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Detecon International kritisiert Mängel in Telco-Finanzressorts Drucken E-Mail
27. Januar 2010
Die Unternehmen der Telekom-Branche kämpfen gegen beinharte Konkurrenz und die Folgen der Finanzkrise. Viele stünden vermutlich besser da, wenn sich ihre Finanzchefs auf strategische Aufgaben konzentrierten. Eine Analyse der Beratungsfirma Detecon International zeigt jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist.

Die Berater von Detecon haben hierzu weltweit die Organisationen von zwanzig Unternehmen der Telekom-Branche untersucht. Ergebnis: Mehr als zwei Drittel des Personals in den Finanzressorts sind mit der Abwicklung von Transaktionen beschäftigt. Der Anteil von Mitarbeitern, die primär für Entscheidungsunterstützung zuständig sind, beträgt dagegen lediglich zehn Prozent.

Nicht mehr als ein Viertel

Die Bereiche Reporting und Kontrolle beanspruchten laut Analyse zehn bzw. 15 Prozent der Abteilungsressourcen eines Finanzchefs. „Langfristig gesehen sollten die Ressourcen für Transaktionsverarbeitung nicht mehr als 25 Prozent, für Reporting und Kontrolle jeweils 15 Prozent und der Anteil der für Entscheidungsunterstützung gewidmeten Ressourcen zumindest 45 Prozent betragen“, sagt Christian Barte, Partner bei Detecon und Autor der Analyse. Dabei sind unter Entscheidungsunterstützung sämtliche Finanzaktivitäten zu verstehen, die den Mitarbeitern anderer Ressorts im Unternehmen durch den verstärkten Einsatz von Analysemethoden das Fällen von Entscheidungen erleichtern.

Die Analyse macht deutlich, dass trotz Finanzkrise die Mehrzahl der Finanzchefs (CFOs) ihren Fokus immer noch stärker auf operative Finanztätigkeiten als auf den Support für strategische Geschäftsentscheidungen legen.

Laut Carsten Schröder, Managing Partner bei Detecon, liegt ein Grund darin, dass Reporting- und Business-Intelligence-Systeme fragmentiert und wenig kompatibel arbeiten. Zudem seien Pflege- und Aktualisierungsarbeiten sehr zeitintensiv. „Darüber hinaus verfügen die wenigsten CFOs über Zeit und Ressourcen, sich im Rahmen ihres Aufgabenbereichs aktiv und nachhaltig stärker strategischen Geschäftsaspekten zuzuwenden“, so Schröder.

„Vielfach werden strategische Unternehmensführungsaufgaben auf neu geschaffene Support- und Stabsfunktionen übertragen", sagt Andreas Baumann, CFO bei Detecon. Keine dieser Funktionen könne jedoch sich nachhaltig positiv auf das Ergebnis auswirken, kritisiert der Experte. Der Grund liege auf der Hand: Im Gegensatz zu einem CFO verfügen sie in der Regel nicht über detaillierte Kenntnisse der bestehenden oder künftigen Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.

Ausgaben mit Cloud Computing senken

Verbesserungspotenziale, die sich laut Detecon für den CFO ergeben, sind vor allem in den Bereichen Prozesse und IT-Systeme, Unternehmensleistungsmessung sowie Finanzorganisation zu finden.

„Das Hauptziel besteht darin, ein hohes Maß an IT-Automatisierung für geringwertige Transaktionsverarbeitung zu erzielen, um so Ressourcen freizusetzen und leitenden Mitarbeitern mehr Zeit zu gewähren, strategische Entscheidungsprozesse umfassend zu unterstützen“, sagt Schröder. In diesem Zusammenhang plädiert der Berater dafür, Transaktionsaktivitäten in einem internen oder externen Shared Service Center zu bündeln. Dieses könne aufgrund von Skaleneffekten Standardservices zu niedrigen Stückkosten erbringen.

Ein Sonderfall von Outsourcing bietet sich mittels Cloud Computing an, bei dem standardisierte IT-Services wie Rechenleistung und Speicherkapazitäten einfach abrufbar sind, ohne das Management von Datenzentren abzugeben. Auf diese Weise kann es dem CFO gelingen, Server und Anlagevermögen zu reduzieren und Investitions- und Betriebsausgaben zu reduzieren. Die Herausforderungen des klassischen Outsourcings wie starke Governance und klar strukturierte Prozesse bleiben jedoch auch beim Cloud Computing stets vorhanden.

Weitere Maßnahmen bestehen etwa in der Einführung von Leistungsmessmethoden wie dem Activity Based Costing, das Gewinn- und Verlustrechnungen auf Service-, Channel- und Kundensegmentebenen durchführt und damit komplexere Finanzanalysen für zentrale Geschäftsaspekte ermöglicht.

Hinsichtlich der Finanzorganisation empfehlen die Detecon-Berater unter anderem auch die Einrichtung dezentraler Finanzeinheiten, die größeren Geschäftseinheiten mehr Finanzkenntnisse in die Entscheidungsfindung einbringen, regelmäßig über Key-Performance-Indikatoren berichten und einen erhöhten praxisrelevanten Informationsfluss zwischen Zentrale und dezentralen Einheiten realisieren.

con/pan

 


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