: 26,6), bei den Organisationsberatern mit 15,9 12/2008: 5,8) und bei den Human-Resources-Beratern mit 40,3 12/2008: 24,3) wieder deutlich besser aus.

Firmen wollen Personal aufstocken

Die Unternehmensberater wollen daher 2009 weiter Personal einstellen. Nur wenige planen den Abbau von Beraterstellen, hier ergibt sich der höchste Anteil für die Umsatzklasse 5 bis 45 Millionen Euro mit 13 %. Gleichzeitig geben die Unternehmen dieser Größenklasse aber auch mit dem höchsten Prozentsatz an, neue Beraterjobs schaffen zu wollen. Je nach inhaltlicher oder branchenbezogener Fokussierung wird offensichtlich unterschiedliches Entwicklungspotenzial für 2009 gesehen.

Den Angaben liegt die Studie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2008/2009“, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater kürzlich in Düsseldorf vorgestellt hat. Für die BDU-Studie wurden die Zahlen und Einschätzungen von über 700 Unternehmensberatungsgesellschaften ausgewertet.

Weitere Fakten

2008 arbeiteten in Deutschland knapp 86.000 Unternehmensberater (+ 9,5 %) in rund 13.600 Beratungsfirmen (- 4,5 %). Eine gewisse Konsolidierung im Beratermarkt ist dadurch zu  verzeichnen, dass vor allem ältere Einzelberater ihr Geschäft aufgeben, wenn sie keinen Käufer finden oder keinen Nachfolger aufgebaut haben.

Insgesamt waren 2008 über 115.000 Mitarbeiter in der Consultingbranche in Deutschland beschäftigt. Grundlage der Studie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2008/2009“ ist eine Marktbefragung des BDU im Dezember 2008/Januar 2009, an der sich über 700 Beratungsgesellschaften beteiligt haben. Befragt wurden ausschließlich Beratungsgesellschaften mit einem substanziellen Umsatzanteil in der klassischen Management- und IT-Beratung.

bdu/pan

 


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