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Alix Partners: Handelsunternehmen stecken in der Liquiditätsfalle

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20. Juli 2009
Die Kunden wollen nur noch Discount wenn sie überhaupt etwas kaufen. Doch das ist nur eine Sorge von vielen, die den Handel derzeit plagen. In einer neuen Studie zeichnet Detlev Schauwecker, Managing Director und Retail-Experte beim Beratungshaus Alix Partners, ein düsteres Bild vom Zustand der Branche.

Fast 100 überwiegend europäische Handelsunternehmen hat Alix Partners für die Studie befragt. Ergebnis: Die meisten Teilnehmer rechnen mit einer Durststrecke von mindestens ein bis zwei Jahren. Rund drei Viertel (73 Prozent) glauben, dass ihr Geschäft langfristig von der Krise betroffen sein wird.

Nie dagewesenes Ringen

Händler und Zulieferer liefern sich harte Auseinandersetzungen über die Zahlungsziele für gelieferte Waren. 62 Prozent der Handelsunternehmen berichten, dass sie von Lieferanten um kürzere Zahlungsfristen gebeten wurden, während gleichzeitig 58 Prozent der Händler von ihren Lieferanten längere Zahlungsziele verlangen und später bezahlen.

Wir sehen derzeit ein bislang nie dagewesenes Ringen um Liquidität zwischen Händlern und Lieferanten, sagt Detlev Schauwecker.

Die Situation der Handelsunternehmen verschärft sich zusätzlich durch den Rückzug der Warenkreditversicherer. Den Handel zählen die Kreditversicherer derzeit zu den Branchen mit dem höchsten Ausfallrisiko.

Rund die Hälfte (45 Prozent) der Handelsunternehmen musste bereits Kürzungen ihrer Kreditlimits bei Kreditversicherern hinnehmen. Dies verschlechtert die Ausgangsposition der Handelsunternehmen im Kampf um Liquidität weiter, denn bei Wegfall der Kreditversicherungslimite fordern viele Lieferanten Vorkasse oder reduzieren zumindest die Zahlungsziele. „Dadurch fällt ein für Händler wichtiges Liquiditätsstandbein weg“, sagt Schauwecker.

Die Unternehmen sind gezwungen, mit allen Mitteln gegenzusteuern. Die Folge sind Bestandsreduzierungen, Sortimentsstreichungen und Arbeitszeitverkürzungen, aber auch Ladenschließungen und Räumungsverkäufe. 78 Prozent der von AlixPartners befragten Unternehmen gaben an, die Warenbestände ihrer Unternehmen bereits reduziert zu haben.

Unternehmen schlecht auf Krise vorbereitet

Viele Händler sind auf Konjunkturabschwung und Liquiditätsengpässe schlecht vorbereitet. Nur 25 Prozent der Befragten kennen die finanzielle Situation ihrer Lieferanten genau, nur 32 Prozent tauschen sich regelmäßig mit ihren Warenkreditversicherern aus und nur 45 Prozent verfügen über einen wöchentlichen Cash Forecast. „Hier liegt für viele Unternehmen noch ein erhebliches Verbesserungspotential, um im scharfen Wettbewerb um Liquidität und Finanzierung zu bestehen“, sagt Schauwecker.

„Der Einzelhandel steht vor einer der größten Marktkonsolidierungen seit Jahrzehnten“, kommentiert Schauwecker die Ergebnisse der Studie. Doch die Krise biete auch Chancen: Die Unternehmen, die ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Liquiditätssituation im Griff haben, können diese Chancen nutzen. „Wer jetzt in starke Marken und gute Lagen investieren kann, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Wettbewerb“, so der Experte.

ap/pan

 


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