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T-Systems kauft Anteil an niederländischem IT-Spezialisten Drucken E-Mail
4. November 2009
T-Systems setzt auf das vernetzte Gesundheitswesen. Der zum deutschen Telekom-Konzern gehörende IT-Dienstleister beteiligt sich an Portavita einem niederländischen Spezialisten für Software-Lösungen, die die Versorgung von chronisch Kranken erleichtern.

Die Deutschen übernehmen via T-Venture der Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Telekom auch Anteile am holländischen Softwareentwickler MGRID. MGRID sei ein Partnerunternehmen von Portavita, spezialisiert auf die Entwicklung von Hard- und Software für medizinische Datenbankanwendungen, so T-Systems.

Fünf Jahre Laufzeit

Die Partnerschaft sieht vor, dass T-Systems für mindestens fünf Jahre die webbasierte Software von Portavita in eigenen Rechenzentren betreibt, die Unternehmen gemeinsam Anwendungen weiterentwickeln und T-Systems dazu ihr Branchennetz für das Gesundheitswesen bereitstellt.

Gemeinsam möchten die Unternehmen die bewährten Lösungen aus den Niederlanden an den deutschen Markt sowie weitere europäische Märkte anpassen.

Holger Hille, Chef der Healthcare-Sparte von T-Systems: „Ärzte und Krankenhäuser werden künftig noch enger im Sinne einer integrierten Versorgung zusammenarbeiten. Daher investieren wir in Portavita und erweitern so unser Portfolio um eine marktführende elektronische Patientenakte. Diese ist sektorübergreifend, Haus- und Fachärzte, Krankenschwestern, andere Mitarbeiter in Heilberufen und nicht zuletzt der Patient können also gemeinsam mit diesem System arbeiten. Lösungen wie diesen gehört die Zukunft in einem vernetzten Gesundheitswesen.“

Evert-Jan Hoijtink, Geschäftsführer von Portavita, sagt: „T-Systems ist ein starker Partner, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Lösung inner- und außerhalb Deutschlands anbieten können, der unsere Entwicklung von Disease-Management-Systemen (DMS) für die integrierte Versorgung für chronisch kranke Patienten vorantreibt und mit dem wir unsere Kompetenzen ergänzen. In den Niederlanden sind wir etabliert und die Vernetzung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen ist bereits seit einigen Jahren Realität.“

125.000 chronisch Kranke werden in den Niederlanden über die Portavita-Lösung behandelt. Derzeit fließen in Deutschland jährlich rund 250 Milliarden Euro in das Gesundheitswesen. Den weiteren Anstieg der Kosten wollen Experten auch durch integrierte Versorgungsmodelle stoppen - insbesondere für die Behandlung chronisch kranker Menschen.

Zehn Prozent der Kosten

Das Institut für Strategieentwicklung der Universität Witten/Herdecke kommt in einer Studie (2006) zum Ergebnis, dass die integrierte Versorgung die Behandlungskosten pro Patient im Durchschnitt um etwa zehn Prozent verringern kann. Diese Kostenreduktion ist unter anderem auf die Optimierung aller Schnittstellen des Behandlungsprozesses zurückzuführen.

Für einige Krankheitsbilder haben die Krankenkassen Disease-Management-Programme aufgelegt, die diese integrierte Versorgung ermöglichen.

Derzeit leiden etwa 20 Prozent der Bundesbürger unter chronischen Erkrankungen. Allein bis Ende 2008 ist die Zahl der Verträge zwischen Krankenkassen, Ärzten, Fachärzten, Krankenhäusern, Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie anderen Heilberufen auf über 6.000 gestiegen.

Portavita hat die Lösung in Zusammenarbeit mit Medizinern, den niederländischen Gesundheitsbehörden und großen Kostenträgern entwickelt. In den Niederlanden nutzen Ärzte die Lösung derzeit für Disease-Management-Programme (DMP) im Rahmen der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen (Orale Antikoagulation), Diabetes mellitus und Asthma/COPD „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ - chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.

Derzeit in der Entwicklung sind Anwendungen für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, für ambulante Palliativversorgung sowie kardiovaskuläres Risikomanagement.

ts/pan

 


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